Julian Nagelsmann nahm bei seinem Debüt als Bayern-Trainer auf internationaler Bühne zwei personelle Änderungen vor im Vergleich zum 4:1 in Leipzig: Für Serge Gnabry und Lucas Hernández (beide Bank) spielten Jamal Musiala und Niklas Süle.
Für den FC Barcelona war es Spiel eins in der Königsklasse nach dem Wechsel von Lionel Messi. Für die Katalanen war es ein Kaltstart, das letzte Pflichtspiel fand am 29. August statt (2:1 gegen Getafe). Im Vergleich dazu nahm Ronald Koeman vier Wechsel vor: Für Emerson Royal (Wechsel zu Tottenham), Antoine Griezmann (Rückkehr zu Atlético Madrid), Clement Lenglet (Bank) und Martin Braithwaite (Knie-OP) spielten Gerard Piqué, Eric Garcia, Pedri und Luuk de Jong. Für den Ex-Gladbacher war es zugleich die Premiere im Barça-Dress.
Die favorisierten Bayern fuhren von Beginn an ein sehr hohes Pressing, während Barcelona auf schnelle Gegenstöße setzte. Memphis Depay ließ sich immer wieder in die Halbräume fallen, um das Spiel anzukurbeln. Der deutsche Rekordmeister hatte in der Anfangsphase durchaus Probleme mit dem eigenen Spiel, Koeman überraschte mit einer Fünferkette in der Abwehr. Bei den Münchnern fehlte in der Anfangsphase der Druck auf den ballführenden Spieler, sodass sich Barcelona immer wieder befreien konnte.
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Lewandowski bekennt sich zum FC Bayern - Ansage an Haaland und Co.
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Die ersten Minuten waren von viel Taktik geprägt, ehe die Bayern die Zügel anzogen. Leroy Sané prüfte Marc-André ter Stegen per Dropkick, der deutsche Nationalspieler reagierte blitzartig (19.). Im weiteren Verlauf kamen die Gäste besser ins Spiel, das Gegenpressing funktionierte von nun an besser. Die Katalanen waren insbesondere über die linke Seite aktiv und mit Memphis Depay immer für einen besonderen Moment gut.
Dennoch arbeiteten die Bayern immer mehr an der Führung und wurden schließlich auch belohnt: Thomas Müllers Schuss aus rund 20 Metern wurde unhaltbar von Garcia zum 1:0 abgefälscht (34.). Nach dem Führungstreffer dominierte Bayern das Geschehen, die Blaugrana ließen sich immer weiter zurückdrängen.
Im zweiten Durchgang drängten die Bayern schnell auf das 2:0. Zunächst scheitere noch Leroy Sané an einem überragenden ter Stegen (52.), ehe Robert Lewandowski einen Pfosten-Abpraller von Musiala über die Linie drückte (56.). Die Bayern waren auch danach sehr präsent und klar überlegen, gegen ein Barcelona, das nur noch reagierte. Koeman nahm mit Sergio Busquets früh den Kopf der Mannschaft vom Platz (59.).
Auch im weiteren Verlauf war Bayern spielbestimmend, muss sich aber den Vorwurf gefallen lassen, das Spiel bei dieser Überlegenheit nicht früher entschieden zu haben. Barcelona stellte in der Schlussphase auf das gewohnte 4-3-3 um, Koeman brachte einige junge Akteure, die mutig und furchtlos nach vorne spielten. Auf der anderen Seite nahm Bayern das Tempo raus ohne die Kontrolle zu verlieren. Immerhin verkaufte sich die junge Mannschaft der Katalanen in den letzten 25 Minuten sehr ordentlich, musste jedoch kurz vor Schluss das 3:0 hinnehmen. Wieder war es Lewandowski, der einen Pfosten-Abpraller eiskalt ausnutzte und den Schlusspunkt setzte (85.).
Für den FC Barcelona geht es erst kommenden Montag in La Liga mit dem Heimspiel gegen den FC Granada weiter. Die Bayern empfangen am Samstag (15:30 Uhr) den VfL Bochum zum 5. Bundesliga-Spieltag.

Die Stimmen zum Spiel:

Thomas Müller (FC Bayern München): "Wir haben am Anfang einen Fehler gemacht in unserer Statik, wollten auf der rechten Seite höher stehen. Aber das haben wir in der Halbzeit dann angepasst. Mitte der ersten Halbzeit lief es besser, wir haben wenig zugelassen und hätten sicherlich ein bis zwei Tore mehr machen können. Wenn man hier gewinnt, ist das natürlich ein Signal. Gegen Barcelona treffe ich gerne. Ich habe mich in dem Raum freigemacht, dann ist die Kette von Barcelona zurückgefallen und ich dachte: 'So, jetzt schieße ich mal auf Tor'."
Joshua Kimmich (FC Bayern München): "Wir sind nicht leicht ins Spiel gekommen, speziell die erste Halbzeit war sehr intensiv. Je länger das Spiel ging, desto mehr haben wir die Kontrolle übernommen. Nichtsdestotrotz hätten wir das Spiel noch höher gewinnen können. Wir haben den Ball ganz ordentlich laufen gelassen, obwohl uns ein paar zu viele einfache Fehler passiert sind. Sonst hätten wir es noch einfacher gestalten können. Unterm Strich können wir zufrieden sein. Wir hatten einige Abspielfehler, die hätten wir vermeiden können. Es war sehr schwül, wir hätten uns leichter tun können. Wir haben erst zweimal souverän gewonnen, wir hatten auch in dieser Saison schon wilde Spiele dabei. Die Tendenz ist sehr gut, es wird von Spiel zu Spiel besser."

Das fiel auf: Bayern mit Anfangsproblemen gegen Barcas 5-3-2

Ohne Lionel Messi ließ Ronald Koeman Barcelona in einem ungewohnten 5-3-2 agieren. Der FC Bayern schien dadurch überrascht, kam anfangs nicht zum Zug. Auch das sonst so gefürchtete Gegenpressing funktionierte eher suboptimal, sodass sich Barcelona immer wieder befreien konnte. Erst nach der Anfangsphase erspielten sich die Bayern ein Übergewicht, kamen zur Führung und wurden danach ihrer Favoritenrolle gerecht.

Tweet zum Spiel:

Ein mittlerweile gewohntes Bild: Thomas Müller bejubelt einen eigenen Treffer gegen den FC Barcelona. Schon beim historischen 8:2 trug sich der 32-Jährige doppelt in die Torschützenliste, auch damals eröffnete er den Torreigen. In seinem sechsten Einsatz gegen die Katalanen traf Müller bereits zum siebten Mal, hinzukommen zwei Vorlagen. Lediglich bei der 3:0-Niederlage 2015 blieb Müller ohne Scorerpunkt.

Die Zahl zum Spiel: 23

Thomas Müllers 1:0 war gleichbedeutend mit einem neuen FCB-Vereinsrekord. Der FC Bayern traf damit im 23. CL-Spiel in Folge, das war zuvor noch nie gelungen. Doch diese Bestmarke soll natürlich nicht das Ende der Fahnenstange bedeuten. Schon in den kommenden Spielen gegen Kiew und Benfica Lissabon kann Bayern diesen Rekord ausbauen.
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