Inter Mailand zieht ins Champions-League-Finale ein: Die schwarz-blaue Bestie ist erwacht

Inter Mailand steht zum ersten Mal seit dem Titelgewinn 2010 wieder im Finale der Champions League. Zwei tadellose Leistungen im Halbfinale gegen Stadtrivale AC Mailand zeugen von großer Reife und Abgezocktheit. Eigenschaften, die im Finale von Istanbul zu gewichtigen Argumenten für den großen Wurf werden könnten. Auch gegen die vermeintlich übermächtigen Teams von Real Madrid oder ManCity.

Inter-Coach Inzaghi selbstbewusst: "Meine Karriere spricht für sich"

Quelle: Perform

San Siro glich einem Tollhaus als der französische Schiedsrichter Clément Turpin das Halbfinal-Rückspiel der Champions League kurz vor 23:00 Uhr beim Stand von 1:0 für die Heimmannschaft Inter Mailand für beendet erklärte.
Die Nerazzurri setzten sich nach 180 Minuten Derby della Madonnina auf internationaler Bühne kumuliert 3:0 (2:0 im Hinspiel) gegen Stadtrivale AC durch und greifen erstmals seit 2010 wieder nach der Krone Europas.
Ein Unterfangen, das keineswegs aussichtslos erscheint - auch wenn die Italiener unabhängig vom Gegner als Außenseiter nach Istanbul reisen werden. "Sie sind unglaublich abgezockt und eine erwachsene, reife Mannschaft", schwärmte Mario Gomez nach der Partie bei "Prime Video".
Genau diese Eigenschaften lassen die Tifosi vom ganz großen Wurf am 16. Juni im Atatürk Stadion träumen.

Inzaghi überglücklich: "Haben uns selbst übertroffen"

"Es ist sehr emotional. Diese Gruppe hat es verdient, im Champions-League-Finale zu stehen", freute sich Inter-Vizepräsident Javier Zanetti im Interview mit "Sky". Trainer Simone Inzaghi brauchte noch etwas Zeit, um das Erreichte zu realisieren. "In den nächsten Tagen werden wir erkennen, was wir erreicht haben. Für uns war es ein Traum, aber wir haben immer daran geglaubt. Es war außergewöhnlich, so ein Derby im Halbfinale zu gewinnen."
Als er den Trainerjob im Juni 2021 übernahm, sei von ihm verlangt worden, das stolze Inter zurück ins Achtelfinale der Champions League zu führen. "Wir haben uns dieses Jahr selbst übertroffen, niemand hat uns das zugetraut, jetzt ist das Finale Realität geworden."
Realität könnte ähnlich wie vor 13 Jahren nun auch der Henkelpott werden.

Inter Mailand: Eine Saison unter dem Radar

Damals setzten sich die Mailänder im Santiago Bernabéu durch zwei Tore des Argentiniers Diego Milito 2:0 gegen den FC Bayern München durch. Gegen Milan avancierte mit Lautaro Martínez ebenfalls ein Gaucho zum Matchwinner für Inter - und gab sich nach der Partie selbstbewusst mit Blick aufs Finale: "Wer auch immer der Rivale ist, das Finale muss erst gespielt werden."
Martínez weiß, dass die Buchmacher die Nerazzurri weder im Duell mit Rekord-Sieger Real Madrid, noch gegen die Weltauswahl von Manchester City als Favorit auf dem Zettel haben werden.
Inter ist dennoch alles zuzutrauen. Schließlich fliegen die Mannen aus der Lombardei schon die komplette Königsklassen-Saison unter dem Radar und fühlen sich in der Außenseiterrolle sichtlich wohl.
"Nach der Auslosung waren wir enttäuscht, weil wir nicht so viel Glück hatten", blickte Inzaghi vor dem Rückspiel gegen Milan am Montag zurück auf den vergangenen Herbst. Schon damals habe er seinem Trainerstab und den Spielern gesagt, "dass auch Barcelona und der FC Bayern nicht glücklich darüber sind, Inter in der Gruppe zu haben."
Ähnliche Worte wird er womöglich finden, wenn am späten Mittwochabend der Finalgegner um die Krone Europas feststeht.
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