FC Barcelona und Robert Lewandowski patzen bei Inter Mailand: Hakan Calhanoglu trifft Barça ins Herz
Publiziert 04/10/2022 um 23:01 GMT+2 Uhr
Inter Mailand hat den FC Barcelona im Top-Spiel des 3. Champions-League-Spieltags 1:0 (1:0) geschlagen. Den goldenen Treffer des Abends erzielte Ex-Bundesliga-Star Hakan Calhanoglu per Fernschuss (45.+2). Damit liegt das Team von Robert Lewandowski in der Gruppe C, die vom FC Bayern München (neun Punkte) angeführt wird, mit drei Zählern und einem Sieg nur auf Platz drei.
Hakan Calhanoglu schießt Inter Mailand zum Sieg
Fotocredit: Getty Images
Der FC Barcelona übernahm von Beginn an die Spielkontrolle, dominierte den Ballbesitz und schnürte Inter Mailand immer wieder tief in dessen Hälfte ein. Die erste gute Chance hatten allerdings die Hausherren: Ex-Bundesliga-Star Hakan Calhanoglu feuerte aus 30 Metern Torentfernung einen wuchtigen Schuss in Richtung Tor von Marc-André ter Stegen ab. Der deutsche National-Torhüter lenkte den Ball mit einer Hand über den Querbalken (7.).
Auch in der Folge hatten die Gäste aus Katalonien Glück. Zunächst verursachte Eric García einen eigentlich klaren Handelfmeter, der allerdings aufgrund einer vorangegangenen Abseitsposition von Lautaro Martínez nicht gepfiffen wurde (24.). Wenig später lief Joaquín Correa völlig frei auf ter Stegen zu, umkurvte diesen und schob aus halblinker Position ein (29.). Auch diesmal entschied das Schiedsrichtergespann aber zu Recht auf Abseits.
Bei Barcelona mangelte es hingegen oftmals an Präzision beim letzten Pass, so brachten die Gäste Inters Defensive nur selten in Gefahr. Und es kam noch dicker für die Gäste: Kurz vor der Halbzeitpause ging Mailand in Führung. Ein geblockter Schussversuch von Correa landete bei Federico Dimarco, der wiederum Calhanoglu im Zentrum bediente. Der Türke traf den Ball aus 18 Metern Torentfernung perfekt und schoss unten links zur Halbzeitführung für die Italiener ein (45.+2).
Im zweiten Durchgang bot sich ein ähnliches Bild. Barcelona lief an, Inter verteidigte clever. So gelang den Gästen erst in der 61. Minute die erste richtig aussichtsreiche Chance. Ousmane Dembélé traf aus sieben Metern halblinks den linken Pfosten.
Aber die Möglichkeit gab der Xavi-Elf nun Auftrieb. Nur wenig später lag der Ball dann im Tor. André Onana – bis dahin kaum gefordert – flog unter Dembélés Flanke von der rechten Seite hindurch, im Zentrum verlängerte Ansu Fati eher unfreiwillig nach links. Am zweiten Pfosten schob schließlich Pedri zum vermeintlichen Ausgleich ein (67.). Kurz darauf wurde der Treffer aber wieder zurückgenommen, Fati hatte den Ball mit der Hand gespielt.
In der Schlussphase erhöhten die Katalanen noch einmal den Druck. Allerdings brachte Sergi Busquets den Ball nach Freistoß-Flanke von Dembélé aus fünf Metern Torentfernung per Kopf nicht aufs Tor (88.).
In der Nachspielzeit wurde es dann hektisch: Nach einer Flanke von Sergi Roberto von der rechten Seite musste der eingewechselte Denzel Dumfries im Zentrum ins Kopfballduel mit Fati. In der Folge reklamierten die Gäste Handspiel, Schiedsrichter Slavko Vincic ließ nach VAR-Überprüfung aber weiterspielen. Auf den Fernsehbildern war kaum zu erkennen, ob Dumfries mit der Hand am Ball war, oder nicht.
So blieb es trotz achtminütiger Nachspielzeit beim knappen 1:0-Erfolg für Inter Mailand, das in der Gruppe C nun also der erste Bayern-Verfolger ist.
Die Stimmen zum Spiel:
Sergi Roberto (FC Barcelona): "Das Vergehen des Handspiels beim nicht gegebenen Tor war das gleiche wie beim nicht gegebenen Elfmeter. Die Elfmeterentscheidung? Ich bin wütend darüber. Die Regel ändert sich jedes Jahr, weder der Spieler noch der Schiedsrichter wissen, was sie tun. Ich bin wütend. Ich weiß nicht, was mit den Entscheidungen des Schiedsrichters passiert ist, aber es scheint, dass er seine Gründe hatte, den Elfmeter nicht zu geben."
Eric García (FC Barcelona): "Die erste Halbzeit begann gut, und wir haben gut angegriffen. Aber das Tor, das wir kassiert haben, hat das Spiel verändert. Alle dachten, dass das Handspiel ein Elfmeter sein wird, ich weiß nicht, wie die Regel lautet. Das Ergebnis tut weh, weil wir offensiv unterwegs waren und sie das ganze Spiel über verteidigt haben."
Xavi (Trainer FC Barcelona): "Ich bin wütend und glaube, dass das Ergebnis unfair ist, deshalb habe ich gestern gesagt, dass die Schiedsrichter rausgehen und mit den Medien sprechen sollten. Ich habe nach dem Spiel um Erklärungen gebeten, aber er hat sich geweigert, mir Erklärungen zu geben. Ich bin besorgt über die Niederlage, weil Inter jetzt sechs Punkte hat und die Bayern neun. Wir sind jetzt in einer sehr schwierigen Position, und wir haben drei Endspiele, um uns für die nächste Runde zu qualifizieren. Wir hätten besser spielen müssen und ich war am Ende wütend über das, was passiert ist. Wir haben mehr getan als sie, aber ohne Erfolg."
Hakan Çalhanoğlu (Inter Mailand): "Heute haben wir das Spiel gespielt, das wir spielen wollten. Wir haben uns bewährt, jeder hat gut gearbeitet, auch in der Defensive. Wir stehen immer hinter dem Trainer, er hat gesehen, dass es eine Mannschaft gibt, die für ihn kämpft. Heute haben wir gesehen, dass jeder auch für die anderen kämpft. Diese Einstellung war der Schlüssel zum Sieg heute Abend."
Simone Inzaghi (Trainer Inter Mailand): "Die Mannschaft hat ein tolles Spiel gegen einen sehr starken Gegner mit viel Qualität gemacht. Wir haben gemeinsam gelitten, wir haben uns auf dem Platz gut geschlagen. Wir hatten ein tolles Spiel. Ich freue mich für meine Spieler, für den Verein und für die Fans. Es ist ein toller Abend, aber wir haben noch nichts erreicht. Auch wenn es nicht so oft vorkommt, dass man Barcelona schlägt."
Der Tweet zum Spiel:
Es kann nicht jeder einen Anthony Modeste in seinen Reihen haben.
Das fiel auf: Ein unsichtbarer Lewandowski
Bereits zwölfmal hat Robert Lewandowski in den ersten neun Spielen in La Liga und der Champions League für den FC Barcelona getroffen. Gegen Inter Mailand war der Pole aber so gut wie unsichtbar. Ein einziger Torschuss stand für den Ex-Bayern-Stürmer nach 98 Minuten im San Siro zu Buche und der stammte aus der 18. Minute. Ansonsten wirkte Lewandowski wie abgeschnitten vom Spiel der Katalanen, wurde gegen defensiv starke Mailänder auch kaum mit brauchbaren Flanken und Hereingaben versorgt.
Die Statistik: 4
Der FC Barcelona hat nun vier der letzten fünf Auswärtsspiele in der Gruppenphase der Champions League verloren.
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Quelle: Perform
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