Drei Dinge, die bei Leverkusen gegen FC Bayern auffielen: Nächste Machtdemonstration der Münchner mit starkem Urbig
Update 12/03/2025 um 09:15 GMT+1 Uhr
Der FC Bayern gewinnt das deutsche Duell in der Champions League und steht im Viertelfinale. Nach dem 3:0 aus dem Hinspiel folgte mit dem 2:0 eine weitere dominante Vorstellung, weil sich die Münchner nicht auf den Vorsprung ausruhten. Auch Torwart Jonas Urbig legte eine starke Königsklassen-Feuertaufe hin. Doch was war mit Bayer Leverkusen los? Drei Dinge, die auffielen.
Kompany erleichtert: "Deswegen ist dieser Sieg wichtig"
Quelle: Perform
Der FC Bayern München hat sich zweimal gegen Bayer Leverkusen durchgesetzt und einen weiteren Schritt in Richtung "Finale dahoam" gemacht.
Harry Kane wurde zum "Man of the Match" ernannt. Der Engländer schoss das 1:0 (52.) und legte das 2:0 für Alphonso Davies (71.) auf. Der FC Bayern hätte sogar noch höher gewinnen können. Jamal Musiala scheiterte allerdings in der 81. und 86. Minute gleich zweimal am Pfosten.
Im Viertelfinale trifft der FC Bayern auf Inter Mailand. Der starke Auftritt gegen Leverkusen dürfte ihnen Mut machen, auch diese Aufgabe zu meistern.
Drei Dinge, die uns am Dienstagabend in der BayArena auffielen:
1. Bayern verzichtet auf den Verwaltungsmodus
Nach einem Hinspiel-Ergebnis von 3:0 liegt die Versuchung nahe, den Vorsprung im Rückspiel einfach zu verwalten. Doch auf diese Option wurde verzichtet. Trainer Vincent Kompany ließ die selben zehn Feldspieler wie im Hinspiel auflaufen.
Obwohl der FC Bayern erstmal kein Tor benötigte, spielte er zielgerichtet nach vorne. Stürmer Harry Kane hatte in den ersten 15 Minuten zwei Chancen, Michael Olise ließ kurz darauf einen gefährlichen Distanzschuss folgen. Fast war man als Zuschauer geneigt zu fragen: Welche Mannschaft muss eigentlich drei Tore schießen?
In der ersten Halbzeit hatte der FC Bayern 52 Prozent Ballbesitz. Ein Grund dafür: Ähnlich wie im Hinspiel beherrschten sie das Zentrum, wo Leon Goretzka (Zweikampfquote: 86 Prozent) und Joshua Kimmich einen richtig guten Job machten.
Nach der Pause setzten die Gäste ihre Dominanz fort. Der Führungstreffer durch Kane, der nach einem scharf geschossenen Freistoß von Joshua Kimmich erfolgte, war völlig verdient - ebenso wie das 2:0. "Die Jungs haben gezeigt, wie hungrig sie sind und was sie erreichen wollen", lobte Kompany.
Kane war mit der Leistung ebenfalls zufrieden: "Es war eine richtig gute Performance von uns. Wir waren von der ersten Minute da, wollten den Druck hoch halten, Chancen kreieren und haben das Spiel gewonnen."
2. Matchplan von Leverkusen geht nicht auf
Leverkusen gelang es nie, den FC Bayern dauerhaft unter Druck zu setzen. Vielmehr stand sich Bayer aufgrund einfacher Fehler und Unkonzentriertheiten selber im Wege. Ein typischer Fehler von Leverkusen: Nach Ballgewinnen schalteten sie meist nicht schnell genug um. Dabei liegt dort bekanntermaßen eine Schwachstelle der Bayern.
Es gelang ihnen genauso wenig, die Bälle auf die Flügel durchzuspielen. Stattdessen wurden die Flanken vielfach aus dem Halbfeld geschlagen. Zwar kam Leverkusen auf insgesamt 27 Flanken. Allerdings kam nicht einmal jede fünfte Flanke beim Mitspieler an.
Alonso verzichtete zur Halbzeit auf Auswechslungen. Erst nach 65 Minuten, als Leverkusen bereits mit einem Tor zurücklag, nahm er zwei Veränderungen vor und brachte die Stürmer Amine Adli sowie Victor Boniface in die Partie. Es folgte eine kurze dominante Phase, die allerdings vom zweiten Gegentreffer jäh beendet wurde.
Warum die Leverkusener nie zu ihrem Spiel fanden? "Man merkt Ausfälle wie den von Florian Wirtz", sagte Torwart Lukáš Hradecký, der allerdings keine Ausreden suchen wollte: "Bayern weiß auch, wie man unsere Räume zumacht, wir hatten kaum richtige Torschüsse. Bayern war die klar bessere Mannschaft, das müssen wir anerkennen."
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Ratlosigkeit in Leverkusen: Jonathan Tah, Xabi Alonso und Patrik Schick
Fotocredit: Getty Images
3. Neuer-Ersatz Jonas Urbig übrzeugt
Jonas Urbig erlebte am vergangenen Samstag ein unglückliches Startelf-Debüt. Bei der 2:3-Niederlage gegen den VfL Bochum konnte er lediglich zwei Schüsse parieren – und musste dreimal hinter sich greifen. Allerdings war der 21-jährige Winter-Neuzugang, der den verletzten Manuel Neuer vertritt, an keinem Gegentreffer der Schuldige. Umso schöner für den Ex-Kölner, dass er nun in der Champions League sein Potenzial entfalten konnte.
Die größte Tat: In der 65. Minute parierte er einen scharfen Schuss von Jeremie Frimpong in der kurzen Ecke. Überhaupt machte Urbig einen sehr reifen Eindruck. Unaufgeregt bei Rückpässen, präsent bei hohen Bällen und brillant auf der Linie, wenn er gebraucht wurde.
Ein weiteres Plus: Urbig ist mit dem linken und dem rechten Fuß gleichermaßen stark. Das macht es für die Abwehrspieler einfacher, den Torwart ins Aufbauspiel einzubinden oder ihn auch bei Gegnerdruck anzuspielen.
Das Miteinander mit seinen Vorderleuten stimmte nicht nur fußballerisch, sondern auch menschlich. Immer wieder kamen Mitspieler nach gelungenen Aktionen auf Urbig zu, um mit ihm abzuklatschen. Als das Spiel vorüber war, nahm auch Trainer Kompany den Torwart in den Arm, sprach mit ihm und klopfte ihm auf die Schulter.
Prime-Experte Matthias Sammer: "Jonas war da, er war präsent, als hätte er schon 200 Spiele für Bayern im Tor gestanden. Ein Riesenkompliment an den Jungen. Er hat eine sehr gute Ausstrahlung. Bei Torhütern habe ich immer das Gefühl, entweder sie füllen das Tor aus oder sie füllen es nicht aus. Und du hast das Gefühl, er hat es ausgefüllt."
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Quelle: Perform
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