FC Barcelona: FC Bayern wieder als Spielverderber? Diese Auswirkungen hätte ein Aus für Barca in der Champions League
Der FC Barcelona steht vor dem zweiten Duell mit dem FC Bayern in der Champions League mit dem Rücken zur Wand, nur ein kleines Fußball-Wunder kann die Katalanen doch noch ins Achtelfinale hieven. Scheidet der klamme Klub, der im Sommer einen enormen finanziellen Aufwand betrieben hat, wie bereits im vergangenen Jahr vorzeitig aus, droht eine wirtschaftliche Katastrophe.
"Immer schwierig": De Ligt warnt vor gefährlichem Barcelona
Quelle: Perform
Anfang Dezember vergangenen Jahres saß ein niedergeschlagener Xavi im Pressebereich der Allianz Arena. 0:3 war seine Mannschaft, die er einen Monat zuvor von Trainer Ronald Koeman übernommen hatte, in der bayrischen Landeshauptstadt am letzten Spieltag der Champions-League-Gruppenphase untergegangen.
Erstmals seit 21 Jahren mussten die Katalanen in der Königsklasse vorzeitig die Segel streichen, der stolze Traditionsklub rutschte in die Europa League ab. Es sollte der Startschuss für eine Zeitenwende sein.
Der Tenor: Dieses Missgeschick darf sich keinesfalls wiederholen. "Heute beginn eine neue Ära", sagte Xavi damals. Er ergänzte: "Man muss Barça dorthin bringen, wo es verdient hat, zu stehen - was nicht die Europa League ist. Ich reise verärgert ab, denn das ist unsere Realität. Wir fangen bei Null an, müssen Barça zurück in den Kampf um die Champions League führen. "
Nicht einmal ein Jahr später stehen die Blaugrana - zumindest auf internationaler Bühne - erneut vor einem Trümmerhaufen. Und wieder könnte der FC Bayern, gegen den es am Mittwochabend (21:00 Uhr im Liveticker) vor heimischer Kulisse geht, zum Spielverderber avancieren.
Robert Lewandowski hält Achtelfinal-Tür offen
Barcelona rangiert mit vier Punkten aus fünf Spielen auf dem dritten Tabellenplatz, Niederlagen setzte es bislang im Hinspiel bei den Bayern (0:2) sowie im ersten Aufeinandertreffen mit Inter Mailand (0:1). In der letzten Partie gegen die Nerazzurri erkämpfte sich die Xavi-Truppe dank eines Lewandowski-Treffers in der Nachspielzeit mit Mühe und Not ein 3:3 - und hielt sich damit zumindest noch einen klitzekleinen Türspalt in Richtung Achtelfinale offen.
Allerdings: Barcelona ist gegen die Bayern nicht nur zum Siegen verdammt, sondern muss darüber hinaus auf einen Ausrutscher von Inter hoffen. Ein durchaus unrealistisches Szenario, immerhin bekommen es die Italiener im heimischen San Siro mit dem bislang punktlosen Tabellenletzten Viktoria Pilsen zu tun.
Xavi schonungslos: "Haben es nicht verdient"
Xavi fällte im Nachgang an besagtes 3:3 gegen Inter ein schonungsloses Urteil: "Wir haben es nicht verdient, in der Champions League weiterzukommen", sagte der merklich angefressene Coach.
Mit Blick auf die finanziellen Anstrengungen, die Barça im Sommer unternommen hatte, wäre ein erneuter Abstieg in die Europa League ein Desaster. 153 Millionen Euro gab der wirtschaftlich wankende Riese, dessen Präsident die Schuldenlast im August 2021 auf 1,35 Milliarden Euro bezifferte, für neue Spieler aus.
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Barcelona-Trainer Xavi
Fotocredit: Getty Images
Die Ablösesummen verteilten sich auf Robert Lewandowski (45 Millionen, FC Bayern), Raphinha (58 Millionen, Leeds United) und Jules Koundé (50 Millionen, FC Sevilla), zudem kamen Andreas Christensen, Marcos Alonso (beide FC Chelsea), Franck Kessié (Milan) und Héctor Bellerín (FC Arsenal) ablösefrei in die Mittelmeer-Metropole.
Barcelonas Wette auf kurzfristige Erfolge
Bewerkstelligt wurden die Ausgaben mit diversen Rechteverkäufen. Veräußerte TV-Rechte und das Abtreten von Anteilen der Produktionsfirma Barça-Studios spülte 865 Millionen Euro in die Kassen.
Boss Laporta ging damit ein enormes Risiko ein, das ganze Konstrukt rechnet sich ansatzweise nur dann, wenn sportlicher Erfolg eintritt. Investitionen gipfeln in Titeln, Titel bringen monetären Reibach. "Wir haben den Verein gerettet", erklärte Laporta noch unlängst bedeutungsschwanger auf der Mitgliederversammlung.
Dass es sich dabei um eine Rettung unter Vorbehalt, ein Glücksspiel, das auf wackeligen Beinen fußt, handelt, ließ er aus. Die spanische Sportzeitung "as" schrieb im Anschluss von einem "Projekt, das von Anfang an kaputt war" und einem "Projekt, das einzig und allein auf kurzfristige sportliche Spitzenleistungen ausgerichtet war."
Bei CL-Aus: Barcelona geht viel Geld durch die Lappen
Sollte Barcelona tatsächlich in der Königsklasse die Koffer packen müssen, gehen dem Klub in der K.o.-Phase mögliche 53 Millionen Euro durch die Lappen. Laut "as" planten die Verantwortlichen mindestens mit einem Einzug ins Viertelfinale, was knapp 20 Millionen Euro eingebracht hätte.
Ein Triumph in der Europa League würde hingegen rund 15 Millionen Euro generieren. Die vergangene Spielzeit hat jedoch gezeigt, dass auch im weniger namhaften Wettbewerb keine Gewinngarantie besteht, schied der FCB doch bereits im Viertelfinale gegen den späteren Sieger Eintracht Frankfurt aus (1:1, 2:3).
"Wir müssen um Titel kämpfen"
Dass es in der Liga bislang einigermaßen rund läuft, Barcelona (28 Punkte) gemeinsam mit Real Madrid (31 Punkte) um die spanische Meisterschaft spielt, dürfte dieser Tage nur ein schwacher Trost sein. "Ich werde weiter daran arbeiten, das Blatt zu wenden und ich werde mein Bestes geben", gab sich Xavi kürzlich kämpferisch. "Ich werde noch härter daran arbeiten, den Spielern zu vermitteln, dass es darum geht, Titel zu gewinnen."
Er sei sich im Klaren, dass er seinen Hut nehmen müsse, sofern der sportliche Erfolg ausbleibt. "Wenn wir keinen Titel gewinnen, dann wird ein anderer Trainer kommen", so der ehemalige Barça-Star. Er schob nach: "Mit den Anstrengungen, die der Verein unternommen hat, müssen wir um Titel kämpfen."
Von einem Traum, nämlich dem Champions-League-Sieg und damit dem prestigeträchtigsten Titel, muss sich Barcelona schon jetzt voraussichtlich verabschieden.
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Quelle: Perform
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