Eine kleine Spitze gegen seinen Ex-Klub konnte sich Kevin De Bruyne vor dem Champions-League-Finale in Porto (Samstag, 21:00 Uhr im Liveticker) dann doch nicht verkneifen.
Angesprochen auf Chelseas ersten und bis dato einzigen Titel in der Königsklasse 2012 meinte der Belgier, dass er sich nicht einmal daran erinnern könne, das Finale (gegen den FC Bayern; Anm. d. Red.) im Fernsehen angeschaut zu haben.
"Ich war nicht da. Ich glaube nicht, dass ich eingeladen wurde. Ich erinnere mich nicht viel daran, um ehrlich zu sein", äußerte er sich vielsagend gegenüber "The Sun".
Champions League
Top-Torjäger Jorginho? Tuchel und Chelsea haben ein Problem
28/05/2021 AM 21:41
Das Pikante daran: De Bruyne stand im Mai 2012 bei den Blues unter Vertrag, auch wenn er zum damaligen Zeitpunkt an seinen Jugendklub KAA Gent ausgeliehen war.

De Bruyne: Unter Guardiola zum Superstar

Nein, so richtig warm wurde der Spielmacher mit dem FC Chelsea nie - was auf Gegenseitigkeit beruhte.
Gerade einmal neun Partien bestritt der Spielmacher in fast zwei Jahren für die Blues, wo er speziell unter Trainer José Mourinho nie wirklich eine Chance bekam. Nach Leihgeschäften mit Gent und Werder Bremen brach De Bruyne im Winter 2014 endgültig seine Zelte in London ab und schloss sich für eine Ablöse von rund 22 Millionen Euro dem VfL Wolfsburg an.
Seit jeher ging es für den Blondschopf nur noch steil bergauf. Nach zwei erfolgreichen Jahren in der Autostadt (Vizemeister, DFB-Pokalsieger) wagte er zum Ende der Saison 2015 erneut den Sprung in die Premier League zu Manchester City (für eine Ablöse von 75 Millionen Euro), wo er sich unter der Ägide von Star-Coach Pep Guardiola zu einem der besten Spieler der Welt entwickelte.

Kevin De Bruyne - Manchester City

Fotocredit: Getty Images

ManCity greift nach Europas Krone

Der vorläufige Höhepunkt seines Aufstiegs war der Gewinn seines dritten Premier-League-Titels am Ende der abgelaufenen Spielzeit, zu dem der Taktgeber der besten Offensive (83 Treffer) 18 Scorerpunkte (sechs Tore, 12 Assists in 25 Partien) beisteuerte. Und das, obwohl er Anfang des Jahres gleich mehrere Spiele aufgrund einer Oberschenkelverletzung verpasste.
Guardiola und er, erklärte De Bruyne vor wenigen Wochen nach seiner Vertragsverlängerung bis 2025, "sehen Fußball gleich. Diese Beziehung mit einem Trainer zu haben, ist so wichtig für mich. Wir wollen die gleichen Dinge."
Eines dieser Dinge ist zweifellos der lang ersehnte Triumph in der Champions League. Nach zahlreichen Fehlschlägen greift De Bruyne am Samstag mit den Skyblues im Endspiel endlich nach Europas Krone. Gegner ist ausgerechnet der FC Chelsea, wo er einst vom Hof gejagt wurde.

Zé Roberto schwärmt von De Bruyne: "Ein Monster"

"Wir haben dieses Jahr vieles richtig gemacht", erklärte der 29-Jährige im Interview mit "The Sun" und fügte an: "Wir haben in den letzten sechs Jahren darum gekämpft - wir waren immer im Viertelfinale oder im Halbfinale und damit unter den besten acht Teams in Europa. Allerdings können in K.o.-Spielen Kleinigkeiten den Unterschied machen. In jenen Situationen haben wir in der Vergangenheit vielleicht zu viele Fehler gemacht. In diesem Jahr waren wir dagegen sehr kompakt, als es schwierig wurde."
Einen großen Anteil am Finaleinzug hatte dabei auch der Belgier, der sich in jeder der drei K.o.-Runden (gegen Paris Saint-Germain, Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach) je einmal in die Torschützenliste eintrug.
"Der Typ ist ein Monster", schwärmte der Ex-Bayern-Profi Zé Roberto kürzlich im Interview mit "Goal" von De Bruyne. Der Brasilianer sei besonders von ManCitys Spielmacher angetan, weil er "in diesen verschiedenen taktischen Varianten spielt und immer seine Routine und sein konstantes Leistungsniveau" beibehalte.

Kevin De Bruyne, Phil Foden und Riyad Mahrez (von links) - Manchester City

Fotocredit: Getty Images

De Bruyne und Chelsea: Schließt sich der Kreis?

War es aus Sicht des FC Chelsea somit ein großer Fehler, De Bruyne überhaupt gehen zu lassen?
"Man kann nicht sagen, wie es gelaufen wäre, wenn er nicht den Verein gewechselt hätte und vom FC Chelsea nach Deutschland zurückgekehrt wäre", erklärte Chelsea-Coach Thomas Tuchel im Vorfeld des Endspiels und betonte: "Vielleicht war es genau das, was er damals brauchte: eine andere Liga und eine andere Herausforderung, um jetzt auf seinem besten Level performen zu können."
Dennoch könnte sich für den Belgier mit dem Gewinn des Henkelpotts gegen die Blues ein Kreis schließen. In jedem Fall wird sich De Bruyne an jenes Finale gewiss sein Leben lang erinnern.
Das könnte Dich auch interessieren: Zidanes Abschied durch die Hintertür: Schlägt nun die Stunde von Raúl?

"Fußball, Fußball, Fußball": Guardiola erzählt witzige Tuchel-Anekdote

Premier League
Torrekord: Agüero überholt Rooney und rührt Pep zu Tränen
24/05/2021 AM 11:01
Premier League
De Bruyne positiv auf Corona getestet: Kein Duell mit PSG
19/11/2021 AM 14:48