Drei Dinge, die beim FC Bayern gegen Celtic auffielen: Augen zu und Dusel - Kompany hat ein Offensiv-Problem
Der FC Bayern München duselt sich mit einem 1:1 im Playoff-Rückspiel gegen Celtic Glasgow ins Achtelfinale der Champions League. Dass es eines Abstaubertors von Alphonso Davies (90.+4) bedarf, macht deutlich, wie sehr der bayrische Offensivmotor stottert - gerade nach dem Ausscheiden von Harry Kane. Hinten unterlaufen den Münchnern zudem schon wieder Slapstickfehler. Was uns auffiel.
Bayern zittert sich ins Achtelfinale: "Es ist nicht so einfach"
Quelle: Perform
Dass sie durch ein Abstaubertor, bei dem ein Abwehrspieler in der 94. Minute einem eingewechselten Linksverteidiger den Ball gegen den Fuß schießt, weiterkommen, hatten die Bayern fürs Playoff-Rückspiel gegen den FC Celtic sicher nicht auf ihrer Bingokarte.
Sei's drum - das glückliche 1:1 durch Alphonso Davies (90.+4) war ausschlaggebend für Bayerns Einzug ins Achtelfinale.
"Letztlich haben wir das Ergebnis erzielt, das uns eine Runde weiterbringt. Manchmal lernst du auch über die Mentalität", nahm Trainer Vincent Kompany als Erkenntnis mit.
"Genau das sind die Momente, die einen durch eine Saison tragen", meinte derweil Leon Goretzka bei "Prime Video" und ergänzte: "Wenn man eben nicht die Sterne vom Himmel spielt, aber es schafft, Ergebnisse zu liefern. Da lag das Hauptaugenmerk drauf."
Was sonst noch auffiel - die drei Dinge:
1. Augen zu und Dusel
Schon das 0:0 im Top-Spiel der Bundesliga am Samstag in Leverkusen war schmeichelhaft; was der FC Bayern aber am Dienstagabend in der Champions League gegen den FC Celtic ablieferte, war lange eines selbst ernannten Finalaspiranten unwürdig.
Die Gäste aus Glasgow führten bis zur 94. Minute nicht unverdient, hätten sogar öfter treffen können als durch den Ex-Münchner Nicolas Kühn tatsächlich bewerkstelligt (63.).
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Celtic-Profi Nicolas Kühn trifft gegen Manuel Neuer (Bayern)
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Dass es nicht in die Verlängerung ging (oder gar noch schlimmer endete), hatte mit einer letzten gelungenen Aktion der Bayern zu tun: Michael Olise flankte, Leon Goretzka köpfte - und Joker Alphonso Davies drückte den vom tapferen Kasper Schmeichel zur Seite parierten Ball im Pressschlag mit Cameron Carter-Vickers zum 1:1 über die Linie (90.+4). Ein Gurkentor, erzwungen.
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Alphonso Davies bringt Bayern gegen Celtic Glasgow eine Runde weiter
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Natürlich hatten auch die Bayern zuvor ihre Chancen. Schmeichel jedoch geriet zur beinahe unüberwindbaren Wand, parierte insgesamt acht Torschüsse. Harry Kane stand zudem einmal die Latte im Weg (45.). Zwingend in die Kategorie Großchance musste allerdings nur Goretzkas Alleinauftritt vor Schmeichel (73.).
"Wir hatten in der zweiten Halbzeit viele Möglichkeiten, um zwei, drei Tore zu schießen - am Ende brauchten wir den Treffer von Davies", fasste es Kompany zusammen. So war es auch einer gehörigen Portion Glück zu verdanken, dass die Bayern im 21. Champions-League-Heimspiel in Serie ungeschlagen blieben (zuletzt im April 2021, 2:3 gegen Paris Saint-Germain).
2. Kompany hat ein Offensiv-Problem
Als Harry Kane in der Halbzeitpause in der Kabine blieb, schwante den 75.000 Zuschauern in der Allianz Arena bereits Böses. Wer soll denn jetzt überhaupt ein Tor erzielen? Die Bayern hatten sich in den ersten 35 Minuten der Partie so derart harmlos präsentiert, dass man fast meinen konnte, es ginge erneut gegen Leverkusen (zwei Torschüsse am Samstag).
Statistiker notierten für das erste Spieldrittel einen xG-Wert von 0,33 bei den Bayern, dabei entfielen aber 0,14 schon auf den ersten Kopfball von Serge Gnabry (3.). In weniger Fachchinesisch: Bayern spielte brutal harmlos. Erst kurz vor der Pause nahmen die Münchner, angetrieben von Rechtsverteidiger Josip Stanisic, nochmal Schwung auf - Kanes Lattenschuss als Sinnbild (45.).
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Bayern-Angreifer Harry Kane im Duell mit Celtic-Profi Auston Trusty
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Insgesamt schafften es die Bayern aber erneut nicht wirklich, Druck aufzubauen. Gegen einen Gegner wohlgemerkt, der in der Vorrunde 1:7 bei Borussia Dortmund verloren und auch von Aston Villa vier Stück eingeschenkt bekommen hatte (2:4). Die von Beginn an aufgebotenen Michael Olise, Jamal Musiala und Serge Gnabry strahlten jedoch zu wenig Torgefahr aus - und vor allem wenig Willen, sich durchzukombinieren. So blieb vieles Stückwerk - und die Arena leise.
Erst mit Kingsley Coman (links, ab 46.) und Leroy Sané (64.) kam ein bisschen mehr Schwung in die Bude. Die Kombinationen blieben zwar hölzern, doch immerhin waren die Flügel breit besetzt und Spielverlagerungen brachten den Münchnern Eins-gegen-Eins-Situationen ein, aus denen sich Torgefahr heraufbeschwören ließ.
Neben Kanes Gesundheitszustand, den offenbar die Wade zwickt (Kompany: "Ich weiß nicht, was es genau ist, aber er konnte nicht mehr weiterspielen"), macht den Bayern vor allem die schwache Saisonphase von Musiala Sorgen. Der Nationalspieler hängt zurzeit etwas durch und schafft es zu selten, sich selbst und seine Mitspieler vor dem Tor aussichtsreich in Szene zu setzen.
Besorgniserregend: Seit 6. November und dem Königsklassenspiel gegen Benfica (1:0) haben die Bayern in immerhin 10 von 21 Spielen maximal ein Tor erzielt. Und das ist nicht nur Musiala vorzuwerfen. "Ab Sonntag müssen Leistung und Ergebnis stimmen", gab Kompany schon mal als Richtung vor.
3. Kim und Upa machen Sorgen
Für Vincent Kompany war das 0:0 in Leverkusen am Samstag ein Erfolg - zu Null gespielt, Abstand auf den Liga-Verfolger gehalten, der Trainer war zufrieden. Mit gelungenen Defensivaktionen und auch einem Hauch Glück hatten sich seine Mannen dort das Remis erkämpft, ein Punktesieg.
Ganz anders sah das am Dienstag aus. Vor allem seine Innenverteidiger machten in der Königsklasse erneut durch Slapstick-Einlagen auf sich aufmerksam. Dayot Upamecano, zuletzt ein Fels in der Brandung, hätte durch drei vogelwilde Minuten (16. bis 18.) den Münchnern beinahe schon den Rückstand eingebrockt.
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Champions League: Min-Jae Kim (hinten) patzt, Nicolas Kühn trifft zum 1:0 - FC Bayern München vs. FC Celtic
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Das bewerkstelligte Min-Jae Kim als letztes Glied einer langen Fehlerkette in der 63. Minute, als er erst zu spät zum Sprint anzog, den Pass von Daizen Maeda auf Kühn falsch einschätzte und ohne Not zur Grätsche ansetzte - mit er dann auch noch den Ball verfehlte.
Statistisch ist Bayern damit in der Champions League das Team mit den meisten Fehlern, die zu gegnerischen Schüssen (13) und eben auch Toren (5) führten. Letzterer ist für den FCB ein absoluter Minus-Wert seit Datenaufzeichnung (2003/04).
Will man wirklich den Traum vom "Finale dahoam reloaded" am 31. Mai realisieren, braucht Bayern bessere Leistungen in der Innenverteidigung - ohne Wenn und Aber. Zunächst steht aber nun erstmal das Achtelfinale an (4./5. März und 11./12. März). Ob es gegen Atlético Madrid oder aber Bayer 04 Leverkusen geht, wird am Freitag in Nyon (12:00 Uhr im Liveticker) ausgelost.
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Kompany gibt Kane-Update: "Weiß nicht wie lange"
Quelle: Perform
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