Der Putschversuch wurde zwar vorerst niedergeschlagen, doch "Business as usual" ist für Aleksander Ceferin undenkbar. In einer Medienoffensive kurz vor dem Halbfinale der Champions League stellte der bissige UEFA-Boss klar: Insbesondere die Rädelsführer der zwölf Super-League-Separatisten werden nicht ungeschoren davonkommen.
"Jeder muss für das, was er getan hat, Konsequenzen übernehmen - und wir können nicht so tun, als wäre nichts passiert", sagte der Präsident der Europäischen Fußball-Union (UEFA) in der englischen "Mail on Sunday". Einen Königsklassen-Ausschluss für die kommende Saison schloss der Slowene explizit nicht aus, wurde aber vor weiteren Beratungen "in den nächsten Tagen" noch nicht konkret.
Er wolle nicht von einem "Disziplinarverfahren" sprechen, aber jeder der zwölf beteiligten Top-Klubs müsse "auf unterschiedliche Art zur Verantwortung gezogen werden". Auch das UEFA-Exekutivkomitee könne Entscheidungen treffen. "Wir werden sehen. Es ist noch zu früh, um das zu sagen", äußerte Ceferin und verkündete in einem weiteren Interview mit der Welt am Sonntag: "Wenn sie zurückkehren wollen, dann müssen sie unsere Bedingungen akzeptieren."
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24/04/2021 AM 21:34
Der 53-Jährige unterteilte die zu verurteilenden Abtrünnigen in drei "sehr unterschiedliche" Gruppen: Die "English Six", die als Erste absprangen und mehr Nachsicht verdienten, die drei Nachzügler (Atletico Madrid, Inter Mailand und AC Mailand) und das Trio der Unbelehrbaren, "die denken, dass die Erde eine Scheibe ist und die Super League immer noch existiert", wie Ceferin spöttisch anfügte.

Harte Strafen wahrscheinlich

Der diesjährige Champions-League-Halbfinalist Real Madrid, Italiens Rekordmeister Juventus Turin und der FC Barcelona müssen also mit den härtesten Sanktionen rechnen. Real-Präsident Florentino Perez hatte jüngst im spanischen Radio provokant betont, die Pläne für die neue europäische Eliteliga seien mitnichten gestorben, sondern nur auf Eis gelegt.
Laut Ceferin wäre als Reaktion auf die Rebellion ebenfalls eine für die Topklubs womöglich schwerwiegende Änderung der ab 2024 greifenden Champions-League-Reform denkbar. Dass zwei der vier zusätzlichen Startplätze über eine Fünf-Jahres-Rangliste an nicht über die Liga qualifizierte Vereine gehen soll, war ja gerade für die Schwergewichte ein lukratives Zugeständnis.
Die kommenden Tage werden offenbaren, ob die tiefen Fußball-Gräben noch zugeschüttet werden können sind. Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge vom deutschen Rekordmeister Bayern München ist sich jedenfalls sicher, dass das Thema Super League "endgültig erledigt" ist, wie der 65-Jährige der "Bild am Sonntag" sagte.
Der international geschätzte Fußball-Fachmann sieht sich daher nun als "Mediator" in der Verantwortung, der sogar einen überzeugten Separatisten wie Perez noch nicht abschreibt. "Auch da wird es wichtig sein, eine Brücke zu bauen. Ich bin ein Freund des Dialogs und nicht der aggressiven Auseinandersetzung", so Rummenigge.
Der Bayern-Boss setzt zudem weiter auf ein tiefgreifendes Umdenken nach der Coronakrise. Die Devise müsse mit Blick auf den Transfermarkt lauten: "Nicht die Kosten noch weiter aufpumpen, sondern reduzieren! Kleinere Brötchen backen, was Spielergehälter und Beraterhonorare betrifft. Und uns in Europa mit einer Gehaltsdeckelung wie dem Salary Cap in den US-Profiligen beschäftigen."
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