Bayern-Bosse reagieren auf Aus gegen Manchester City: Trost für Tuchel, Schelte für den Schiedsrichter

Die Bosse des FC Bayern München haben ernüchtert auf das Aus in der Champions League gegen Manchester City (0:3/1:1) reagiert, Trainer Thomas Tuchel aber trotz dessen Fehlstart gut zugesprochen. Sportvorstand Hasan Salihamidzic kritisierte derweil die Leistung des Schiedsrichter im Rückspiel als "unterirdisch". Nun werde alles der Meisterschaft untergeordnet, stellte Oliver Kahn klar.

Tuchel missfällt Tonfall bei Frage - "ManCity zweimal am Haken"

Quelle: Perform

Der FC Bayern München ist zum dritten Mal in Folge im Viertelfinale der Champions League gescheitert. Beim 1:1 im Rückspiel gegen Manchester City ließen es die Bayern erneut offensiv an Durchschlagskraft vermissen.
"Ich mache der Mannschaft keinen Vorwurf, es hat einfach nicht gereicht", sagte Vorstandsboss Oliver Kahn nach der Partie desillusioniert. Die Bayern-Bosse wollten nach dem Aus nicht beim übertragenen Streamingdienst "DAZN" sprechen, stellten sich aber später in der sogenannten "Mixed Zone" im Bauch der Allianz Arena den Fragen der wartenden Journalisten.
"Wir müssen mehr Tore machen", benannte Sportvorstand Hasan Salihamidzic klar den Malus im Spiel gegen Manchester. So sah es auch Kahn. "Wenn Du hier in Führung gehst, steigt das Selbstvertrauen. Dann wird das eine ganz enge Kiste."
Wurde es aber nicht. Seinen Anteil hatte daran laut der Bayern-Macher auch Schiedsrichter Clément Turpin (Frankreich), der mit mehreren zweifelhaften Entscheidungen gegen die Münchner für Aufsehen sorgte. "Der Schiedsrichter war unterirdisch", fasste Salihamidzic die Bayern-Meinung über den Unparteiischen zusammen. Auch Präsident Herbert Hainer sagte: "Der war mit Abstand der schlechteste Mann auf dem Platz."

FC Bayern steht zu Trainerwechsel

Dass die Bayern unter Thomas Tuchel derweil in dessen ersten sechs Spielen aus zwei Wettbewerben ausschieden, nahmen die Bosse eher stoisch zur Kenntnis. "Wir hätten uns gewünscht, dass wir gegen Freiburg (1:2 im DFB-Pokal, Anm. d. Red.) und ManCity weiterkommen", sagte Kahn: "Man hat gesehen, dass es Stellschrauben gibt - wir sind total überzeugt, dass wir mit Thomas Tuchel früher oder später wieder da sind, wo wir hinwollen: ganz oben."
So sei es kein Fehler gewesen, Julian Nagelsmann zu entlassen. "Auf gar keinen Fall", sagte Salihamidzic: "Wir stehen alle dahinter, wir haben das mit bestem Wissen und Gewissen getan - und würden es wieder tun. Man sieht jetzt, dass es besser ist. Wir haben einen Schritt nach vorne gemacht. Der Trainer macht einen sehr guten Job."
So sah es auch Hainer. "Thomas Tuchel kann nicht Hand auflegen und alles ist besser. Heute hat man gesehen, dass wir keinen Deut schlechter waren als City. Auch in der letzten Saison hatten wir diese Inkonstanz, das Potenzial wurde nicht voll ausgeschöpft, deshalb haben wir diesen Schritt gemacht", erklärte der Bayern-Präsident nochmals.

Kahn: Meisterschaft wird jetzt alles untergeordnet

Klarer wurden die Bosse, als es um das letzte noch zu erreichende Ziel diese Saison ging. Dem Gewinn der Meisterschaft müsse nun alles untergeordnet werden, forderte Kahn. Darauf lägen nun "Konzentration" und "Fokus".
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Tuchel verspricht: "Werden auf Werte des Vereins aufpassen"

Quelle: Perform

Trainerfrage, Kaderplanung - das spiele nun erstmal keine Rolle. "Wir werden nach der Saison alles analysieren. Dann werden wir uns viele Fragen stellen. Jetzt wollen wir erstmal die Meisterschaft gewinnen!", sagte der Vorstandsvorsitzende.
Auch Tuchel betonte, dass der FC Bayern die Meisterschaft bei nur zwei Punkten Vorsprung auf Borussia Dortmund "alles andere als in der Tasche" habe.

Mainz-Spiel ein "Charaktertest"

Das kommende Bundesliga-Spiel am Samstag bei Tuchels Ex-Klub 1. FSV Mainz 05 werde "auf jeden Fall eine Charakterprobe, ein Charaktertest".
Mit Kritik müsse "man leben, weil die Ergebnisse ausgeblieben sind", befand Salihamidzic. Man hinterfrage sich in der Führungsetage der Bayern "jeden Tag, 24/7". Man werde "alles dafür tun, dass der Erfolg in allen Wettbewerben zurückkehrt".
Fehler in der Kaderplanung - Stichwort: Lewandowski-Ersatz - wollte Salihamidzic indes nicht auf seine Kappe nehmen. Sein Statement: "Den Kader haben wir ja alle zusammen geplant, auch das alte Trainerteam. Im Sommer werden wir daran arbeiten!"
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"Note 6!" Tuchel ätzt gegen Schiri - die PK in voller Länge

Quelle: Eurosport

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