Keine 48 Stunden nach der großen Verkündung zog sich Manchester City als erstes Team schon wieder aus der Super League des Fußballs zurück. Das gab der Premier-League-Spitzenreiter am Dienstagabend auf seiner Homepage bekannt.
Wenige Stunden später verkündeten auch die anderen englischen Klubs FC Liverpool, Manchester United, der FC Arsenal und Tottenham Hotspur diesen Schritt. Inzwischen gaben auch Atlético Madrid sowie AC und Inter Mailand den offiziellen Austritt bekannt.
Laut "AFP" werde der Plan der Super League dadurch endgültig verworfen worden sein. Wie die Nachrichtenagentur aus dem Umfeld des Hauptinitiators Andrea Agnelli erfahren haben will, sei das Projekt ohne die englischen Vereine nicht mehr umsetzbar. Diese Erkenntnis bestätigte der Juve-Boss gegenüber "Reuters" nun offiziell.
Premier League
Nach Super-League-Protesten: ManUnited-Boss tritt zurück
20/04/2021 AM 19:33
"Um ehrlich zu sein: Nein, das ist offensichtlich nicht der Fall", sagte Agnelli der Nachrichtenagentur "Reuters" auf die Frage, ob das Projekt noch realisierbar sei.
Von den Gründungsmitgliedern der Super League haben nur Real Madrid, der FC Barcelona und Juventus Turin bislang auf einen offiziellen Rückzug verzichtet.
Juventus teilte indes in einem Statement mit, man sei "nach wie vor von der Solidität der sportlichen, kommerziellen und rechtlichen Voraussetzungen des Projekts überzeugt". Allerdings bestehen aus Sicht von Agnellis Klub "nur begrenzte Chancen", um das Vorhaben "in der ursprünglich angedachten Form zu realisieren".

UEFA stellt Wiedereingliederung in Aussicht

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin begrüßt den Rückzieher der sechs englischen Klubs für die Super League und hat ihnen eine Wiedereingliederung in Aussicht gestellt. Er habe bereits am Dienstag betont, "dass es bewundernswert ist, einen Fehler zuzugeben, und diese Klubs haben einen großen Fehler gemacht", sagte der 53-Jährige in einer Stellungnahme:
"Aber sie sind jetzt wieder dabei und ich weiß, dass sie nicht nur für unsere Wettbewerbe, sondern für das gesamte europäische Spiel viel zu bieten haben."
Es gehe nun darum, "dass wir weitermachen, die Einheit wiederherstellen, die das Spiel vorher genossen hat und gemeinsam vorwärts gehen", führte der Slowene aus.
Die Super League hatte noch in der Nacht auf Mittwoch in einem Statement das Fortbestehen der Liga unter bestimmten Anpassungen betont:
"Trotz des angekündigten Ausstiegs der englischen Vereine, die aufgrund des auf sie ausgeübten Drucks gezwungen sind, solche Entscheidungen zu treffen, sind wir überzeugt, dass unser Vorschlag vollständig mit den europäischen Gesetzen und Vorschriften in Einklang steht, wie durch einen Gerichtsentscheid zum Schutz der Super League vor Dritten gezeigt wurde. Angesichts der aktuellen Umstände werden wir die angemessenen Schritte erwägen, um das Projekt umzugestalten und dabei stets unser Ziel berücksichtigen, den Fans die bestmögliche Erfahrung zu bieten und gleichzeitig die Solidaritätszahlungen für die gesamte Fußballgemeinschaft zu verbessern."
Dies scheint nach den neusten Erkenntnissen hinfällig zu sein.

UEFA-Boss begrüßt Manchester City zurück

Nach der Ankündigung von zwölf Weltklubs, eine UEFA-unabhängige Superliga zu gründen, war ein Protesturm ausgebrochen.
"Der Manchester City Football Club kann bestätigen, dass er sich formell aus der Gruppe verabschiedet hat, die Pläne für eine europäische Super League entwickelt", lautete das komplette Statement des Klubs des deutschen Nationalspieler Ilkay Gündogan.
Ceferin teilte in einer Stellungnahme mit: "Ich freue mich sehr, City wieder in der europäischen Fußballfamilie begrüßen zu dürfen. Sie haben große Klugheit gezeigt, auf die vielen Stimmen - vor allem ihrer Fans - zu hören, die auf die vielen Vorteile des aktuellen Systems für den ganzen europäischen Fußball hingewiesen haben."
Ceferin stellte klar: "Ich hatte nie einen Zweifel daran, dass sie Fähigkeit und den gesunden Verstand haben, diese Entscheidung zu treffen. City ist ein echter Gewinn für das Spiel."

Arsenal entschuldigt sich: "Wir haben einen Fehler gemacht"

Auch der FC Arsenal zeigte Reue und teilte mit: "Wir haben einen Fehler gemacht, und dafür entschuldigen wir uns."
Damit steht die Superliga, für die ursprünglich zwölf Weltklubs vorgesehen waren, nach nicht einmal 48 Stunden vor dem Aus.

Juve-Aktie bricht ein

Der Börsenmarkt hat derweil empfindlich auf die Querelen um die gescheiterten Pläne reagiert und Juventus Turin böse abgewatscht. Der Aktienkurs des Agnelli-Klubs stürzte bis zum Börsenschluss am Mittwoch um 12,7 Prozent auf 0,76 Euro ab.
Geht es nach dem Konsumentenschutzverband Codacons, bleibt der spektakuläre Vorstoß für die Initiatoren nicht ohne Folgen. Wegen des Verdachts der Marktmanipulation droht der Verband mit einer Sammelklage gegen Juventus bei der Börsenaufsicht.
"Das Projekt der Superliga ist gescheitert, es hinterlässt jedoch Schäden bei Fans und Investoren, für die die Klubs aufkommen müssen", schrieb Codacons in einer Pressemitteilung: "Das Verhalten von Juventus, AC Mailand und Inter Mailand darf nicht unbestraft bleiben."
Bereits am Dienstag war die Aktie von Manchester United um sechs Prozent nach unten gerutscht, nachdem am Montag noch Zuwächse zu verzeichnen waren.
(mit SID)
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