Drei Dinge, die bei Real Madrid - Manchester City auffielen: Denn sie wussten genau, was sie tun

Real Madrid und Manchester City haben sich im Halbfinal-Hinspiel der Champions League ein packendes Duell auf Augenhöhe geliefert. David Alaba, Antonio Rüdiger boten eine herausragende Leistung gegen die Mannschaft von Trainer Pep Guardiola, weil es ihnen gelang, Tormaschine Erling Haaland auszuschalten. Dennoch waren sie mit dem Abend am Ende nicht ganz zufrieden. Drei Dinge, die auffielen.

Ancelotti hadert: "Hätten den Sieg verdient gehabt"

Quelle: Perform

Kein Sieger im ersten Gigantentreffen: Titelverteidiger Real Madrid und Manchester City haben sich im Halbfinal-Hinspiel der Champions League mit einem Remis begnügen müssen.
Die Gäste von Trainer Pep Guardiola mit Kapitän Ilkay Gündogan gehen nach dem 1:1 (0:1) am Dienstag in Madrid wegen des Heimvorteils leicht favorisiert in das Rückspiel am 17. Mai (21:00 Uhr im Liveticker). Die Königsklasse hat City noch nie gewonnen.
In der Neuauflage des dramatischen Halbfinales der vergangenen Saison traf Vinícius Junior (36.) für Real um Toni Kroos und Nationalspieler Antonio Rüdiger. Kevin De Bruyne (67.) war für die Gäste erfolgreich, deren Torgewalt Erling Haaland dieses Mal glücklos blieb.
Drei Dinge, die uns auffielen.

1.) Denn sie wussten genau, was sie tun

Es war nicht mal überraschend, dass die Königlichen so aufliefen. Im Gegenteil. Es konnte nur so sein.
Tief stehen, City den Ball überlassen, Umschaltspiel, eiskalt zuschlagen. Real ist sich seines Killerinstinkts in dieser Saison bewusster denn je. Wie das Ancelotti-Team die "Lauer"-Taktik in der ersten Halbzeit konsequent umsetzte, war dennoch beeindruckend. Dominant, vor Selbstvertrauen strotzend, beinahe schon arrogant, getragen von den euphorischen Fans im Estadio Santiago Bernabéu.
Dazu knallharte Zweikampfführung - unter anderem von Daniel Carvajal und Antonio Rüdiger, aber auch Toni Kroos - und komplettes Aufopfern der gesamten Madrider Mannschaft in der Defensivarbeit. Dieses Real, das nicht unbedingt permanent den Ball braucht, tat City richtig weh.
Das 1:0 von Vinícius jr. in der 36. Minute war der perfekte Spielzug und die Führung mit dem ersten Real-Torschuss überhaupt. Mit dem kompakten Verteidigen beraubte die Ancelotti-Elf dem Gegner seiner Stärken: Läufe in die Tiefe konnten nicht stattfinden, weil es gar keine Tiefe mehr gab. Die Passwege von De Bruyne und Gündogan wurden konsequent blockiert, Haaland hing so in der Luft.
"Taktisch war das ganz hervorragend", fand TV-Experte Matthias Sammer bei "Prime Video". Real war sogar in der Lage, in der zweiten Halbzeit noch einen Gang höher zu schalten und offensiver zu werden. Was im ersten Abschnitt vielleicht noch etwas zu passiv wirkte, wurde plötzlich aktiv.
"Da hat man gesehen, dass wir auf Augenhöhe sind. Ich bin stolz, wie wir in der zweiten Halbzeit Fußball gespielt haben. Wir nehmen viel Positives mit ins Rückspiel", blickte Kroos voraus und fügte an: "Wir wissen, dass wir am Ende nicht das ideale Ergebnis erzielt haben, aber schlecht ist es auch nicht. Wir freuen uns auf das wohl schwerste Auswärtsspiel, das eine Mannschaft jetzt haben kann."

2.) Darum blieb Haaland blass

21 Ballkontakte. Mehr standen beim Norweger nicht in der Bilanz. Es war der mit Abstand schlechteste Wert aller Spieler auf dem Rasen. Zwar kam der Angreifer auch auf drei Torschüsse, doch die Gefahr, die sonst von ihm ausgeht, versprühte er an diesem Abend nicht.
Und das hatte seine Gründe, die Antonio Rüdiger adäquat erklärte: "Am Ende produziert er seine Tore nicht alleine, wir mussten seine Nebenmänner ausschalten. Wir haben De Bruyne nicht so viel Platz gelassen, das haben wir im Verbund gut gemacht."
Es war auch ein Beleg dafür, wie sattelfest die Real-Defensive tatsächlich ist. Alaba agiert im Abwehrzentrum als die zentrale Stütze mit Ruhe am Ball und seiner geballten Erfahrung im Stellungsspiel. Auch wenn er als Retter gebraucht wird, ist der da. Seine Grätsche in der 54. Minute gegen Haaland gehört als Kunstwerk eigentlich in ein Museum.
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David Alaba im Duell mit Erling Haaland

Fotocredit: Getty Images

"Wenn ManCity auf dich zurollt und die Abwehr so entspannt dasteht, zeigt das, wieviel Vertrauen sie in sich haben", erkannte TV-Experte Mario Gomez. Alabas Zusammenspiel mit Rüdiger funktioniert ebenfalls optimal. "Wenn der eine attackiert hat, hat der andere abgesichert", beobachtete Sammer. Alaba coacht auf dem Rasen, kommuniziert viel und genießt die volle Rückendeckung seines Trainers.
"Rüdiger und Alaba haben Weltklasse-Leistungen abgerufen", lobte Sammer. Nur in der 67. Minute - beim Ausgleich - stand niemand bei De Bruyne. Vielleicht auch deshalb wirkte Alaba letztlich doch nicht ganz zufrieden: "Das Remis ist ein bisschen bitter. Wenn man es vorne nicht macht, kriegt man es hinten. Im Rückspiel werden wir alles reinhauen."

3.) Was ManCity noch gefehlt hat

Die Mannschaft von Pep Guardiola wirkt in vielen Partien wie das perfekte Team. Im Bernabéu schien es jedoch, als ließe sich dieses tatsächlich von der Atmosphäre einschüchtern. Der Respekt vor dem Stadion, der Aufgabe, spiegelte sich in der Spielweise wider.
Die Passqualität litt. Ballbesitz war reichlich vorhanden, doch die Passgeschwindigkeit, die das Team in der Premier- und Champions League zuletzt von Sieg zu Sieg trug, fehlte oft. Die Pep-Elf kam auch nicht richtig ins Pressing und vor dem Tor fehlte die so wichtige "letzte Überzeugung".
Zwar gelang es City, Real weit zurückzudrängen, aber ohne Mut in Eins-gegen-Eins-Duellen, entstanden zu wenig gefährliche Torchancen, während es bei Kontern gegen City immer wieder Probleme mit der Restverteidigung gab. Es war über weite Strecken eine spielerische Scheinüberlegenheit.
"Als wir besser waren, hat Real getroffen und als sie besser waren, haben wir getroffen. Es war ein sehr ausgeglichenes Spiel, jetzt wird es in Manchester entschieden", bilanzierte Guardiola. Wohlwissend, dass seine Mannschaft am Ende die Nerven behalten hat und die Heimstärke ihm nun enorm in die Karten spielen kann.
Viele glauben, ManCity sei in diesem Jahr endlich reif für den Henkelpott. Im Hinspiel waren die Skyblues allerdings nicht an ihrem Leistungsmaximum. Und nur wenn sie dieses im Rückspiel abrufen, bleibt der Traum vom Titel real.
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Quelle: Perform

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