Paris Saint-Germain - Der "Prinz" zu Gast bei Königen: Warum sich alles auf Kylian Mbappé konzentriert
Am Montag machten Meldungen die Runde, wonach Kylian Mbappé womöglich im Achtelfinal-Rückspiel gegen Real Madrid ausfallen könnte. Mittlerweile kristallisiert sich heraus, dass der Franzose wohl doch rechtzeitig fit wird. Da PSG sich derzeit nicht auf ihre beiden anderen Superstars Lionel Messi und Neymar verlassen kann, ist Mbappé der personifizierte Hoffnungsschimmer. Doch das birgt Risiken.
Kylian Mbappé traf im Hinspiel zum entscheidenden 1:0
Fotocredit: Getty Images
Die hochbegabten Fußballer von Real Madrid schienen sich vor drei Wochen ein zweites Standbein für die Zeit nach der Arbeit am runden Kunstleder aufbauen zu wollen: Maurer. 93 Minuten lang gaben die Protagonisten ein durchaus brauchbares Gesellenstück ab, ehe Kylian Mbappé die ganze schöne Arbeit mit einem herausragenden Dribbling und einem Abschluss einriss.
Es war der Einzelaktion eines Ausnahmekönners zu verdanken, dass die drückende Überlegenheit Paris Saint-Germains doch noch mit dem entscheidenden 1:0 gekrönt wurde, die beste Chance hatte zwischenzeitlich Lionel Messi vergeben, indem er vom Elfmeterpunkt an Real-Keeper Thibaut Courtois gescheitert war.
Für das Herausholen des Strafstoßes hatte - ebenso wie für die meisten Tormöglichkeiten im Vorfeld – Mbappé verantwortlich gezeichnet.
Selbst die spanische Presse, die normalerweise eher mit Lobhudeleien für Spieler nicht-spanischer Klubs spart, war voll des Lobes für die Leistung des 23-Jährigen. "Wie gut ist Mbappé", titelte die "Marca", "Mundo Deportivo" zeilte unter dem Bild des siegbringenden Moments: "So gewinnt Mbappé". Den Mann des Abends hatte die katalanische Zeitung indes als "einzigen Prinzen" im Prinzenpark ausgemacht.
Presse kritisiert Messi
Während sich Presse und Fußballfans vor dem ehemaligen Monaco-Angreifer verneigten, fristeten die beiden anderen Superstars Neymar und Messi ein Schattendasein. Für den Brasilianer, der Mbappés Tor einleitete, reichte es lediglich zu einem Kurzeinsatz, Ballon-d’Or-Sieger Messi sah sich mit reichlich Kritik konfrontiert. "Weit entfernt" von seinen Darbietungen beim FC Barcelona sei La Pulga laut "Mundo Deportivo", der italienische "Corriere dello Sport" schrieb kurz und bündig: "Messi floppt".
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Lionel Messi von Paris Saint-Germain
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Wie es derzeit um das Pariser Spiel bestellt ist, wenn Mbappé nicht zur Verfügung steht, stellte die Mannschaft von Mauricio Pochettino bei ihrer Generalprobe für das zweite Aufeinandertreffen mit Real beim OGC Nizza am Samstag unter Beweis. Lediglich zwei Schüsse aufs Tor brachte der aktuelle Tabellenführer, bei dem sowohl Messi als auch Neymar in der Startelf standen, ohne den gelbgesperrten Mbappé zustande, am Ende hieß es 0:1 aus Sicht der Hauptstädter.
Kein Wunder, dass die Anhänger des neureichen Klubs von der Seine erst einmal schlucken mussten, als am Montagnachmittag Meldungen die Runde machten, wonach Mbappé im Rückspiel gegen Madrid möglicherweise ausfallen könnte, nachdem er im Training einen Schlag auf den Fuß bekommen hatte.
Ohne den Prinzen bei den Königlichen, die immer in der Lage sind, ein 0:1 aufzuholen und am Wochenende beim 4:1 über Real Sociedad reichlich Selbstvertrauen getankt haben? Ein schwieriges Unterfangen. Am Dienstag mehrten sich jedoch die Hinweise, dass Mbappé wohl doch spielen kann, zudem gab PSG seinen Kader für die Reise in die spanische Hauptstadt später offiziell bekannt: Mbappé ist mit von der Partie.
Alle Augen auf Mbappé
Im Bernabéu werden also alle Augen auf ihn gerichtet sein. Nicht nur, weil er den stolzen Blancos im ersten Aufeinandertreffen wehgetan hat, sondern vor allem, weil man womöglich einen künftigen Real-Spieler bestaunen darf. Seit Monaten ranken sich Gerüchte um einen möglichen Wechsel Mbappés nach Madrid. Obwohl PSG, bekanntlich dank katarischem Geld wirtschaftlich hervorragend aufgestellt, mit lukrativen Verlängerungsangeboten lockt, soll der Weltmeister von 2018 sich übereinstimmenden Medienberichten zufolge für einen ablösefreien Transfer entschieden haben.
Auf der iberischen Halbinsel würde man den pfeilschnellen Edeltechniker freilich mit offenen Armen empfangen. Luka Modric sagte im Vorfeld des Krachers: "Wir alle wollen mit großartigen Spielern spielen und Mbappé ist einer davon. Natürlich würde ich gerne mit ihm in einer Mannschaft spielen. Mal sehen, was passiert." Auch Ancelotti und Mbappés Landsmann Karim Benzema hatten in der Vergangenheit wenig subtil um den Angreifer geworben.
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Kylian Mbappé (l.) und Karim Benzema
Fotocredit: Getty Images
Mit seiner Leistung im Hinspiel und diversen Aussagen hatte Mbappé unterstrichen, dass sein Fokus voll und ganz auf seinem Noch-Arbeitgeber liegt. Dass ein Großteil der Last - trotz der enormen Erfahrung und Qualität in der Mannschaft der Pariser - auf seinen Schultern lastet, birgt gegen eine Weltklasse-Mannschaft wie Real durchaus Risiken.
Mbappé benötigt in der Offensive die bestmögliche Unterstützung von Neymar und Messi. Die beiden Routiniers sind nun vielleicht sogar noch mehr gefordert als derjenige, auf den sich alles konzentriert. Das Duo muss aus dem Schatten treten und demonstrieren, dass es sich bei den jüngsten Darbietungen lediglich um eine Talsohle handelt. Wenn nicht jetzt, wann dann?
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