Kroos überragt gegen Chelsea in neuer Rolle: "Casemiro ist nicht mehr da, was soll ich machen?"

Toni Kroos überzeugte beim 2:0 (1:0) von Real Madrid im Champions-League-Viertelfinale gegen den FC Chelsea als defensiver Mittelfeldspieler und erhielt für seine Darbietung im Santiago Bernabéu Standing Ovations. "Casemiro ist nicht mehr da, was soll ich machen", scherzte der Weltmeister von 2014 nach dem Hinspielerfolg in Spanien. Im hohen Fußballalter offenbart der Deutsche neue Qualitäten.

Toni Kroos erhielt im Santiago Bernabeu Standing Ovations

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"Toni, Toni, Toni", hallte es durch das Santiago Bernabéu.
Unter Standing Ovations der euphorischen Zuschauer beendete Toni Kroos seinen Arbeitstag für Real Madrid im Viertelfinal-Hinspiel gegen den FC Chelsea (2:0). Der Protagonist applaudierte zurück und bedankte sich mit einer kurzen, zurückhaltenden Geste für die Huldigungen, die er sich in den 83 Minuten zuvor redlich verdient hatte - wenn auch in einer etwas ungewohnten Rolle.
Carlo Ancelotti bot den 33-Jährigen gegen die Blues eine Station tiefer als üblich im defensiven Mittelfeld auf. "Mit Kroos als Sechser zu spielen, hilft uns sehr dabei, den Ball von hinten herauszuspielen", begründete der italienische Coach seine Entscheidung nach dem Spiel auf der Pressekonferenz in Madrid.
In der Tat überzeugte der Greifswalder einmal mehr im eigenen Aufbauspiel: Kroos brachte die meisten Pässe aller Akteure zum Mann (81) und bestach mit einer (gewohnt traumwandlerisch sicheren) Zuspielquote von 93,8 Prozent.

Kroos überzeugt mit Robustheit

Doch noch mehr begeisterte der eigentliche Stratege, der in der Vergangenheit mehr für Eleganz und technische Finesse denn für körperliche Härte bekannt war, die Fans der Königlichen am Mittwochabend mit seiner beeindruckenden Robustheit in den Duellen.
Sein ehemaliger Nationalmannschaftskollege Sami Khedira bewunderte nach dem Spiel bei "DAZN" die "Sechserzweikämpfe", die der Weltmeister von 2014 inzwischen nicht mehr scheue - wenngleich gezwungenermaßen, wie Kroos nach dem Spiel mit einem Augenzwinkern schilderte. "Casemiro ist nicht mehr da, was soll ich machen", scherzte der Madrilene, der im höheren Fußballeralter ungeahnte Qualitäten offenbart.
Ohne den brasilianischen Staubsauger, der im zurückliegenden Sommer zu Manchester United gewechselt war, rückte der ehemalige Münchner gegen das Team von Interimscoach Frank Lampard an der Themse noch stärker in die defensive Verantwortung.
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Toni Kroos überzeugte gegen Chelsea mal wieder vollennds

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Kroos mit bester Zweikampfquote

"Von der Aufstellung haben wir ohne den klassischen Abräumer gespielt", analysierte Kroos nach dem Viertelfinal-Hinspiel bei "DAZN": "Wenn du etwas tiefer spielst, kommen automatisch mehr Zweikämpfe dazu. Gerade in so einem Spiel darf man die auch annehmen."
Doch Kroos selbst kam der Rolle des Abräumers auffällig nahe: Neun Duelle an der Zahl führte er gegen den englischen Hauptstadtklub und gewann dabei 88,9 Prozent - Bestwert aller Spieler, die mehr als 45 Minuten auf dem Feld standen. Auch im Luftzweikampf blieb der Mittelfeldspieler makellos.
Mit den meisten erfolgreichen Tackles (5) trug Kroos wesentlich dazu bei, dass sich der Titelverteidiger vor dem Rückspiel an der Stamford Bridge in der kommenden Woche (Dienstag, 21:00 Uhr im Liveticker) eine ausgezeichnete Ausgangsposition erspielte.

Kroos: "Da musst du dagegenhalten"

"Wir können zufrieden sein, wir haben das Spiel gut kontrolliert. Die Energie war gut, die Zweikämpfe sehr gut. Es ist ein gutes Ergebnis", lobte Anführer Kroos seine Mannschaft, trat nach der Begegnung am Manzanares aber auch umgehend auf die Euphoriebremse.
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Toni Kroos (l.) und Kai Havertz

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Das 2:0 sei ein trügerisches Resultat, wie der fünfmalige Champions-League-Sieger nach dem Hinspielerfolg in Richtung seiner Mannschaft mahnte.
Denn zuhause in London, so Kroos, ist der FC Chelsea noch einen Tick stärker als auswärts. "Da musst du da sein und in den Zweikämpfen genauso dagegenhalten wie wir das hier getan haben", machte der ehemalige deutsche Nationalspieler deutlich.
Dass er mittlerweile auch das kann, stellte Kroos spätestens am Mittwochabend mit seiner Gala im Estadio Santiago Bernabeu unter Beweis.
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Quelle: Perform

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