Real Madrid: Präsident Florentino Pérez zieht über "Wahnsinn" bei PSG, ManCity und Co. her

Florentino Pérez, Präsident von Real Madrid, hat gegenüber "Radio Marca" gegen die von Staaten finanziell unterstützten europäischen Top-Teams geätzt. Es gäbe momentan einen "Wahnsinn bei Klubs, die Staaten gehören und die keine Spieler verkaufen". Der Real-Präsident spielte damit offensichtlich auf Paris Saint-Germain an, das Kylian Mbappé im Sommer nicht in Richtung Spanien hat ziehen lassen.

Florentino Pérez ist seit 2009 zum zweiten Mal Präsident von Real Madrid

Fotocredit: Getty Images

Zuvor hatte Pérez auf einer Delegiertenversammlung vor der Mitgliederversammlung am Samstag über den Fortschritt bei den Umbaumaßnahmen des Estadio Santiago Bernabéu berichtet. Der Traditionsverein muss hierfür laut "Marca" möglicherweise 225 Millionen Euro mehr Kredit aufnehmen als bisher geplant.
Gegenüber "Radio Marca" holte Pérez anschließend zum Rundumschlag gegen Paris Saint-Germain, Manchester City und Newcastle United aus. Ohne die Klubs konkret zu nennen, machte der 74 Jahre alte Bauunternehmer deutlich, was er vom Sponsoring aus Katar, Abu Dhabi und Saudi-Arabien hält: nichts.
"Wir müssen unsere Verträge erfüllen und wir versuchen, gute Spieler zu holen, die besten. Aber man muss sie auch bezahlen können. Heutzutage bietet man 200 Millionen Euro, aber sie verkaufen sie dir nicht", meinte Pérez leicht angesäuert.
Der Real-Präsident spielte damit ganz offensichtlich auf die Verhandlungen mit PSG über Kylian Mbappé im vergangenen Sommer an. Real hatte versucht, den französischen Nationalspieler ein Jahr vor Vertragsende in Paris nach Madrid zu holen. Dabei soll das Startgebot schon bei 160 Millionen Euro gelegen haben. PSG lehnte ab, Mbappé kann nun 2022 ablösefrei zu Real Madrid wechseln - wenn er denn möchte.

Pérez sagt neureichen Klubs den Kampf an

"Wenn die Verträge auslaufen, ist es besser, aber im Moment gibt es diesen Wahnsinn bei Klubs, die Staaten gehören und die keine Spieler verkaufen", meinte Pérez.
PSG ist seit 2011 im Besitz der staatlichen Shareholder-Organisation Qatar Sports Investments (QSI). Manchester City gehört der City Football Group, an der die Abu Dhabi United Group Investment & Development Limited 86,21 Prozent und die China Media Capital Football Holdings Limited 13,79 Prozent hält. 2021 übernahm ein Konsortium Newcastle United, an dem der saudi-arabische Staatsfond Public Investment Fund 80 Prozent hält.
Er selbst kämpfe dagegen an, "weil es aufs Management ankommt und nicht aufs Geld, dass dir von außen gegeben wird".

Pérez offeriert steile Thesen

Es werde seiner Einschätzung nach jedoch nicht mehr lange dauern, "dann werden die ersten 30 Klubs in Europa im Besitz von Staaten sein". Das sei "nicht das Prinzip der europäischen Gemeinschaft", so Pérez.
Pérez verteidigte derweil weiter Reals Pläne zur Super League, in dem er einen historischen Bezug zum ehemaligen Real-Präsidenten Santiago Bernabéu herstellte. "1955 waren wir in der gleichen Situation, als der Pokal der Landesmeister ins Leben gerufen wurde", argumentierte der heutige Real-Boss.
Auch hier bemühte Pérez die Argumentation vom Prinzip der europäischen Gemeinschaft, "nämlich das der Solidarität, des Wettbewerbs und des Fairplay". Man müsse den Laden in Ordnung bringen "und dafür kämpfe ich". Wie genau die Super League nach diesen Prinzipien funktionieren soll, blieb allerdings sein Geheimnis.
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Quelle: Perform

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