Gérald Darmanin sagte auf einer Pressekonferenz am Montag zu den Ereignissen vor dem Stade de France am Samstag: "Diese Probleme gibt es nur im Fußball bei bestimmten englischen Vereinen."
Die Anwesenheit so vieler britischer Fans ohne Eintrittskarten habe es schon einmal gegeben, vor allem 2019 in Madrid. "Und das führte zu ähnlichen Schwierigkeiten"; sagte Darmanin weiter und ergänzte: "Die gleichen Probleme gab es vergangenes Jahr in Wembley (beim Finale der Euro 2020, Anm. d. Red.): Das Verhalten, die Desorganisation und ein riesiger Markt für gefälschte Tickets."
Beim Champions-League-Finale 2019 standen sich in Madrid der FC Liverpool und Tottenham Hotspur gegenüber. Die Reds gewannen 2:0 und holten ihren ersten Champions-League-Titel seit 2005.
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Trainer 2019 wie heute: Jürgen Klopp. Diesem gab der französische Innenminister nun eine Teilschuld an dem Chaos, das nach Ergebnissen der französischen Regierung vor allem auf einen große Anzahl gefälschter Tickets zurückzuführen ist. "Ich erinnere Sie daran, dass der Trainer von Liverpool vor ein paar Tagen die Fans aufgerufen hat, auch ohne Tickets nach Frankreich zu kommen", sagte Darmanin.

Klopp: "Paris ist groß genug"

Kurz vor dem Ende der Premier-League-Saison hatte Klopp zum Problem, der zu den wenigen Tickets für das Champions-League-Finale, gesagt: "Das ist das Einzige, was an der Reise schlecht ist. Es ist gewaltig, was sie verlangen. Ich hoffe wirklich, dass sie es alle irgendwie schaffen und eine unglaubliche Atmosphäre schaffen - natürlich werden sie das. Das ist schön."
Klopp weiter: "Wenn man also kein Ticket bekommt - ich will die Leute nicht nach Paris einladen, aber dieses Mal ist es groß genug." Beim Europa-League-Finale 2016 in Basel habe die Schweiz laut dem 54-Jährigen angesichts der Fanmassen aus Liverpool die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, doch Paris sei dafür groß genug.
"Paris ist groß genug, um es ohne Ticket zu besuchen und sich zu amüsieren. Benimm dich, aber sei in der bestmöglichen Stimmung", gab er seinen reisefreudigen Anhängern mit auf den Weg.

Darmanin: "Ein kleiner Teil kollidierte mit unserem Sicherheitssystem"

Und diese kamen zahlreich in die französische Hauptstadt, um die Reds zu unterstützen. "Wir hatten es mit zehntausenden britischen Fans zu tun, von denen ein Teil sich an die Regeln hielt und Eintrittskarten kaufte oder in die spezielle Fanzone ging. Zehntausende Fans waren ohne Probleme in der Fanzone. Sie haben sich an die Regeln gehalten", lobte Darmanin den Großteil der "Reds"-Gemeinde.
Doch offenbar hatte nicht alle Klopps Ratschlag erreicht. "Es gab einen kleineren, aber aktiven Teil, der mit unserem Sicherheitssystem kollidierte", erklärte der Innenminister.
Folge dieser "Kollisionen" waren insgesamt über 200 Fans, die rund um das Champions-League-Finale medizinisch betreut werden mussten. 105 wurden in Gewahrsam genommen, 39 davon in Haft.
Hinzu kamen zahlreiche enttäuschte Fans, die trotz gültiger Karten nicht ins Stade de France kamen. Sportministerin Amelie Oudea-Castera erklärte auf der Pressekonferenz, dass die französischen Behörden die rund 2700 Fans mit gültigen Tickets, die das Stadion wegen der Probleme nicht betreten konnten, bedauerten. Sie schlug vor, diese Zuschauer zu entschädigen.
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