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VfL Wolfsburg verliert beim FC Sevilla und ist jetzt Gruppenletzter in der Champions League
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Publiziert 23/11/2021 um 22:57 GMT+1 Uhr
Der VfL Wolfsburg hat in der Champions League 0:2 (0:1) beim FC Sevilla verloren - jetzt droht das Europacup-Aus. Joan Jordán (13.) und Rafa Mir (90.+7) trafen Der VfL (5 Punkte) rutschte auf den letzten Platz der Gruppe G ab und braucht im Heimspiel gegen OSC Lille (8) einen Sieg, um das Achtelfinale zu erreichen. Kurios: In der Europa League (bei Platz 3) können die Wölfe gar nicht mehr landen.
Lukas Nmecha (l.) - FC Sevilla vs. VfL Wolfsburg
Fotocredit: Getty Images
Der VfL musste ohne seinen Kapitän Koen Casteels beginnen, da der Stammtorwart sich mit Corona infiziert hat. Dafür feierte Pavao Pervan sein Debüt in der Champions League. Auch Renato Steffen fiel verletzungsbedingt aus. Sevilla-Trainer Julen Lopetegui nahm vier Wechsel im Vergleich zum Wochenende vor und schickte unter anderem Ivan Rakitic, Torschütze beim 1:1 im Hinspiel, von Beginn an aufs Feld.
Sevilla machte früh Druck, die in der Königsklasse bislang sieglosen Andalusier beherrschten weitgehend das Spielgeschehen und ließen die Gäste kaum zur Entfaltung kommen. Alejandro Gomez tanzte Ridle Baku aus und drang in den Sechzehner des VfL ein. Aster Vranckx brachte den Argentinier zu Fall - für einen Elfmeter zu wenig (9.). Die anschließende Ecke fand Sevilla-Verteidiger Jules Koundé, der den Ball aber nur auf Pervan köpfte (10.).
180 Sekunden später war der 34-Jährige jedoch geschlagen. Nach einer Flanke des Ex-Schalkers Rakitic war Joan Jordan per Kopf erfolgreich (12.). Sichtlich verärgert wühlte Trainer Florian Kohfeldt in den Taschen seines Sakkos, einen frühen Rückstand hatte der 39-Jährige unbedingt vermeiden wollen.
Das frühe Pressing der Andalusier, die in der ersten Hälfte 64 Prozent Ballbesitz verzeichneten, bereitete den Wölfen starke Probleme. Nur ab und zu setzten die Niedersachsen Nadelstiche: Lukas Nmecha zog aus 18 Metern ab, Sevilla-Keeper Yassine Bono lenkte den Schuss an die Querlatte (23.).
Die Wolfsburger Probleme nahmen auch nach dem Seitenwechsel nicht ab. Wie schon in den ersten 45 Minuten krankte das Spiel des von 400 Fans nach Spanien begleiteten Bundesliga-Sechsten an ungenauem Passspiel und Ideenlosigkeit in der Offensive. Sevilla-Coach Lopetegui konnte das Geschehen im Stadion Ramón Sánchez Pizjuán durchaus gelassen verfolgen.
Immerhin gab es nun mehr Torszenen: Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld klärte Joshua Guilavogui vor Koundé (54.). Auf der Gegenseite bekam Guilavogui den Ball nach einer Flanke von Maximilian Arnold nicht aufs Tor (57.).
Pervan rettete nach einem Fehler von John Anthony Brooks gegen Gomez (61.). Vranckx tankte sich nach Zuspiel von Nmecha in den Strafraum von Sevilla und brachte sich nach ansehnlicher Finte in Position, doch ein Bein der Andalusier war dazwischen (64.).
Kohfeldt wurde immer unruhiger und reagierte in der 66. Minute: Yannick Gerhardt, an dem die Partie zumeist vorbei lief, wurde durch Maximilian Philipp ersetzt, um den Druck auf Sevilla zu erhöhen. Unterm Strich blieben die Hausherren aber gefährlicher. Nach einer Flanke von Rakitic kam Koundé per Volley zum Abschluss. Pervan sah den Ball spät, entschärfte die Situation trotzdem sicher (68.).
Die erste Aktion des ebenfalls eingewechselten Dodi Lukebakio sorgte für einen Hauch von Gefahr im Sevilla-Strafraum: Nach einer Kombination im Sechzehner auf der rechten Seite kam Arnold an der Strafraumkante zum Schuss, dieser ging jedoch vorbei (78.).
Für einen negativen Höhepunkt sorgte Nmecha, der wegen Meckerns die Gelbe Karte sah und dem VfL somit im letzten Gruppenspiel fehlen wird (90.).
In der Nachspielzeit setzte der FC Sevilla dann auch noch den Schlusspunkt: Der eingewechselte Rafa Mir schob den Ball nach einer Flanke von Lucas Ocampos, der sich zuvor auf rechts gegen zwei Wolfsburger durchgesetzt hate, sicher ein (90.+7).
Durch die Niederlage rutschte Wolfsburg (fünf Punkte) in Gruppe G zwar auf den letzten Platz ab, hat das Achtelfinale aber weiter in der eigenen Hand: Gegen Spitzenreiter OSC Lille (8) muss dafür aber ein Heimsieg her.
Der würde reichen, weil sich RB Salzburg (7) und Sevilla (6) im Parallelspiel gegenseitig Punkte wegnehmen und Wolfsburg den direkten Vergleich mit Lille nach dem 0:0 im Hinspiel mit einem Dreier in jedem Fall gewonnen hätte. Spielen Salzburg und Sevilla unentschieden, wäre Wolfsburg dank des gewonnenen Dreiervergleichs mit Salzburg und Lille sogar Gruppensieger.
Gewinnt Wolfsburg allerdings nicht gegen Lille, bleibt den Wölfen in jedem Fall nur noch Platz vier und damit das Aus in Europa. Ein Überwintern in der Europa League ist nicht mehr möglich - es heißt nur noch hopp oder topp.
Die Stimmen:
Florian Kohfeldt (Trainer VfL Wolfsburg): "Wir müssen ehrlich sein und zugeben, dass es nicht gut genug war. Natürlich spielen wir gegen eine gute Mannschaft, in der Champions League, aber wir hätten heute viel besser sein müssen, dann wäre etwas für uns drin gewesen. Wir müssen die Verantwortung übernehmen. Unser größtes Problem war der Ballbesitz: Spieler haben sich nicht angeboten, nicht freigemacht, wurden dann zu hektisch und hatten einfache Ballverluste. Dadurch laufen wir hinterher. Das war nicht gut heute."
Lukas Nmecha (VfL Wolfsburg): "Wir müssen das heute vergessen, uns auf Dortmund konzentrieren, das Momentum holen und dann im letzten Spiel hoffentlich die drei Punkte holen. Wir haben nicht gut genug gedrückt, zu einfach den Ball verloren."
Maximilian Arnold (VfL Wolfsburg): "Wir haben nichts richtig gemacht - nichts. Wir haben nicht gut mit dem Ball gespielt, und auch nicht ohne Ball. Nichts."
Joan Jordan (FC Sevilla): "Es war ein sehr wichtiges Spiel für uns. Wir wussten, welche Verantwortung wir für den Verein, für die Fans, aber auch für uns selbst hatten. Wir wussten, dass wir im Spiel gegen Lille (1:2, Anm. d. Red.) nicht gut waren. Wir brauchten diesen Sieg. Wir wussten, dass ihr Umschaltspiel sehr stark ist, sie spielen mit großer Körperlichkeit und Geschwindigkeit. Das gut zu unterbinden, war der Schlüssel. Ich bin sehr glücklich über die drei Punkte. Es ist toll, dass wir wieder mit unseren Fans verbunden sind - wir widmen ihnen den Sieg, sie waren sehr wichtig für uns."
Der Tweet zum Spiel:
Das fiel auf: Wölfe mit dem Ball zu harmlos
Der VfL Wolfsburg erspielte sich in der gesamten Partie nur eine nennenswerte Torchance, die treffenderweise aus einer Einzelaktion entstand (Lattentreffer Nmecha, 23.). Über weite Strecken war der VfL zu harmlos und wusste mit dem Ball nichts zu anzufangen. Es fehlten kreative Momente. Dazu sicherte Wolfsburg defensiv auch nicht gut genug ab und wurde immer wieder durch Sevillas aggressives Pressing aus dem Rhythmus gebracht.
Die Statistik: 1
Florian Kohfeldt musste als Trainer des VfL Wolfsburg im fünften Spiel seine erste Niederlage hinnehmen. Nach drei Siegen und einem Unentschieden waren die Wölfe gegen den FC Sevilla chancenlos. Die Andalusier dominierten die Partie und ließen dem VfL kaum Freiräume. Nun hat Wolfsburg ein Endspiel gegen LOSC Lille.
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Quelle: Perform
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