FC Bayern - Manchester City: Thomas Müller spielt nicht - Thomas Tuchel erklärt den Verzicht wortreich

Der FC Bayern München spielte im Viertelfinale der Champions League gegen Manchester City um alles. Beim 1:1 im Rückspiel saß Thomas Müller allerdings wieder nur auf der Bank - wie schon beim 0:3 auf der Insel. Trainer Thomas Tuchel begründete den Verzicht wortreich und behauptete, dass das Kräftemessen mit der Mannschaft von Pep Guardiola "kein Thomas-Müller-Spiel" sei.

Thomas Tuchel mit Thomas Müller (r.) beim FC Bayern München

Fotocredit: Getty Images

Unter Louis van Gaal wurde beim FC Bayern München vor knapp 13 Jahren ein Gesetz ins Leben gerufen: "Müller spielt immer", hieß es unter dem Niederländer. Seine namhaften Nachfolger hielten sich weitestgehend dran; 660 Pflichtspieleinsätze hat der 33-Jährige mittlerweile für den FC Bayern auf dem Buckel und dabei 489 Scorerpunkte beigesteuert (234 Tore).
Im Viertelfinale der Champions League ist Müller anno 2023 aber außen vor. Wie schon beim 0:3 bei Manchester City verzichtete Thomas Tuchel, der Müller in seinen ersten Wochen als Führungsspieler bezeichnet und in den höchsten Tönen gelobt hat, beim 1:1 im Rückspiel zunächst auf die Vereinsikone. Jamal Musiala spielte, Müller saß zunächst nur auf der Bank.
"Das ist überraschend. Er ist für solche Momente prädestiniert", wunderte sich Ex-Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack vor Spielbeginn bei "DAZN".
Schließlich solle es emotional werden gegen die Citizens. "Wer dann, wenn nicht er?", gab der Ex-Bayern-Spieler zu bedenken.

Tuchel: Müllers Fähigkeiten passen nicht

Tuchel selbst erklärte den Verzicht auf Müller eine knappe Dreiviertelstunde vor Anpfiff wortreich.
"Weil ich komplette das gleiche Spiel erwarte, in dem wir die Zone vom tiefen Ballbesitz bis zum Tor, diese 60 Meter, mit Geschwindigkeit, Tempo-Dribblings und Läufen überwinden müssen", sagte der 49-Jährige.
Das sei "eine Charakteristik, die Thomas nicht auf den Leib geschnitten ist". Müller sei "absolute Weltklasse auf den letzten 25 Metern, bei Abprallern, bei kurzen, gesteckten Bällen, bei ganz kurzen Laufwegen in die Box rein" - und dennoch nicht für das Rückspiel geeignet, argumentierte Tuchel.

Ballack hätte auf Müller gesetzt

"Ich glaube, dass wir das wenn erst ganz am Schluss bekommen. Dann haben wir ihn auch auf dem Platz. In allen anderen Viertelfinals hätte er gespielt, das ist doch klar. Ich habe aber einfach das Gefühl, dass es erstmal kein Thomas-Müller-Spiel ist", schloss der Bayern-Trainer seine Begründung ab.
Eine Argumentation, die Ballack bei "DAZN" nicht so recht verstand. "Ich hätte ihn schon gerne gesehen heute, weil er eben auf den letzten 25 Metern weltklasse ist", sagte der 46-Jährige, der von 2002 bis 2006 für Bayern gespielt hatte.
"Wo sonst sollen die Bayern heute auftauchen, wenn du das Spiel gewinnen willst? Tuchel wird daran auch gemessen. Ich hätte ihn heute schon gerne gesehen, weil er vieles verkörpert, was heute glaube ich wichtig wird in dem Spiel", so Ballack weiter.
Bayerns Vorstandsboss Oliver Kahn blockte die Müller-Frage indes ab: "Es ist nicht meine Aufgabe, über die Aufstellung zu sinnieren. Das ist die Aufgabe des Trainers, die richtigen Leute aufs Feld zu schicken. Er wird sich den Trainer sicher sehr intensiv angeschaut haben. Basierend auf seinem Plan hat er dann seine Aufstellung gemacht."
Letztlich wurde Müller erst in der 71. Minute für Musiala eingewechselt.
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