Kylian Mbappé bei Paris Saint-Germain: Eine schwierige Reise - mit ultimativem Happy End?
VonThomas Gaber
Publiziert 01/05/2024 um 10:51 GMT+2 Uhr
Seit sechs Jahren spielt Kylian Mbappé für Paris Saint-Germain und kritische Stimmen sagen, er habe dadurch sechs gute Jahre vergeudet. Ligue 1 - das passe nicht zum besten Stürmer der Welt, der mit 19 schon Weltmeister wurde. Dem Vernehmen nach befindet sich Mbappé auf Abschiedstour in Paris - Real Madrid ruft. Ausgerechnet in seiner letzten Saison greift der 25-Jährige mit PSG nach den Sternen.
Terzic analysiert Chancen gegen PSG: "... dann haben wir eine Chance"
Quelle: Perform
Von den vier Viertelfinal-Duellen der Champions League schien eines bereits nach dem Hinspiel entschieden. Der FC Barcelona hatte bei Paris Saint-Germain 3:2 gewonnen. Als Raphinha Barça im Rückspiel in der 12. Minute in Führung schoss, war das Halbfinal-Ticket für die Katalanen quasi gebucht.
Doch das Blatt wendete sich mit der Roten Karte für Ronald Araujo (29.). Ousmane Dembélé (40.), Vitinha (54.), und Kylian Mbappé (61./Elfm., 89.) ballerten PSG ins erste Halbfinale seit 2021.
"Durch den Sieg in Barcelona hat PSG seine Dämonen vertrieben", sagt Glenn Ceillier von Eurosport Frankreich. "Das Weiterkommen hat der Mannschaft einen riesen Schub verliehen. PSG scheint jetzt eine traumhafte Chance zu haben, die lang ersehnte Trophäe zu holen. Dies war zu Saisonbeginn nicht selbstverständlich."
Nach einem erneut großen Umbruch im letzten Sommer dümpelte Paris in den ersten Wochen der Saison vor sich hin. Ständiges Begleitthema: die Zukunft von Mbappé.
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Luis Enrique genervt vom Wechsel-Hickhack um Mbappé
"Es ist unerträglich, man kann hier nicht in Ruhe arbeiten", schimpfte der neue Trainer Luis Enrique. "Hier gibt es nur ein Thema: Mbappé, Mbappé, Mbappé." Bleibt er, geht er, bleibt er, geht er - dieses Gänseblümchenspiel stellte den sportlichen Werdegang der Pariser in dieser Saison in den Schatten.
"Ich mache es ab jetzt wie eine kaputte Schallplatte. Ich werde immer die gleiche Antwort gegen, wenn ich nach Mbappé gefragt werde: Ich tue alles, damit die Mannschaft Erfolg hat. Das mag langweilig für Sie sein, aber das ist nicht mein Problem", so Enrique.
Mbappé hätte es sich und dem ganzen Klub leicht machen können, indem er sich irgendwann zu PSG oder eben zu Real Madrid bekannt hätte. In Spanien wird die Angelegenheit längst als fix dargestellt: Mbappé wird im Sommer ein Königlicher.
Mbappé spielt erfolgreichste Saison in Paris
Allerdings - und das ist das Paradoxe - scheint die Leier und die vielen offenen Fragen zu seiner Zukunft den 25-Jährigen nicht zu belasten. 43 Tore hat er in 44 Pflichtspielen erzielt und damit bereits einees mehr als in seiner bislang erfolgreichsten Saison 2020/21 (42 Treffer in 47 Partien). Der Stress treibt ihn eher an.
Ausgerechnet in seinem mutmaßlich letzten von sechs titelreichen, aber auch anstrengenden Jahren greift Mabppé mit PSG nach den Sternen. Die französische Meisterschaft und der nationale Supercup sind bereits eingetütet, am 25. Mai steht das Pokalfinale gegen Olympique Lyon an.
Im Champions-League-Halbfinale gegen Borussia Dortmund (Mi., 21:00 Uhr im Liveticker) hat Paris das Momentum auf seiner Seite. Von 24 Spielen in diesem Jahr hat PSG nur eines verloren - das erwähnte 2:3 gegen Barcelona. In den letzten fünf Partien erzielten Mbappé und Co. 17 Tore, mitunter von Mbappé aberwitzig vorbereitet wie der Treffer von Dembélé in Lorient.
"Sie sind extrem gefährlich, extrem schnell und extrem flexibel. Wenn wir nur einen Verteidiger auf Mbappé abstellen, funktioniert das schon mal nicht, weil er mal auf links, mal tief und mal als Neuner auftaucht", sagte BVB-Trainer Edin Terzic am Dienstag.
Kapitän Emre Can verriet, dass "man sich auf so einen Spieler schon anders vorbereitet. Mbappé ist vielleicht der beste Stürmer der Welt."
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Kylian Mbappé im Abschlusstraining von PSG mit Wollmütze
Fotocredit: Getty Images
Paris greift nach dem lang ersehnten Champions-League-Titel
An diesem Status hat Mbappé in Paris sechs Jahre gearbeitet. Seine Kritiker werfen ihm vor, es sich in der international eher zweitklassigen Ligue 1 gemütlich gemacht zu haben, anstatt für Real oder in der Premier League Woche für Woche an die Leistungsgrenze gehen zu müssen.
Was nicht ist, kann ja noch werden und wird es wohl auch bald. Mbappé ist immer noch erst 25 Jahre alt.
Zum Abschied winkt ihm der ganz große Wurf. Sollte PSG tatsächlich die lang ersehnte Champions League gewinnen, hätte sich der Stress voll rentiert.
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Quelle: Perform
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