Das seit 25 Pflichtspielen ungeschlagene Manchester City begann mit der Selbstverständlichkeit eines englischen Tabellenführers und ließ die Gladbacher vom Anstoß weg in der Puskas Arena in Budapest dem Ball hinterher laufen.
Die Angriffsbemühungen der Engländer waren zu Beginn sehr rechtslastig. Immer wieder ging Raheem Sterling auf dem rechten Flügel ins Duell mit Ramy Bensebaini und Matthias Ginter. In der fünften Minute stoppten die beiden Gladbacher den quirligen Engländer im Kollektiv, eine Minute später klärte Ginter per Grätsche zur Ecke (6.). Der anschließende Standard von rechts landete letztendlich bei Phil Foden, der aus 18 Metern das untere rechte Eck ins Auge fasste. Den Schuss konnte Yann Sommer jedoch sicher parieren (7.).
Bensebaini war es auch, der durch einen abgefangenen Pass (13.) und eine risikoreiche Grätsche gegen Sterling gefährliche Situationen verhinderte. Gladbach konnte kaum für Entlastung sorgen, verschob jedoch gut und stand weitestgehend stabil. Allerdings schlichen sich immer wieder Fehlpässe im Spielaufbau ein. Einen solchen Fehler von Ginter hätte sich City nach einer Viertelstunde beinahe zu Nutze gemacht, doch weder Ilkay Gündogan noch Gabriel Jesus kamen nach Zuspiel von Rodri aus dem Getümmel zum Abschluss (16.).
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Gladbach lauerte – wie schon in der Gruppenphase gegen Real Madrid und Inter Mailand – auf Kontergelegenheiten. Die einzige der ersten Hälfte ergab sich in der 18. Spielminute, doch der entscheidende Querpass von Stefan Lainer zu Alassane Plea kam nicht an.
Zehn Minuten später konnten die unter Dauerdruck stehenden "Hausherren“ die Null nicht mehr halten: Ein Pass von Christoph Kramer landete genau in den Füßen von Joao Cancelo, der eine hohe Hereingabe aus dem linken Halbraum an den zweiten Pfosten schlug. Dort entwischte Bernardo Silva im Rücken von Nico Elvedi und markierte per Kopf aus fünf Metern die verdiente Führung (29.). Bis zum Pausenpfiff blieb es beim 1:0 für den Favoriten, der in Durchgang eins keinen Schuss aufs eigene Tor zuließ.
Auch nach dem Seitenwechsel machten sich die Gladbacher durch individuelle Fehler das Leben schwer: Nach einer missglückten Ballverarbeitung an der Seitenlinie spielte Bensebaini ohne Not Gabriel Jesus den Ball in die Füße. Der Brasilianer zögerte zu lange, sodass sich Elvedi in höchster Not in den Schuss werfen konnte (52.).
Das Team von Marco Rose versuchte durch höheres Anlaufen in Hälfte zwei den Skyblues den Spielaufbau zu erschweren – teilweise mit Erfolg. Mitte der zweiten Hälfte hatten die Gladbacher ihre stärkste Phase, allerdings spielten Lainer, Zakaria und Plea eine gute Konterchance nicht klug aus. Ein überhastetes Zuspiel von Zakaria konnte Plea nicht erreichen (58.). Vier Minuten nach der vergebenen Überzahl-Situation bugsierte Plea eine halbhohe Zakaria-Flanke mit der Hacke nur knapp neben den linken Pfosten (62.).
Mitten in dieser kleinen Druckphase schlug City eiskalt zurück: Wie schon beim 1:0 landete eine Cancelo-Flanke aus dem Halbfeld auf dem Kopf von Bernardo Silva, der das Leder mit der Stirn von rechts in die Mitte weiterleitete, wo Jesus besser als Ginter stand und das zweite Tor des Abends erzielte – 2:0 (65.)!
In der Schlussphase wollte die Borussia wenigstens noch den Anschlusstreffer erzielen, doch Jonas Hofmann ging im Strafraum im Duell mit Cancelo zu Boden, ohne das ein Foul vorlag (84.). In der Nachspielzeit lud Rodri mit einem Fehlpass Hannes Wolf zum Tor ein, doch der Joker scheiterte mit seinem Linksschuss frei vor Ederson am brasilianischen Schlussmann (90.+3).
Damit hielten die Citizens bereits zum 24. Mal in dieser Saison die null - öfter als in der kompletten vergangenen Spielzeit.

Stimmen zum Spiel:

Pep Guardiola (Trainer Manchester City): "Es war ein schwieriges Spiel. Wir wussten, dass Gladbach Qualität hat und auch der Trainer gut ist. Das Zentrum haben sie sehr gut dicht gemacht, das hat uns die Angriffe erschwert. Dafür haben wir gut gepresst und den Ball laufen lassen. Dennoch müssen wir im Abschluss effektiver werden und im letzten Drittel besser die Räume nutzen. Jetzt liegt unser Fokus auf dem nächsten Ligaspiel."
Marco Rose (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Wir haben gegen ein absolutes Topteam gespielt, das haben wir auf dem Platz gespürt und gesehen. In der ersten Hälfte haben wir keine Tiefe in unserem Spiel nach vorne gefunden, dafür aber gut verteidigt und nicht viel zugelassen. Allerdings haben wir in zwei identischen Situationen – die wir vor dem Spiel besprochen hatten – nicht genug Druck aufbauen können und haben deswegen die Gegentore kassiert. Insgesamt hatten wir ein paar gefährliche Situationen, die wir aber zu unsauber ausgespielt haben."
Florian Neuhaus (Borussia Mönchengladbach): "Wir sind sehr viel dem Ball hinterhergelaufen, City hat verdient gewonnen. In der ein oder anderen Umschaltsituation waren wir zu unsauber. Es ist unglücklich, dass es zwei Halbfeld-Flanken waren, die zu den Gegentoren geführt haben. Wir wussten schon vor dem Spiel, dass es da gefährlich werden kann aber manchmal kannst du über 90 Minuten einfach nicht alles verteidigen. Es war ein taktisch geprägtes Spiel mit wenigen Chancen auf beiden Seiten. Wir hatten uns vorgenommen, Nadelstiche zu setzen, das hat heute leider nicht zu 100 Prozent funktioniert."

Der Tweet zum Spiel:

Diesen Blick durften die Gladbach-Fans vor den Bildschirmen in den 90 Minuten gegen Manchester City gleich wiederholt aufsetzen, da Ihre Elf mehrere aussichtsreiche Kontergelegenheiten leichtfertig vergab.

Das fiel auf: Citys Halbfeld-Flanken machen den Unterschied

City trat selbstbewusst und kombinationssicher auf. In der Defensive stand die Abwehrkette um die Innenverteidiger Ruben Dias und Aymeric Laporte sehr kompakt, sodass Gladbach keinen Schuss aufs Tor in Halbzeit eins abgeben konnte. In der Offensive präsentierte sich der englische Tabellenführer gnadenlos effektiv, allerdings luden die Borussen den Gegner auch wiederholt durch eigene Ungenauigkeiten zu Chancen ein.
Auch wenn das Team von Marco Rose eine solide Vorstellung auf den Platz brachte, fehlte es im letzten Drittel wiederholt an Mut und Entschlossenheit. Mehrmals ließ Gladbach beste Situationen nach schnellen Tempogegenstößen aus. Durch die offensiven Außenverteidiger der Citizens (Cancelo, Walker) ergaben sich zwar Räume, in die Gladbach aber gar nicht erst kam.
Die berüchtigten Halbfeld-Flanken der Citizens konnte der VfL nicht verteidigen, woraus letztendlich die beiden entscheidenden Gegentore resultierten.

Die Statistik: 19

Durch den 2:0-Erfolg über Borussia Mönchengladbach darf sich Pep Guardiolas Mannschaft über den 19. Pflichtspielerfolg in Serie freuen. Seit 26 Begegnungen ist City gar ungeschlagen.
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