Im vielfach zitierten Endspiel ums Achtelfinale zwischen Real und der Borussia erwischten die zuletzt keineswegs in Topform befindlichen Königlichen einen Traumstart in die Partie und gingen bereits nach neun Minuten in Führung. Rechtsverteidiger Lucas Vazquez nutzte seine großen Freiräume und bediente mit einer maßgenauen Flanke Stürmer Karim Benzema, der zwischen Stefan Lainer und Matthias Ginter hochstieg und aus wenigen Metern in die linke Ecke einköpfte (9.).
Gladbach bekam gegen das Spiel kontrollierende Madrilenen wenig Zugriff und musste bis zur 25. Minute auf die erste dicke Chance warten. Bei einem Gladbacher Gegenstoß bediente Florian Neuhaus den startenden Alassane Pléa mit einem herrlichen Pass in die Schnittstelle der Abwehr. Frei vor Real-Torwart Thibaut Courtois lupfte der Franzose den Ball aber aus acht Metern knapp rechts am Tor vorbei (25.).
Ansonsten spielte im ersten Durchgang aber nur ein dominant auftretendes Real und erhöhte nahezu mit einer Kopie des Führungstreffers nach 32 Minuten auf 2:0. Diesmal wurde Rodrygo von Nico Elvedi auf der rechten Seiten nur halbherzig attackiert, die perfekte Flanke des Brasilianer köpfte der freistehende Benzema aus kurzer Distanz mühelos in die Maschen (32.).
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Dass es zur Halbzeit gar nicht schon 0:3 aus Gladbacher Sicht stand, hatten die Fohlen Keeper Yann Sommer zu verdanken, der kurz vor der Pause einen Abschluss von Luka Modric aus kurzer Distanz mit einer grandiosen Parade noch an den Pfosten lenkte (39.). Real knüpfte nach dem Seitenwechsel nahtlos an den dominanten Auftritt an und ließ Gladbach offensiv kaum zur Entfaltung kommen.
Pléas Schuss ans Außennetz in Folge einer Freistoßflanke von Lars Stindl ging als erster gefährlicher Abschluss der Gäste in Hälfte zwei in die Statistik ein (65.).
Vielmehr blieben die Königlichen am Drücker: Sommer parierte nach 73 Minuten erst einen Ramos-Kopfball überragend, den Nachschuss aus vier Metern donnerte Benzema an die Unterkante der Latte (73.). Kurz darauf half das Aluminium den Gladbachern erneut, als Vazquez aus elf Metern den rechten Pfosten traf (79.).
Das Aufbäumen der Gäste blieb aus, sodass die Partie ohne weitere Chance der Borussia ereignislos dem Ende entgegen plätscherte. Nach Abpfiff blieben die Gladbacher auf dem Feld und verfolgten am Handy die Parallelpartie zwischen Inter und Donezk. Nach quälenden Minuten des Warten dann die Erlösung: Die Partie in Mailand endete 0:0, was den Gladbachern zum viel umjubelten Einzug ins Achtelfinale reichte.

Die Stimmen zum Spiel:

Lars Stindl (Borussia Mönchengladbach): "Wahnsinn! Wir machen unser schlechtestes Spiel in der Vorrunde und kommen trotzdem weiter. Das haben wir uns aber mit den Auftritten zuvor verdient. Dass wir uns in dieser Gruppe fürs Achtelfinale qualifiziert haben, ist herausragend. Wir sind froh, dass wir das kleine Wunder geschafft haben."

Christoph Kramer (Borussia Mönchengladbach). "Wir sind unfassbar glücklich! Nach Abpfiff in Mailand ist es ein emotionaler Moment für die ganze Mannschaft gewesen. Wir können stolz darauf sein, was wir geleistet haben."
Zinédine Zidane (Trainer Real Madrid): "Unser Ziel war es, die Gruppe als Erster abzuschließen und das haben wir geschafft. Wir hatten in letzter Zeit viele Schwierigkeiten, aber heute haben wir ein spektakuläres Spiel gezeigt."

Lucas Vázquez (Real Madrid): "Heute haben wir gesehen, wozu diese Mannschaft fähig ist. Wenn wir so spielen, können wir jeden Gegner schlagen."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Zu viel Sicherheitsabstand

Die Borussia präsentierte sich vor allem in der ersten Hälfte ungewohnt passiv in den Zweikämpfen und ließ die Madrilenen nahezu ohne körperliche Gegenwehr schalten und walten. In der Folge kam die Rose-Elf auch kaum einmal zu Ballgewinnen, um mögliche Konterchancen zu erzwingen. Immer wieder rollten Madrids Angriffe über die linke Abwehrseite der Gladbacher, wo Wendt bis zu einer Auswechslung in der Pause oft zu weit weg vom quirligen Rodrygo stand. Insgesamt hatte Real fast über die gesamte Spieldauer die Hoheit im Mittelfeld und kontrollierte das Geschehen mit 65 Prozent Ballbesitz.

Die Statistik: 527

Karim Benzema absolvierte sein 527. Spiel für Real Madrid. Damit zog er mit Roberto Carlos als der nicht-spanische Spieler mit den meisten Einsätzen für die Königlichen gleich.
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