Barcelona zeigte in der ersten Halbzeit eine spielerisch überragende Leistung. Die Katalanen waren fast die ganze Zeit in Ballbesitz – und weil Paris die Gegenspieler auch am eigenen Strafraum kaum attackierte, konnte Barca kombinieren und Steckpässe in den Sechzehner spielen. Zumeist erreichten die Ousmane Dembélé. Erstmals schoss der Franzose in der 11. Minute auf Tor, zwei Minuten später erneut. Beide Versuche waren ungefährlich. In der 20. Minute hätte er treffen müssen. Nach einem Pass von Lionel Messi schoss Dembélé aus halblinker Position flach aufs lange Eck, Keylor Navas hielt stark.
In diesem Tempo ging es weiter. In der 23. Minute zog Sergiño Dest über rechts in den Strafraum und schoss aus recht spitzem Winkel – Navas lenkte den Ball mit einem guten Reflex an die Latte. Eine Minute später hatte Dembélé viel Platz auf der linken Seite und legte ins Zentrum – dort rauschte der komplett freie Messi knapp am Ball vorbei. PSG hatte fast keine Offensivaktion und ging trotzdem in Führung. Clément Lenglet trat im Strafraum unabsichtlich auf den Fuß von Mauro Icardi. Den anschließenden Elfmeter schoss Kylian Mbappé unhaltbar links oben ins Eck (31.).
In der 35. Minute hatte Dembélé die nächste Großchance. Wieder erreichte ihn ein Steckpass, wieder schoss er aus halblinker Position zu zaghaft, wieder hielt Navas. Also nahm Messi sich ein Herz, aus 25 Metern schoss der Argentinier in zentraler Position den Ball per Vollspannschuss perfekt ins linke Kreuzeck (37.). In der Nachspielzeit hätte Messi die Partie endgültig offen gestalten können. Weil Layvin Kurzawa im Strafraum Antoine Griezmann ans Knie trat, gab es Strafstoß, Messi schoss halbhoch nach links, Navas lenkte den Ball an die Latte.
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In der zweiten Halbzeit konnte Barcelona das spielerische Niveau aus dem ersten Durchgang nicht mehr halten. Das lag zum einen daran, dass Paris Saint-Germain im zweiten Durchgang besser verteidigte und aggressiver in die Zweikämpfe ging, zum anderen aber auch daran, dass Barca zunehmend der Glaube an drei weitere Tore fehlte.
In der 61. Minute hatte Messi noch eine Riesenchance. Nach einem perfekten Pass von Jordi Alba tauchte der Stürmer zentral sechs Meter vor dem Tor auf, benötigte aber etwas zu lang für die Ballannahme und Marquinhos warf sich in die Schussbahn.
In der 75. Minute verpasste Dembélé eine scharfe Hereingabe von der linken Seite, in der Nachspielzeit dribbelte Mbappé Lenglet aus und schoss aus freier Position knapp über die Latte. Mehr passierte im zweiten Durchgang nicht. PSG konnte nicht überzeugen, erreichte dank des 4:1-Hinspielerfolgs und der starken Leistung von Torhüter Navas im Rückspiel aber das Viertelfinale der Champions League.

Die Stimmen zum Spiel:

Ronald Koeman (Trainer FC Barcelona): "Wir sind ausgeschieden, das ist das, was in diesem Sport zählt. Aber wir haben ein gutes Gefühl. Wir hatten Chancen, es dem Gegner schwer zu machen. Wir waren in der ersten Halbzeit überlegen und sind hinten mit Manndeckung Risiken eingegangen. Wir haben mehr verdient."
Antoine Griezmann (FC Barcelona): "Ich denke, wir haben uns gut präsentiert, wir haben ein tolles Spiel gemacht. Wir hatten in der ersten Halbzeit eine Menge Chancen, aber wir haben sie nicht verwertet. Es war eine Schande. Vier klare Chancen, der Elfmeter, dann wird es schon schwieriger. Ich denke, es war ein anderes Spiel im Vergleich zum Hinspiel."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Dembélé hätte die Aufholjagd einleiten können

Es schien im Vorfeld ein nahezu aussichtsloses Unterfangen. Barça brauchte vier Tore, um doch noch das Viertelfinale zu erreichen. Auswärts, gegen das im Hinspiel überragende PSG. Doch die Katalanen spielten vor allem in der ersten Halbzeit einen ganz starken Ball, ließen das Spielgerät laufen, hatten kreative Ideen und erspielten sich einige gute Chancen. Zielspieler im Strafraum war in den meisten Fällen Ousmane Dembélé. Der Franzose war viel unterwegs, bot sich mit Tiefenläufen an – doch seine schwache Chancenverwertung verhinderte, dass Barcelona in der ersten Halbzeit zurück ins Rennen um den Viertelfinaleinzug kommen konnte. Zwei Halbchancen und zwei Großchancen vergab Dembélé in der ersten Halbzeit, im zweiten Durchgang verpasste er eine Hereingabe knapp. So wurde er trotz einer guten Leistung zum Gesicht der verpassten Aufholjagd.

Die Statistik: 21 – 10

Zwar sind auch die Ballbesitzwerte von Barcelona äußerst beeindruckend. Vor allem in der ersten Halbzeit hatte Barcelona ein riesiges Übergewicht hinsichtlich des Ballbesitzes – über das ganze Spiel entfielen 73 Prozent auf die Gäste. Doch noch beeindruckender ist die Zahl der Schüsse. 21 Schüsse gab Barca Richtung Tor ab, zehn davon gingen auf den Kasten. Das ist ein klarer Indikator dafür, mit welcher Offensivwucht Barca spielte – vor allem in der ersten Halbzeit. Die Gäste fanden trotz der schwierigen Ausgangsposition eine sehr gute Einstellung zu dem Spiel und zelebrierten im Angriff ein variantenreiches Offensivspiel. Egal, ob über die Flügel oder durch das Zentrum, ob über Dribblings, Flanken oder Distanzschüsse – Barcelona zeigte alles, was es für eine große Leistung braucht. Es fehlten nur die Tore.
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