Niclas Füllkrug schießt BVB zum Sieg im Halbfinalhinspiel der Champions League gegen PSG - Drei Dinge, die auffielen

Ein Tor von Niclas Füllkrug bringt Borussia Dortmund auf Kurs Richtung Champions-League-Finale. Der BVB überzeugte in einem insgesamt durchschnittlichen Halbfinalhinspiel (1:0) mit einer geschlossenen und kämpferischen Mannschaftsleistung. PSG entpuppte sich dagegen mal wieder als Scheinriese. Gut möglich, dass sich der BVB noch ärgern wird, das Spiel nicht höher gewonnen zu haben. Was auffiel.

Matchwinner Füllkrug: "Ein sehr gutes Gefühl jetzt"

Quelle: Perform

Borussia Dortmund ist dem Champions-League-Finale in der Saison 2023/24 einen Schritt nähergekommen. Die Dortmunder siegten dank eines Treffers von Niclas Füllkrug (36.) gegen Paris Saint-Germain mit 1:0 (1:0).
Dem BVB winkt damit das erste CL-Finale seit der Niederlage 2013 gegen Bayern München (1:2) – ebenfalls im Londoner Wembleystadion. Vor dem Endspiel müssen die Dortmunder aber erst noch das Rückspiel am kommenden Dienstag im Pariser Prinzenpark überstehen.
"Das war ein richtig gutes Spiel von uns. Wir hätten auch noch ein zweites Tor machen können. Aber hatten auch das nötige Glück in einer Phase", sagte Trainer Edin Terzic bei "DAZN". "Das Ergebnis gibt uns die Möglichkeit, in einem sehr schweren Auswärtsspiel das Finale zu erreichen."
Drei Dinge, die uns beim 1:0 von Borussia Dortmund gegen Paris Saint-Germain auffielen.

1. Füllkrug Mr. Champions League in Dortmund

Niclas Füllkrug ist vor der Saison zu Borussia Dortmund gewechselt, um im Herbst seiner Karriere doch noch Europapokalluft zu schnuppern. Während der Neuzugang von Werder Bremen in der Liga doch etwas hinter den Erwartungen zurückblieb, entwickelte er sich in seiner ersten Saison auf Königsklassenniveau zum Mr. Champions League.
Zumindest in Dortmund. Drei Spiele Anlauf nahm der Nationalspieler, ehe er seinen ersten Treffer beim 2:0-Heimspielsieg gegen Newcastle United am 4. Spieltag der Gruppenphase bejubeln durfte. Seitdem taucht Füllkrug in jedem Heimspiel der Champions League auf der Scorerliste auf.
Im abschließenden Gruppenspiel gegen PSG bereitete er ebenso einen Treffer vor wie im Achtelfinale gegen die PSV Eindhoven. Im Viertelfinale leitete sein fantastischer Kopfballtreffer gegen Atlético Madrid die schnelle Wende ein.
Und auch jetzt im Halbfinale gegen die Pariser brauchte er nur eine Chance, um den BVB einen Schritt näher ans Finale nach Wembley zu bringen. Großer Schönheitsfehler: Hätte nach einer Stunde nach starker Vorarbeit von Jadon Sancho das 2:0 machen müssen.
Gut möglich, dass sich der BVB kommenden Dienstag (21:00 Uhr im Liveticker) noch ärgern wird, gegen diesen zumindest an diesem Abend schwerfälligen und anfälligen Gegner nicht höher gewonnen zu haben.
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Niclas Füllkrug jubelt mit seinen Teamkollegen über den Treffer

Fotocredit: Getty Images

2. PSG mal wieder ein Scheinriese

Seit Jahren versucht das katarische Investment vergeblich, den Henkelpott nach Paris zu holen. Der Einzug von PSG ins Halbfinale dieser Saison war für viele Beobachter eine Überraschung – und auch einigen günstigen Umständen geschuldet.
Dass es in den vergangenen Jahren wohl schon bessere PSG-Teams gab als das aktuelle, zeigte sich auch in Dortmund. Bis auf ordentliche zehn Minuten nach der Halbzeit entpuppte sich PSG mal wieder als Scheinriese, der erstaunlich viele strukturelle und personelle Schwachstellen offenbarte.
Linksverteidiger Nuno Mendes erreichte in keiner Phase Champions-League-Niveau, leistete sich viele leichte Fehler sowie Ballverluste und war im Eins-gegen-eins einfach zu überspielen. Jadon Sancho machte mit dem Portugiesen, was er wollte.
Im Mittelfeld überzeugte einzig mit Abstrichen Vitinha. Fabián Ruiz leistete sich in der ersten Halbzeit einen haarsträubenden Fehlpass am eigenen Sechzehner und vergab die Kopfballchance zum Ausgleich leichtfertig. Am 18-jährigen Warren Zaïre-Emery lief das Spiel komplett vorbei.
Dazu kam, dass der BVB im Spielaufbau immer wieder über die Innen- und Außenverteidiger locker nach vorne kombinieren konnte, weil Kylian Mbappé defensiv gar nicht und Ousmane Dembélé nur halbherzig mitmachten. "Paris hat schon zwei, drei Spieler, die nicht jeden Meter mit nach hinten machen", sagte Mats Hummels bei "DAZN".
Die schlechte Nachricht für den BVB im Hinblick auf das Rückspiel: Trotz dieser überschaubaren Leistung kamen die Franzosen zu einigen hochkarätigen Chancen, die sie zum Teil kläglich (Fabián, Dembélé) liegen ließen oder bei denen sie wie beim doppelten Pfosten (Mbappé, Hakimi) Pech hatten.

3. Champions-League-Halbfinale light

Schon bei der Auslosung der Viertelfinals und Halbfinals der diesjährigen Königsklassensaison war klar, dass die eine Hälfte des Turnierbaums mit deutlich stärkeren Mannschaften besetzt ist als die andere.
Was sich in den Viertelfinalspielen schon erkennen ließ, bestätigten die beiden Halbfinalspiele im direkten Vergleich. Bayern gegen Real Madrid war das Duell zweier europäischer Schwergewichte auf taktisch, technisch und individuell hohem Niveau.
Dieses Level erreichte die Partie im Signal-Iduna-Park bei Weitem nicht, Mitte der ersten Halbzeit hatte das Spiel eher Züge eines Sommerkicks, ehe der Treffer von Füllkrug aus dem Nichts das Spiel zumindest bis zur Pause anzündete und auch das Stadion wieder in Wallung brachte.
Es ist schwer vorstellbar, dass vor allem Real Madrid die vielen eklatanten individuellen Fehler auf beiden Seiten nicht konsequenter ausgenutzt hätte als dies beide Mannschaften an diesem Abend in Dortmund taten.
Der BVB konnte zumindest für sich verbuchen, dass er eine geschlossene Mannschaftsleistung auf den Platz brachte und alle Spieler wie von Trainer Edin Terzic gefordert gemeinsam für den Erfolg arbeiteten. Insgesamt liefen die BVB-Spieler zehn Kilometer mehr als ihre Gegner (120:110 Kilometer).
"Das war eine klassische, geschlossene Mannschaftsleistung. Wir können sehr zufrieden sein, das war ein sehr erwachsenes, sehr reifes Spiel von uns", sagte Hummels.
Beispielhaft: Karim Adeyemi, der zwar offensiv harmlos blieb, aber sich defensiv stark einbrachte und seine Schnelligkeit in einigen Laufduellen gegen Achraf Hakimi gewinnbringend einsetzen konnte. Das Publikum goutierte diesen Einsatz mit Szenenapplaus.
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Terzic lobt starken Sancho: "Wir wissen um die Qualität"

Quelle: Perform


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