Das Champions League Finale 2021 sollte ein rein englisches Aufeinandertreffen werden - Manchester City traf auf den FC Chelsea.
City kam gut in die Partie und legte mit starkem Pressing und Offensivdrang los. Raheem Sterling tauchte bereits nach wenigen Minuten (8.) frei vor Chelseas Keeper Edouard Mendy auf, doch der Torwart blieb cool und vereitelte den Treffer.
In der Folge profilierte sich Chelsea zunehmend in schnellen Ballgewinnen und exzellentem Konterspiel. Immer wieder wurden ausgehend von Mittelfeldstratege N'Golo Kanté, lange Pässe in die Tiefe auf die Stümer Timo Werner und Kai Havertz bzw. auf die Flügelspieler Ben Chilwell und Reece James geschlagen.
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Eingeleitet durch solche Aktionen hätte Werner aus drei Großchancen mindestens einen Treffer erzielen müssen.
Doch der Stürmer traf nach gutem Zuspiel am Fünfmeterraum den Ball nicht richtig (10.), scheiterte mit einem zu schwachen Abschluss zentral aus zehn Metern an Torwart Ederson (14.) und in der Folge mit einem Vollspannschuss von Links am Außennetz (15.).
Mitte der ersten Halbzeit hatte Phil Foden dann das 1:0 für City auf dem Fuß (28.), doch Antonio Rüdiger konnte im letzten Moment mit einem energischen Tackling den kontrollierten Abschluss im Strafraum, frei vor Torhüter Mendy, verhindern. Kurz darauf wurde Chelseas Abwehrchef Thiago Silva verletzt ausgewechselt, der Defensive der Londoner tat das jedoch wider Erwarten keinen Abbruch.
So kam die 42. Minute und der Moment, in dem ein einziger Steilpass von Mason Mount die komplette Manchester-Defensive aushebelte. Werner riss mit gutem Laufweg eine Lücke in die Abwehr, Havertz löste sich im richtigen Moment, überspielte Keeper Ederson und schob cool zum 1:0 in die Maschen!

Der FC Chelsea feiert das Tor von Kai Havertz

Fotocredit: Getty Images

Die zweite Hälfte begann unverändert mit Manchesters bemühtem, aber wenig effektiven Spiel und Chelseas Lauern auf Konter. In der 61. Minute reklamierte City einen Handelfmeter, aber der heute souveräne Schiedsrichter Mateu Lahoz entschied korrekterweise nicht auf Strafstoß. Dem Team von Pep Guardiola gelangen nur wenige zwingende Offensivaktionen, Cesar Azpilicueta rettete nach einem schönen Querpass für die Chelsea Abwehr (69.).
Kurz darauf hatte Christian Pulisic erneut nach einem schönen Konter das 2:0 auf dem Fuß. Der Stürmer rutschte jedoch leicht weg und verfehlte so das Tor links um etwa einen halben Meter.
Eine Verletzungspause von Kevin De Bruyne bescherte der Partie sage und schreibe sieben Minuten Nachspielzeit, in denen ManCity zur Schlussoffensive ansetzte. Ilkay Gündogan brachte das Leder (90.) gefährlich zur Mitte, doch es wartete kein geeigneter Abnehmer für die Hereingabe. In der letzten Minute der Nachspielzeit (97.) hätte Riyad Mahrez fast noch für die Sensation gesorgt - sein Volley von der Strafraumgrenze strich allerdings hauchdünn über die Latte.
Mendy wäre ohne jegliche Abwehrchance gewesen. Direkt danach beendete Referee Lahoz die Partie und der FC Chelsea jubelte über seinen zweiten Champions League Gewinn.

Die Stimmen:

Kai Havertz (FC Chelsea): "Ich weiß nicht, was ich sagen soll, ich bin überwältigt! 15 Jahre Training haben mir diesen Moment ermöglicht."
Cesar Azpilicueta (FC Chelsea): "Die Mentalität des Teams war heute überragend. Wir haben in der Abwehr sehr, sehr gut gearbeitet und das Tor vorne war dann einfach weltklasse!"
Thomas Tuchel (Trainer FC Chelsea): "Die Spieler haben unglaubliche Entschlossenheit gezeigt, dieses Spiel zu gewinnen. Wir sind mit Mut an die Sache herangegangen und unsere Strategie, gefährliche Konter zu provozieren, ist aufgegangen. Es war ein sehr physisches Spiel, wir haben uns als Team sehr gut unterstützt."
Pep Guardiola (Trainer Manchester City): "Ich habe versucht, die bestmögliche Aufstellung für das Spiel zu finden. In der ersten Halbzeit hatten wir Probleme mit der Durchschlagskraft, aber die Chelsea Defensive hat es uns schwer gemacht. Zudem hatten wir Probleme mit den langen Bällen des Gegners, dagegen hatten wir heute keine passenden Ideen."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Chelsea und die langen Bälle

Chelseas Spielanlage war der Knackpunkt zum Sieg. Mit blitzschneller Überbrückung des Mittelfelds durch lange Pässe in die Tiefe und auf die Außen überlistete Chelsea die gegnerische Abwehr unzählige Male und hätte neben dem goldenen 1:0 noch einige Tore mehr erzählen können. Die City-Abwehr hatte dagegen heute kein Gegenmittel parat.

Die Statistik: 6

Sechs seiner sieben europäischen Finalspiele hat der FC Chelsea gewonnen, das ist eine beeindruckende Effizienz.
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