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Erling Haaland spricht über die erste Saison bei Manchester City: "Das pusht mich"
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Publiziert 09/06/2023 um 19:03 GMT+2 Uhr
Erling Haaland steht am Samstag zum ersten Mal in seiner Karriere in einem Champions-League-Finale. Mit Manchester City kämpft der 22-jährige Norweger gegen Inter Mailand um den größten Titel im Vereinsfußball. Im Vorfeld sprach Haaland exklusiv mit Rio Ferdinand, Ex-Profi und Experte bei "BT Sport", unter anderem über seine erste Saison in England und das anstehende Finale.
Erling Haaland steht vor seinem ersten Champions-League-Finale
Fotocredit: Getty Images
Vor einem Jahr wechselte Erling Haaland von Borussia Dortmund zu Manchester City. Die Premier League eroberte der Angreifer seither im Sturm.
In 52 Pflichtspielen erzielte Haaland für den frischgebackenen englischen Meister 52 (!) Tore.
Nun wartet am Samstag im Champions-League-Finale gegen Inter Mailand (21:00 im Liveticker) die nächste Herausforderung auf den Torjäger.
Zuvor traf sich Haaland mit Champions-League-Sieger Rio Ferdinand zum Interview und sprach bei "BT Sport", einem Sender von Warner Bros. Discovery Sports, über seinen Wechsel zu ManCity, sein erstes Jahr in England sowie das Endspiel in der Königsklasse.
Rio Ferdinand: Das ist der Wettbewerb, für den Manchester City Sie verpflichtet hat. Welche Art von Druck verspüren Sie im Vorfeld dieses großen Spiels?
Erling Haaland: Es gibt natürlich Druck. Seit ich bei City unterschrieben habe, habe ich Druck. Aber ich mag das. Es geht darum, es in etwas Positives zu verwandeln und zu versuchen, das Spiel zu genießen.
Ferdinand: Der Wechsel in die Premier League, von Dortmund hierher zu Manchester City, ist Ihnen das leicht gefallen? 52 Tore in 52 Spielen!
Haaland: Nein, natürlich ist es nicht einfach.
Ferdinand: Aber einfacher als Sie es vielleicht erwartet haben?
Haaland: Nein, ich meine, ich kannte die Mannschaft sehr gut, als ich hierher kam. Ich beobachte City schon sehr lange. Im Jahr davor haben sie 100 Tore geschossen, also wusste ich, dass ich als Stürmer bei City Tore schießen würde. Aber natürlich habe ich nicht erwartet, dass ich so viele Tore schießen würde.
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Erling Haaland wurde mit Manchester City englischer Meister
Fotocredit: Getty Images
Ferdinand: Was hat Sie dazu gebracht, zu ManCity zu wechseln?
Haaland: Für mich ist der Fußball, den Pep und ManCity spielen, unfassbar. Jeder weiß es, es ist der schönste Fußball. Ich wollte ein Teil davon sein, und ich hatte das Gefühl, dass es wirklich gut passen könnte. Ich habe auch das Vertrauen der Leute gespürt, mit denen ich von ganz oben gesprochen habe. Davon wollte ich ein Teil sein, und natürlich auch wegen Pep. Die Leute sagen dies und das über ihn, aber letztendlich ist er der beste Trainer. Jeden Tag mit ihm zu arbeiten, war auch eine schöne Herausforderung und etwas, das ich erleben und machen wollte. Das war ein Grund, und auch die Qualität an jeder Stelle im Verein. Wenn es um Physios geht, Trainer und natürlich auch die Spieler. Das ist ebenfalls eine wirklich wichtige Sache.
Ferdinand: Was hat Pep aus Ihnen herausgeholt, was Sie vielleicht nicht erwartet haben?
Haaland: Für mich geht es um die kleinen Details im Spiel. Wie man sich bewegt, wann man sich bewegt, das hängt natürlich vom Gegner ab, denn jeder spielt anders. Aber es geht wirklich um die kleinen Details, das ist jetzt schwer zu sagen. Gegen diese Mannschaft machen wir vielleicht dies, und im nächsten Spiel machen wir das anders. Es sind diese kleinen Dinge. Als ich hierher kam, war ich jung, aber ich bin jemand, der sich noch lange entwickeln wird. Ich bin erst 22. Darüber denke ich auch nach. Ich habe das Gefühl, dass ich mich hier sehr gut entwickle, sowohl als Mensch als auch als Spieler, und das ist für mich am Ende das Wichtigste.
Ferdinand: 52 Tore, 52 Spiele. Sehen Sie sich selbst an und denken: 'Ich bin die beste Nummer 9 der Welt'?
Haaland: Ich denke, es ist wichtig, gut von sich selbst zu denken, aber letztendlich ist es nicht an mir, das zu beurteilen. Ich weiß, was ich in dieser Saison bisher geleistet habe. Es gibt noch ein Spiel, also lasst uns noch mit den Füßen am Boden bleiben. Ich beantworte das nicht. Einer der besten auf jeden Fall.
(mit Blick auf die Torkarte mit allen Toren im Sechzehner) Ferdinand: Hätten Sie erwartet, dass Sie so viele Tore auf so engem Raum erzielen?
Haaland: Ja, dort schießt man die meisten Tore, also geht es für mich darum, dort zu sein. Ein Beispiel war gegen Leipzig in der Champions League. In dem Spiel hatte ich das Gefühl, einen Magneten im Fuß zu haben, der Ball fiel mir einfach vor die Füße und ich habe ihn reingeschossen. Ich habe nicht nachgedacht. Letzte Saison habe ich oft gesehen, dass die Flanken durch den ganzen Strafraum gingen und niemand da war. Ich habe mir vorgestellt, ich wäre da und würde ihn reinschieben. Ich habe ein bisschen so gedacht, als ich hierher kam. Ich bin nicht derjenige, der Chancen kreiert, ich habe meine Rolle in der Mannschaft. Meine Aufgabe ist es, der Mannschaft zu helfen, den Ball ins Netz zu schießen.
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Erling Haaland, Bernardo Silva und Jack Grealish (v.l.n.r.)
Fotocredit: Getty Images
Ferdinand: Schauen Sie sich oft Videos von sich selbst an?
Haaland: Ich schaue mir meine Spiele eigentlich gar nicht an. Ich versuche, an das nächste Spiel zu denken. Ich versuche nicht, darüber nachzudenken, was ich falsch gemacht habe. Ich versuche, das nächste Spiel in Angriff zu nehmen. Ich habe es ein bisschen gemacht, als ich jünger war, aber ich habe dabei etwas zu viel nachgedacht, deshalb habe ich damit aufgehört.
Ferdinand: Schauen Sie sich Gegner nicht an?
Haaland: Ich schaue eigentlich niemanden an. Ich versuche, mich auf das nächste Spiel zu konzentrieren und nicht daran zu denken, was passiert ist, sondern was passieren wird.
Ferdinand: Hatten Sie Vorbilder, die sich im und um den Strafraum herum bewegen?
Haaland: Für mich ist Cristiano Ronaldo der Beste darin, weil er eine Bewegung macht und dann noch eine, und dann schließt er ab. Ich habe ihn ein bisschen in Spielen beobachtet. Auch bei ihm ist es das Timing und der Abschluss, deshalb hat er so viele Tore geschossen.
Ferdinand: Was sagen Sie dazu, dass sie viele Gegenspieler binden?
Haaland: Dann ist mehr Platz für die anderen, das stört mich also nicht. Als ich hierher kam, sagte ich: 'Es wird körperbetont sein', und das stimmt - es ist physisch härter als in der Bundesliga. Und ich mag es, dieses Gefühl zu haben, nach dem Spiel zu pumpen. Das pusht mich.
Ferdinand: Wer waren die besten Verteidiger, gegen die Sie gespielt haben?
Haaland: Am schwersten war es für uns in Anfield. Van Dijk (vom FC Liverpool, Anm. d. Red.), er ist so gut. Aber das Gute ist, dass ich jeden Tag auf Ruben Diaz und Akanji im Training treffe. Das Training ist daher auch nicht einfach, das ist wirklich gut.
Ferdinand: Van Dijk war also der härteste Gegner, gegen den Sie je gespielt haben?
Haaland: Ja, ich denke schon. Das Auswärtsspiel in Madrid war natürlich auch sehr schwierig. Ich hatte ständig zwei Gegenspieler, das war nicht einfach. Aber Van Dijk mag ich sehr. Ich habe oft gegen ihn gespielt. Er ist klug, schnell und in der Luft ist er einfach unschlagbar.
Ferdinand: Inter Mailand, was erwarten Sie? Gute, solide, harte Verteidiger, das wird ein schweres Spiel. Wie werden Sie es angehen?
Haaland: Ich denke, wir müssen versuchen, das Gleiche zu tun. Wir werden viel Ballbesitz haben, wir werden versuchen, Chancen herauszuspielen. Ich werde versuchen, innerhalb des Strafraums zu sein und ein Tor zu schießen, das wäre schön.
Ferdinand: Was sagen Sie zur Debatte über die Anzahl Ihrer Ballkontakte pro Spiel?
Haaland: Schauen Sie sich die Spieler an, die wir haben. Grealish, De Bruyne, Bernardo. Sie sollten diejenigen sein, die ständig den Ball haben. Ich sollte sie nicht zu sehr mit all den Dribblings und Pässen stören. Ich sollte im Strafraum sein, ein Tor schießen, hoffentlich mit der ersten Berührung, wenn nicht, dann mit mehr Berührungen. Ich kümmere mich wirklich nicht um Ballkontakte, diese Diskussion war im Oktober, glaube ich. Es wurde etwas stiller, als ich anfing, mehr und mehr Tore zu schießen, und dann war es plötzlich kein Thema mehr. Es interessiert mich nicht. Ich brauche keine Ballkontakte, ich muss hier bereit sein (zeigt auf den Kopf, Anm. d. Red.). Falls und wenn der Ball kommt, muss ich der Erste sein und bereit sein, zu schießen.
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Quelle: Perform
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