Bayern-Coach Julian Nagelsmann nahm gegenüber dem 4:1-Sieg in Freiburg drei personelle Startelfveränderungen vor. Er brachte Alphonso Davies, der nach überstandener Herzmuskelentzündung erstmals seit Dezember vergangenen Jahres wieder zum Einsatz kam, Jamal Musiala und Serge Gnabry. Tanguy Nianzou, Leon Goretzka sowie Leroy Sané mussten zunächst auf die Bank. Corentin Tolisso, der sich gegen die Breisgauer einen Muskelfaserriss zuzog, stand den Münchnern nicht zur Verfügung.
Der amtierende deutsche Meister hatte gegen Villarreal von Beginn an große Schwierigkeiten, sich in gute Abschlusspositionen zu bringen. In der achten Minute gab es den Nackenschlag für den Favoriten aus der Isarmetropole. Die Hausherren trafen nach einer sauberen Kombination durch Arnaut Danjuma, der bereits zum sechsten Mal in dieser Champions-League-Saison traf.
Die Münchner fanden gegen ein dicht gestaffeltes 4-4-2 nur selten Freiräume. Im Ballvortrag fehlte es ihnen an der notwendigen Kreativität, um die letzte Reihe zu überspielen. Dabei half auch die vorübergehende Umstellung in Minute 31 nichts, als Nagelsmann und sein Assistent Dino Toppmöller Gnabry und Davies mitteilten, dass es in einem 4-3-3 weitergeht.
Bundesliga
Droht jetzt die Tribüne? Drei Szenarien für Gnabrys Zukunft
GESTERN AM 16:48
Das "Gelbe U-Boot" hatte zwar weniger Ballaktionen als der FCB, wusste mit dem Spielgerät aber mehr anzufangen und erarbeitete sich ein leichtes Chancenplus. Mit dem knappen Vorsprung ging es in die Pause.
Nach einer aus Bayern-Sicht äußerst enttäuschenden ersten Halbzeit stellte Nagelsmann seine für wenige Minuten präferierte Dreier- wieder auf eine Viererkette um. Die ersten Minuten nach dem Seitenwechsel waren war ziemlich ausgeglichen, mit zunehmender Dauer wurden die Spanier allerdings immer gefährlicher und vergaben einige Großchancen.
In der 53. Minute knallte Gerard Moreno aus der zweiten Reihe an den Querbalken, vier Minuten später blockte Davies in höchster Not gegen Moreno, der weitere vier Minuten später nach einem haarsträubenden Fehlpass von Manuel Neuer von der Mittellinie knapp das leere Tor verfehlte. Wieder nur vier Minuten später zögerte Danjuma in aussichtsreicher Abschlussposition zu lange, sodass Dayot Upamecano seinen Schuss blockte.
Der Bundesligist kam im zweiten Durchgang zwar einge Male zum Abschluss, viel Zwingendes war aber nicht dabei. Da er weiterhin große Probleme damit hatte, die stabile gegnerische Hintermannschaft zu bezwingen, versuchte es der FCB größtenteils aus der zweiten Reihe und blieb dabei erfolglos. Ebenso wie der eingewechselte Alfonso Pedraza, der drei Minuten vor Schluss eine dicke Chance aufs 2:0 vergab.
Villarreal muss sich durchaus vorwerfen lassen, den FC Bayern nicht höher bezwungen zu haben, um sich so in eine relativ komfortable Ausgangslange fürs Rückspiel am kommenden Dienstag zu bringen.

Die Stimmen zum Spiel:

Julian Nagelsmann (Trainer FC Bayern München): "Wir haben verdient verloren. Wir waren heute nicht gut. In der ersten Halbzeit haben wir in der Abwehr nicht gut gestanden und hatten zu wenig Chancen. Die zweite Halbzeit war ein völlig wildes Spiel. Wir haben die Kontrolle aufgegeben, weil wir unbedingt ein Tor erzielen wollten, aber wir hätten noch zwei weitere kassieren können."
Thomas Müller (FC Bayern München): "Wir nehmen das 1:0 hin. Wir wissen, dass es viel schlimmer hätte kommen können. Wir müssen dem Gegner großen Respekt zollen. Jetzt müssen wir uns für das Rückspiel wieder aufraffen und zurückschlagen."
Joshua Kimmich (FC Bayern München): "In der ersten Halbzeit waren wir überhaupt nicht im Spiel. In der zweiten haben wir mehr riskiert, aber dann wurde es ziemlich wild. Wir müssen ehrlich sein und sagen, dass wir mit dem 1:0 gut davongekommen sind."
Giovani Lo Celso (FC Villarreal): "Villarreal ist eine hungrige Mannschaft. Selbst gegen eine der besten Mannschaften der Welt haben wir, auch wenn wir bescheiden sind, eine großartige Leistung gezeigt. Und ehrlich gesagt hätte das Ergebnis höher ausfallen müssen."
Dani Parejo (FC Villarreal): "Das war eine Top-Leistung. Wir wussten, wie man leidet. Wir haben gut angegriffen und Bayern hat auf der anderen Seite nur selten klare Chancen herausgespielt. Wir haben eine der besten Mannschaften der Welt besiegt."

Der Tweet zum Spiel:

Rechnet man die Spiele beim Finalturnier in Lissabon hinzu, war es gar die erste Auswärtspleite nach 25 Partien.

Das fiel auf: Lewandowski komplett abgemeldet

Weltfußballer Robert Lewandowski blieb gegen das "Gelbe U-Boot" blass. In der ersten Halbzeit hatte der polnische Stürmer lediglich 13 Ballkontakte und kam kein einziges Mal zum Abschluss. Allerdings wurde er auch zu selten mit aussichtsreichen Bällen gefüttert. Auch im zweiten Abschnitt war er kaum ins Spiel eingebunden. Er legte 16 Ballaktionen drauf und feuerte einen Schuss ab. Trotz seiner wenigen Aktionen mit dem Spielgerät am Fuß leistete sich Lewy sieben Ballverluste. Es lässt sich resümieren: Es war nicht der Abend des Robert Lewandowski.

Die Statistik: 0

Der FC Bayern blieb in der Königsklasse erstmals seit Dezember 2020 ohne Schuss aufs Tor in Halbzeit eins. Damals standen beim deutschen Rekordmeister gegen Atlético Madrid (1:1) vor der Pause ebenfalls keine Schüsse aufs Ziel auf der Habenseite.
Das könnte Dich auch interessieren: Riesenärger bei Augsburg-Sieg gegen Mainz - Schiedsrichter gibt Fehler zu

Fan-Aufreger: Dieser Elfmeter ist voll für den A...

Bundesliga
"Druck wird größer": Bayern-Saisonstart mit Hindernissen
GESTERN AM 13:35
Bundesliga
Klartext von Hoeneß: Barça kann sich Lewandowski-Angebote sparen
29/06/2022 AM 16:38