In den ersten Minuten der Partie wirkte es so, als ob Atalanta Bergamo sich nicht verstecken wollte und das Heil in der Offensive suchte, doch Real Madrid übernahm relativ schnell die Spielkontrolle.
In größeren Chancen resultierte das zwar noch nicht, aber in einer numerischen Überzahl. Nach einer Passstafette über drei Stationen rauschte Remo Freuler in den Richtung Strafraum startenden Ferland Mendy hinein und kassierte vom deutschen Schiedsrichter Tobias Stieler die Rote Karte (17.).
Damit wurden die Abstände der Verteidiger Bergamos zu den Madrilenen größer, Bergamo musste sich auf die Verteidigung konzentrieren. Gerade in der Schlussphase der ersten Halbzeit erspielte sich Madrid einige gute Chancen.
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Kurz nachdem Luis Muriel nach einem Steckpass beinahe aus aussichtsreicher Position abschließen konnte und gerade noch so von Real-Verteidiger Nacho abgegrätscht wurde (36.), bediente Luka Modric Isco ganz stark am Elfmeterpunkt. Dessen Schuss ging aber links am Tor vorbei (38.). Eine Minute später schickte Isco Stürmer Vinícius Júnior, dessen Schuss in zentraler Position im Sechzehner wurde zur Ecke abgefälscht.
Kurz vor der Pause schlug Toni Kroos eine starke Freistoßflanke in den Strafraum, der Ball wurde aber von Casemiro genau auf Bergamos Keeper Pierluigi Gollini verlängert (44.), sodass Atalanta das 0:0 in die Halbzeitpause retten konnte.
Auch in der zweiten Halbzeit hatte Real Madrid wegen seiner individuellen Klasse und der numerischen Überzahl ein klares Übergewicht an Ballbesitz. In der 53. Minute kam Vinícius nach einer Flanke von der linken Seite sechs Meter vor dem Tor an den Ball, sein Schuss wurde aber gerade noch zur Ecke abgefälscht.
Bis zum Schlusspfiff warfen sich die Italiener in nahezu alle Versuche. Das führte dazu, dass Real immer weniger Ideen hatte, wie man diesen Abwehrriegel knackt. Der Ball wanderte von links nach rechts und wieder zurück, ein paar Flanken und Distanzschüsse sorgten für keine Torgefahr.
So deutete in der Schlussphase alles darauf hin, dass Bergamo tatsächlich das Unentschieden über die Zeit retten konnte, doch Mendy zerstörte diese Hoffnung. Von außerhalb des Strafraums zirkelte er den Ball wunderschön in die rechte untere Ecke und bescherte seiner Mannschaft damit kurz vor Schluss den wichtigen Auswärtssieg (86.).

Die Stimmen zum Spiel:

Rafael Tolói (Atalanta Bergamo): "Wir haben bis zum Schluss gekämpft. Es ist kompliziert, gegen Real Madrid zu spielen, und noch komplizierter ist es, das mit zehn Spielern zu tun. Wir haben eine tolle Mannschaft, wir haben gut verteidigt und wir leben noch. Jetzt müssen wir dort antreten, um zu gewinnen."
Zinédine Zidane (Trainer Real Madrid): "Wir haben kein großartiges Spiel gemacht, aber das Wichtigste war das Resultat. Auswärts zu treffen war wichtig. Aber das bedeutet noch nichts, wir müssen noch das Rückspiel spielen. Es ist jedoch ein gutes Ergebnis für uns. Wir haben gegen ein dezimiertes Atalanta gespielt, das physisch sehr stark ist, in der Defensive sehr gut agiert."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Benzema fehlt Real als Zielspieler

Real Madrid hat aktuell einige verletzungsbedingte Ausfälle zu beklagen. Sergio Ramos, Marcelo, Daniel Carvajal, Federico Valverde oder Eden Hazard fehlten in Bergamo alle. Doch am schwierigsten zu kompensieren ist wohl der Ausfall von Stürmer Karim Benzema. Welch Bedeutung der Franzose für Real Madrid seit Jahren hat, zeigt, dass diese Partie das erste Achtelfinale seit sieben Jahren war, in das die Königlichen ohne Benzema gingen.
Gegen Bergamo fehlte der 33-Jährige als Zielspieler. Über 90 Minuten taten sich die Madrilenen schwer, gegen das tiefstehende Bergamo Chancen zu kreieren. Die Flanken fanden fast nie einen Abnehmer, die Flachpässe in die Spitze ebenfalls nicht. Es brauchte einen wunderschönen Schlenzer von Linksverteidiger Ferland Mendy, um das Spiel nicht ohne Sieg zu beenden.

Die Statistik: 18:4

Real Madrid spielte rund 75 Minuten in Überzahl, dafür war die Vorstellung ziemlich dürftig. Gegen Ende der ersten Halbzeit kreierten die Königlichen ein paar gute Möglichkeiten, doch in der zweiten Halbzeit verteidigte Bergamo extrem leidenschaftlich, betrieb einen hohen läuferischen Aufwand und lief die Passwege konsequent zu.
Auch körperlich überzeugten die Italiener. Vor allem Robin Gosens zeigte defensiv eine ganz starke Leistung, er und seine Mitspieler schmissen sich in die Zweikämpfe und in die Distanzschüsse. So hatte Real zwar 68 Prozent Ballbesitz und 18 Schüsse – davon gingen aber nur vier auf das Tor. Das zeigt, wie wenige Chancen Bergamo gegen Real Madrid zuließ.
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