Drei Dinge, die bei Manchester City gegen Bayern auffielen: Peps eiskalte Killer schocken FCB
Publiziert 12/04/2023 um 00:55 GMT+2 Uhr
Nach einem 0:3 im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Manchester City kann dem FC Bayern nur noch ein Fußball-Wunder helfen. Zunächst lief alles nach Plan und die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel schien einem Tor nahe. Doch ein individueller Fehler von Dayot Upamecano zog dem FCB am Dienstagabend im Etihad-Stadion den Stecker. City bestrafte eiskalt. Drei Dinge, die auffielen.
Halbfinale trotz Debakel gegen City? So reagiert Tuchel
Quelle: Perform
Der FC Bayern muss den Traum vom Titel in der Champions League wohl begraben.
Nach einem erschütternden 0:3 (0:1) im Viertelfinal-Hinspiel des Giganten-Duells mit Manchester City kann den Münchnern nur noch ein großes Fußball-Wunder helfen.
Rodri (29.), Bernardo Silva (70.) und Erling Haaland (76.) sorgten für die erste Niederlage des deutschen Rekordmeisters in der laufenden Saison der "Königsklasse", das Halbfinale ist vor dem Rückspiel am Mittwoch in der kommenden Woche in weite Ferne gerückt.
Drei Dinge, die bei ManCity gegen Bayern auffielen.
1. FC Bayern: Game over statt höchstes Level
Auf dem Papier lesen sich die Namen des Bayern-Kaders wie Qualität pur. Doch am Dienstagabend im Etihad-Stadium von Manchester wurden dem Ensemble von Trainer Thomas Tuchel die Grenzen aufgezeigt. Ein Drei-Tore-Rückstand ist selbst mit optimistischster Sicht gegen ManCity in der aktuellen Form kaum aufzuholen.
Treffen sich die acht besten Mannschaften Europas in der Champions League, sind es Nuancen, die Spiele entscheiden. Defizite werden aufgedeckt wie Formschwächen und fehlende individuelle Klasse. "Ich habe mich schockverliebt in meine Mannschaft. Wie wir aufgetreten sind, hat Spaß gemacht. Ich fand es richtig gut. Wir hätten mehr verdient. Das müssen wir jetzt erstmal verdauen, aber abgeschenkt wird nichts", stellte Tuchel klar.
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Joshua Kimmich vom FC Bayern München
Fotocredit: Getty Images
Aber auch er weiß: Um den Henkelpott zu holen, muss alles stimmen. Beim FCB stimmt vieles, die Drangphase nach der Halbzeit war stark, die Räume wurden erkannt und bespielt. Doch am Ende fehlte das Tor und es stimmte eben nicht alles. Das gesegnete Talent Jamal Musiala wirkt überspielt, wenig durchschlagskräftig, ohne geniale Momente. Leroy Sané war bereit, mutig, doch ist er nicht im Flow. Seinen Versuchen mangelt es an Präzision.
Auch Serge Gnabry ist weit von seiner Bestform entfernt, Sadio Mané ein Rätsel. Keiner von den Offensivstars konnte das Fehlen von Eric Maxim Choupo-Moting kompensieren. Die Chancenverwertung ist ein klares Defizit. Zwischen den Pfosten hat Bayern keine Probleme, Yann Sommer erwischte einen Sahne-Tag. Bei den Gegentoren war er machtlos, weil ihn seine Vorderleute im Stich ließen. Rodri darf beim 0:1 aus der Distanz nicht zum Abschluss kommen (27.), der Fehler von Dayot Upamecano vor dem entscheidenden 0:2 aus FCB-Sicht auf diesem Niveau einfach nicht passieren.
"Fehler sind keine Option auf diesem Niveau. Bayern macht auf Top-Niveau zu viele Fehler", sah TV-Experte Matthias Sammer bei "Prime Video".
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Goretzka bringt's auf den Punkt: "Miserable Ausgangsposition"
Quelle: Perform
Tuchel ergänzte: "Er wurde dahin gelenkt, aber er braucht einfach nur mit dem Torwart zu spielen!" Noch sind 90 Minuten übrig und der Fußball hat schon viele wundervolle Geschichten geschrieben. Aber es ist ein Abend, der dem FC Bayern wehtut und die Verantwortlichen wieder ins Grübeln bringen wird.
"Die ersten 60 Minuten waren sehr gut. Wir haben gesehen, dass wir Räume bekommen und standen defensiv gut. Das 0:2 ist ein Fehler, der auf diesem Niveau bestraft wird. Danach waren wir zu anfällig. Das Resultat ist bitter", resümierte Bayern-Kapitän Joshua Kimmich.
2. Pep ist reif für den nächsten CL-Titel
Lange hat er es probiert. Seit 2011 wartet Pep Guardiola darauf, die Champions League wieder zu gewinnen. Oft war er nah dran, doch in dieser Saison ist die Chance auf den Titel wahrscheinlich so groß wie nie.
Jetzt - nach geschätzt 1 Milliarde Euro Investition in diverse Spieler - hat er offensichtlich die perfekte Mannschaft geformt. ManCity agiert mit Haaland, Grealish, De Bruyne und Gündogan in Bestform vorne sowie Aké, Dias, Akanji, Stones, Rodri in der Defensive wie ein eiskalter Killer. "City bestraft Fehler brutal. Wenn Bayern kein Wunder schafft, haben wir den kommenden CL-Gewinner gesehen. Diese Mannschaft hat alles", schwärmte der ehemalige Bayern-Stürmer Mario Gomez im TV.
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Traumtor gegen Bayern! Rodri über seinen ersten CL-Treffer
Quelle: Perform
Sie hat vor allem das, was große Mannschaften in dieser Zeit auszeichnet: Leidenschaft, als Einheit zu verteidigen, füreinander da zu sein und sich dem Gegner mit allen Mitteln in den Weg zu stellen. Diese Einstellung ist jedem City-Spieler deutlich anzusehen. Hinzu kommt der Killerinstinkt mit dem unberechenbaren Haaland, der eben nicht nur den Abschluss sucht, sondern auch gefühlvolle Flanken schlagen kann wie vor dem 2:0 durch Bernardo Silva.
Dieses Team ist geballte Power, gepaart mit technischer Finesse und einem eisernen Willen. Guardiola ist in der Lage, diese Form seiner Mannschaft zu konservieren. Seine realistische Einschätzung des Abends beinhaltete gleichzeitig eine Warnung für das Rückspiel.
"In vielen Situationen war Bayern besser als wir. Ich weiß, was es heißt, in München zu spielen. Ein Team solcher Größe auszuschalten, braucht mehr als ein gutes Spiel." Nur nicht nachlassen. Auch das hat er in den letzten Jahren gelernt.
3. Tuchel berät sich mit Müller - Bild mit Symbolcharakter
Es war der Aufreger vor dem Spiel: Tuchel entschied sich für Musiala und überraschend nicht für Thomas Müller in der Startformation.
"Wegen Thomas Müller musste schon einmal ein Trainer gehen", polterte Mario Basler daraufhin bei "Sport1", erinnerte an Niko Kovac und kritisierte den aktuellen Bayern-Coach damit indirekt. Auch viele FCB-Fans dürften zumindest irritiert darüber gewesen sein, dass der Routinier im bislang wichtigsten Spiel der Saison zunächst auf der Bank Platz nehmen musste. Tuchel stellte jedoch klar: "Ich liebe Thomas Müller."
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Thomas Müller musste gegen Machester City auf der Bank Platz nehmen
Fotocredit: Getty Images
Und er lieferte dafür um die 40. Minute herum einen eindrucksvollen Beweis: Es herrschte Wirbel um de Ligt, weil dieser nach einem Zweikampf umgeknickt war und es kurz so schien, als ob er nicht weiterspielen könne. Auf der Bayern-Bank herrschte Alarmstimmung, sowohl Josip Stanisic als auch Joao Cancelo machten sich bereit für eine Einwechslung.
Die TV-Kameras zeigten aber auch noch etwas anderes: Tuchel im konzentrierten Dialog mit Müller. Man musste kein Prophet sein, um zu sehen, dass es dabei um mögliche Umstellungen ging. Tuchel bestätigte das nach Spielschluss auch. Es war ein Bild mit Symbolcharakter. Tuchel bezieht Müller, der die Mannschaft mit am besten kennt, in seine Überlegungen mit ein.
Das ist beachtlich, weil es einerseits Müllers Wichtigkeit für das Team unterstreicht und andererseits Tuchels Offenheit für Tipps von ihm zeigt. "Ich finde es super, dass er die Spieler mitnimmt in der Entscheidungsfindung. Vielleicht macht das auch die fortgeschrittene Erfahrung eines Thomas Tuchel aus, vielleicht hätte er das vor ein paar Jahren noch nicht gemacht", sah TV-Experte Benedikt Höwedes bei "Prime Video".
Tuchel hat dazugelernt - und Müller bleibt wichtig.
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Müller legt Finger in die Wunde: "Effektivität vermissen lassen"
Quelle: Perform
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