FC Bayern gegen Inter Mailand - Drei Dinge, die auffielen: Thomas-Müller-Märchen ohne Happy End - Vincent Kompany verzockt sich

Der FC Bayern München muss nach der 1:2 (0:1)-Niederlage im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Inter Mailand um das "Finale dahoam 2.0" zittern. Dabei muss sich Trainer Vincent Kompany eingestehen, dass er sich verzockt hat - auch, wenn das Märchen um Thomas Müller kurz aufflammte. Inter Mailand machte den Bayern in puncto Kaltschnäuzigkeit so einiges vor. Drei Dinge, die auffielen.

Bayern hadert nach Hinspielpleite: "Keine verdiente Niederlage"

Quelle: SID

Harry Kane haderte, Thomas Müller ärgerte sich - am Ende markierte ein Konter-Tor von Davide Frattesi (88.) den dramatischen Schlusspunkt des Viertelfinal-Hinspiels.
Dabei hätte der englische Stürmer die Partie schon früh in Richtung Bayern-Sieg lenken können, der Torjäger schien an diesem Abend aber von seiner Zielgenauigkeit verlassen.
Müller hätte seinerseits ein ganz persönliches Fußball-Märchen schreiben können, das Happy End blieb ihm aber wegen der abgezockten Italiener verwehrt.
Drei Dinge, die uns in München auffielen.

1. Das Kane doch nicht wahr sein!

"Wir wollen auf dem Gaspedal bleiben", kündigte Leon Goretzka vor dem Anpfiff selbstbewusst an. Und tatsächlich: Auch ohne Superstar Jamal Musiala verzeichneten die Hausherren in den ersten dreißig Minuten gleich mehrere Hochkaräter. Michael Olise (7., 22.) und Harry Kane (26.) hätten die Münchner gut und gerne in Führung schießen können - scheiterten aber jeweils.
Vor allem der englische Super-Stürmer vergab eine Chance der Kategorie "Der muss doch rein". Nach feiner Vorarbeit des Franzosen tauchte der Engländer völlig freistehend links im Strafraum auf. Sein Schlenzer in die völlig freie rechte Torecke prallte jedoch vom Außenpfosten ins Toraus. Er selbst sah aus, als könne er sein Pech kaum glauben.
"Leider haben wir die Riesenchance von Harry nicht nutzen können, sonst geht man ganz anders in dieses Spiel. Man führt 1:0 und kann anders auftreten", gab Torschütze Thomas Müller am Mikrofon bei "Prime Video" nach dem Spiel unumwunden zu.
Die Tor-Flatter traf Kane zur Unzeit: Normalerweise trifft er auch in den sogenannten großen Spielen wie am Fließband, alleine zehn Mal netzte er in der Königsklasse in dieser Spielzeit.
Mit einem Treffer heute Abend hätte er seinem Team helfen und damit seinem großen Traum von einem Titel einen Schritt näher kommen können.
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Konnte es selbst kaum fassen: Harry Kane ärgert sich über seine vergebene Torchance

Fotocredit: Getty Images

2. Müller-Märchen ohne Happy End - Kompany verzockt sich

"Rapha hat, als er letztes Mal auf der Position gespielt hat, zwei Tore erzielt. Früher in der Saison war er auch wichtig und hat ein paar Tore gemacht. Es ist eine Position, die er kennt." Mit diesen Worten begründete Bayern-Trainer Kompany vor Spielbeginn seinen Entschluss, auf Guerreiro statt Müller in der Startelf zu setzen.
Eine Entscheidung, die im Nachhinein zumindest kritisch hinterfragt werden kann. Der Ersatz für den verletzten Musiala fand kaum Bindung zum Spiel, hatte im ersten Durchgang die wenigsten Ballaktionen aller Bayern-Feldspieler.
Der Routinier Müller, dessen Abschied erst vor wenigen Tagen verkündet wurde und für Querelen sorgte, musste überraschend auf der Bank Platz nehmen.
Ob das Spiel mit Müller von Beginn an grundlegend anders gelaufen wäre? Spekulation. Fakt ist aber: Er hätte wenige Tage nach der kontroversen Entscheidung des Vereins für eine besondere Atmosphäre im Stadion sorgen, das Publikum von Beginn an elektrisieren können.
Was genau das bedeutet, durfte Kompany in der Schlussphase erleben: Noch bevor Müller vor seiner Einwechslung in der 74. Minute überhaupt den Rasen betrat, erhoben sich die Zuschauer von ihren Plätzen, feierten die Vereinslegende mit Sprechchören.
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Wurde zum tragischen Helden: Thomas Müller

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Und dann? Lief es auch noch beinahe märchenhaft: Müller traf nur kurz nach seiner Einwechslung (85.) und tat genau das, was man irgendwie ja auch von ihm erwarten konnte. Der Unterschiedsspieler, der er beinahe zwei Jahrzehnte lang für den Verein war, der ist er eben immer noch - wenn man ihn denn lässt.
Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus hatte es vorausgesehen: "Ich kann mir vorstellen, dass genau das passiert - irgendwas Spezielles um Thomas Müller, wenn er am Dienstag anfängt."
Dass es dennoch nicht zum Unentschieden reichte, lag am Gegner.
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Kompany über Müller: "Wissen, dass er eine wichtige Rolle spielt"

Quelle: Perform

3. Kaugummi oder Teflon: An Inter prallt alles ab

Eine Ablage mit der Hacke durch Marcus Thuram, ein Traumtor in den Winkel per Außenrist durch Lautaro Martínez - Inter Mailand holte gegen den FC Bayern die ganz feine Klinge hervor.
Dabei dominierte der italienische Meister nicht in Sachen Ballbesitz oder Torchancen. In der Endabrechnung hatten die Gäste gar nur 0,91 Expected Goals (Bayern übrigens 2,65!), lediglich vier Schüsse fanden den Weg in Richtung Tor (Bayern schaffte immerhin sieben). Eine einzige Großchance verbuchte Inter zudem - während die Hausherren gleich fünf davon ungenutzt ließen.
Dennoch wirkte die ersatzgeschwächte Münchner Mannschaft gegen die "alten Herren" aus der Mode-Metropole Mailand hier und da wie eine Schülertruppe. Beim 0:1 ließ sich Michael Olise auf der rechten Außenbahn von Carlos Augusto beinahe vorführen.
Beim späten 1:2-K.o. durch Frattesi sah gleich die gesamte Hintermannschaft der Bayern schlecht aus. Während die Allianz-Arena noch den märchenhaften Treffer von Müller feierte, bewies Inter längst wieder klaren Kopf.
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Davide Frattesi schoss Inter Mailand zum Sieg beim FC Bayern

Fotocredit: Getty Images

"Inter ist sehr schwer zu bespielen, das zeigt ja auch die Statistik. Die sind wie Kaugummi. Sie haben so viel Erfahrung im Team", musste dann auch der Bayern-Torschütze nach dem Spiel bei "Prime Video" anerkennen. Expertin Josephine Henning befand: "Auf jeden Fall ist der Sieg verdient. Ich habe selten so eine eklige Mannschaft gesehen, im positiven Sinne. Bei Bayern hat für mich die letzte Präzision gefehlt."
Kaugummi, oder doch eher Teflon. Nicht nur in der Offensive glänzte Inter. Die Italiener kassierten gegen Bayern erst den dritten Gegentreffer überhaupt in dieser Champions-League-Saison.
Nach dem Ausgleich brannte kurzzeitig die Allianz-Arena, alle erwarteten nun eine Sturm- und Drangphase der Hausherren. Und die Mailänder? Die wehrten - auch in Person von Ex-Münchner Yann Sommer - alles ab, was da auf ihr Tor geschossen kam. Und trafen dann selbst.
Eiskalt eben, diese Italiener.
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Kompany unzufrieden: "Normalerweise schießen wir zwei, drei Tore"

Quelle: Perform


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