Champions League - Nächstes Debakel für den FC Barcelona: Koemans Team geht gegen Benfica unter

Die Situation des FC Barcelona wird immer prekärer: Nachdem die Blaugrana bereits im ersten Champions-League-Spiel gegen den FC Bayern eine deutliche Pleite hinnehmen mussten (0:3), setzte es bei Benfica in Lissabon die nächste 0:3-Klatsche. Darwins Doppelpack (3., 79.) und Rafa Silva (69.) besiegelten das Schicksal der Katalanen, denen nun ein vorzeitiges Aus in der Königsklasse droht.

Frenkie de Jong

Fotocredit: Imago

Benfica erwischte den perfekten Start und ging mit dem ersten Angriff direkt in Führung. Nach einem starken Ball von Julian Weigl marschierte Darwin Núnez über den linken Flügel, ließ Eric García aussteigen und vollendete ins kurze Eck (3.). Nur zwei Minuten später tauchte Roman Yaremchuk frei im Sechzehner auf, scheiterte jedoch an Marc-André ter Stegen.
Nach elf Minuten hatte Barcelona die Riesenchance zum Ausgleich, als Pedri seinen Teamkollegen Frenkie de Jong bediente, der frei vor Odysseas Vlachodimos auftauchte und noch zu Luuk de Jong querlegte. Der Niederländer scheiterte jedoch vor dem freien Tor und wurde von Lucas Verissimo geblockt. Pedri versuchte es aus der zweiten Reihe, weil sich ihm keine Anspielstation bot, verfehlte das linke Eck jedoch knapp (18.).
Immer wieder liefen die gefährlichen Angriffe der Katalanen über Pedri. Zunächst suchte er mit seiner Hereingabe Memphis Depay, doch Vlachodimos klärte vor dem Elftal-Star (29.). Eine Minute später köpfte Frenkie de Jong eine Pedri-Hereingabe zu Luuk de Jong, der frei vorm Tor den Ball nicht richtig traf und die nächste Großchance vergab.
Auch im zweiten Durchgang erwischte Benfica einen besseren Start. Zweimal inszenierte Weigl eine Großchance. Zunächst schickte er Núnez auf die Reise, der frei vor ter Stegen auftauchte, allerdings vorbeischoss, zuvor stand der Uruguayer jedoch sowieso im Abseits (50.). Kurz darauf spielte Weigl einen langen Pass in die gegnerische Hälfte, den ter Stegen 30 Meter vor seinem Kasten klären wollte. Núnez war jedoch schneller am Ball, umkurvte den deutschen Schlussmann, traf aus der Distanz jedoch nur den Außenpfosten (52.).
17 Minuten später sollte es aber dennoch ein zweites Mal im Kasten ter Stegens klingeln: Nach einem starken Doppelpass mit Yaremchuk tauchte Joao Mário frei vor dem ehemaligen Gladbacher auf, scheiterte zunächst am Schlussmann, der das Leder allerdings genau vor die Beine von Rafa Silva abwehrte, der sich aus elf Metern wiederum nicht bitten ließ und den Ball unter die Latte hämmerte (69.).
Hinten raus fielen die Katalanen komplett auseinander. Nach einer Flanke köpfte Gilberto den Ball aufs Tor, doch Barcelona-Rechtsverteidiger Sergino Dest wehrte den Versuch aus kürzester Distanz mit seiner Hand ab. Eine wirkliche Absicht lag nicht vor, dennoch verhinderte er eine klare Torchance, weshalb sich Schiedsrichter Orsato die Szene noch einmal selbst anschaute und dann auf Elfmeter entschied, den Núnez zum 3:0 verwandelte (79.). Kurz vor dem Ende verschätzte sich García in einem Zweikampf mit Goncalo Ramos und hielt den Portugiesen in der Folge von hinten fest. Dafür sah der junge Spanier noch die Gelb-Rote Karte (88.).

Die Stimmen zum Spiel:

Jorge Jesus (Trainer Benfica Lissabon): “Wir sind ein starkes Team und haben sehr hochklassige Spieler in unseren Reihen. Man muss wirklich die fantastische Leistung meines Teams hervorheben und den klasse Support von den Rängen. Wir sind in fantastischer Form und konnten uns erneut Selbstvertrauen holen. Taktisch haben wir sehr gut agiert. Wir haben die Aktionen dominiert, meistens auch ohne Ball, weil das auch zu Barcelonas Philosophie gehört. Es war wichtig, dass ihr letzter Pass nicht ans Ziel kommt, das haben wir trainiert und heute sehr stark umgesetzt.”
Darwin Núnez (Benfica Lissabon): “Es ist ein fantastisches Gefühl, zum Man of the Match gewählt worden zu sein, doch der Sieg fürs Team ist viel wichtiger. Es war unser erstes Heimspiel und es war nicht einfach, aber das wussten wir vorher. Aber wir wollten es ihnen auch so schwer wie möglich machen, gegen uns zu spielen. Wir waren bereit, mit allem, was wir haben zu verteidigen. [...] Es ist ein Traum für mich, gegen ein Team wie Barcelona zu spielen und zu treffen. Es war ein fantastischer Moment, aber ich möchte mich bei meinen Teamkollegen bedanken, die mich unterstützt haben.”
Ronald Koeman (Trainer FC Barcelona): “Das Ergebnis ist hart zu akzeptieren. Das Ergebnis spiegelt auch nicht das Spiel wieder, was wir gezeigt haben. Trotz des schnellen Gegentors haben wir bis zum 2:0 gut gespielt. Wir hatten klare Chancen Tore zu erzielen. So hättest du den Spielverlauf selber ändern können.”
Frenkie de Jong (FC Barcelona): “Es ist eine schwierige Situation. Sie haben ihr erstes Tor sehr früh erzielt, dann wird es immer schwer. In der ersten Hälfte haben wir uns nicht schlecht präsentiert, wir haben gefährliche Chancen kreiert, aber keine verwandelt. Nach dem zweiten Tor haben wir zu weit aufgemacht und wirklich nicht gut gespielt. Wir waren eigentlich von Beginn an fokussiert, dann war es einfach ein unglücklicher Moment mit dem Gegentor, das dürfen wir aber nicht so einfach kassieren.”

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Viel Ballbesitz, wenig Ertrag

Am Ende der Partie stehen für Barcelona 60 Prozent Ballbesitz zu Buche, dennoch kann man von einem verdienten Sieg der Portugiesen sprechen. Die Katalanen wussten kaum etwas mit ihrer optischen Dominanz anzufangen und hatten große Probleme, den kompakten Defensivverbund von Benfica zu überspielen. Trotz der größeren Spielanteile kommt Benfica auf mehr Abschlüsse und gefährlichere Chancen. Für Barcelona bedeutet dies die zweite 3:0-Pleite in Folge in der Champions League.

Die Statistik: 1

Die 1 hat sogar mehrere Bedeutungen für die Portugiesen nach dem heutigen Abend. Zum einen konnten sie nach drei Jahren mal wieder das erste Heimspiel einer Champions League Saison gewinnen. Außerdem war es der erste Sieg gegen den FC Barcelona in der Champions League, zuvor gab es zwei Remis und zwei Niederlagen, zudem erzielten sie zum ersten Mal ein Tor gegen die Katalanen in der Königsklasse.
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Quelle: Perform

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