Drei Dinge, die beim BVB-Sieg gegen Lille auffielen: Comeback der Vollgas-Veranstaltung und Beiers brutaler Brustlöser
Borussia Dortmund gewinnt das Achtelfinal-Rückspiel beim OSC Lille 2:1 (0:1) und steht im Viertelfinale der Champions League. Die zwei Duelle mit dem FC Barcelona erspielten sich die Schwarz-Gelben durch einen fulminanten Offensivauftritt und unter freundlicher Mithilfe eines alten Bekannten. Das Tor zur nächsten Runde besorgte letztlich ein hochveranlagtes Sorgenkind. Drei Dinge, die auffielen.
Kovac: "Spieler des Spiels ist die Mannschaft"
Quelle: Perform
Und dann liegen sie sich plötzlich wieder in den Armen ...
Am vergangenen Wochenende erntete ein völlig desaströser BVB nach der 0:1-Heimpleite gegen den FC Augsburg noch ein gellendes Pfeifkonzert von der heimischen Südtribüne, vier Tage später feierte Schwarz-Gelb im Norden Frankreichs mit den mitgereisten Anhängern den Einzug ins Viertelfinale der Champions League.
Der BVB gewann das Rückspiel des Achtelfinal-Duells mit dem OSC Lille 2:1 (0:1) und trifft in der Runde der letzten Acht nun auf den FC Barcelona. Und das, obwohl der Abend für die Mannschaft von Niko Kovac kaum schlimmer hätte starten können.
Bereits nach fünf Minuten gerieten die Dortmunder durch ein Tor der Marke "Pleiten, Pech und Pannen" in Rückstand, drehten die Partie aber durch Kapitän Emre Can (54./Foulelfmeter) und Maximilian Beier (65.) nach der Pause.
"Diese Leistung zeigt mir, dass diese Mannschaft sehr erfahren ist und gerne in diesen Wettbewerben spielt. Es ist ein großartiger Sieg, ein verdienter Sieg. Glückwunsch an mein Team", freute sich Niko Kovac nach der Partie auf der Pressekonferenz.
Drei Dinge, die bei OSC Lille gegen Borussia Dortmund auffiel.
1. Comeback der Vollgas-Veranstaltung
Der BVB musste ein anderes Gesicht zeigen - und er tat es. Am vergangenen Wochenende noch attestierte Trainer Niko Kovac seiner Mannschaft nach der peinlichen 0:1-Pleite gegen den FC Augsburg eine Nichtleistung und wurde anschließend in der Kabine laut. Eine Ansprache, die Früchte trug.
Der BVB machte in Lille eines seiner besten Spiele der Saison, spielte mit Ausnahme der ersten zehn Minuten bedingungslosen Offensivfußball. Den brauchte es auch angesichts des frühen Rückstands durch ein Tor, das wie ein Abziehbild der bisherigen BVB-Saison anmutete. Erst ließ sich Waldemar Anton bei der Hereingabe von Ismaily tunneln, dann schoss Torschütze Jonathan David erst Niko Schlotterbeck und schließlich auch Gregor Kobel durch die Beine. Slapstick.
Doch der BVB berappelte sich schnell und schaltete plötzlich in einen Modus, der die Fans des Ruhrpottklubs in eine fast vergessene Zeit zurückversetzte. Erinnern Sie sich an den von Jürgen Klopp geprägten Begriff "Vollgas-Veranstaltung"?
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Maxi Beier, Emre Can und Pascal Groß (alle BVB) bejubeln den Sieg in Lille
Fotocredit: Getty Images
Bis zur Pause schossen die Westfalen siebenmal auf das gegnerische Tor, tauchte fast im Minutentakt rund um oder im Strafraum der Lilloise auf. Keeper Lucas Chevalier hatte alle Hände voll zu tun (no pun intended), um seine Mannschaft mit der 1:0-Führung in die Pause zu retten, parierte in der 20. Minute innerhalb weniger Sekunden erst gegen Julian Brandt und anschließend gegen Serhou Guirassy auf der Torlinie.
Im zweiten Durchgang erhöhte Dortmund dann noch einmal die Schlagzahl und belohnten sich schließlich durch einen Elfmetertreffer von Emre Can (54.) und ein Traumtor von Maximilian Beier (65.) für seinen Aufwand. Will man dem BVB an diesem Abend einen Vorwurf machen, dann, dass der Finalist des vergangenen Jahres trotz 17 Torschüssen, darunter zwei Aluminiumtreffer und einem Expected-Goals-Wert von 2,84 aufgrund des knappen Ergebnisses letztlich doch noch zittern musste.
2. Meunier ruft sich in Erinnerung
Dreieinhalb Jahre versuchte Thomas Meunier zwischen 2020 und 2024 beim BVB Fuß zu fassen, bevor er den Klub im Februar des vergangenen Jahres ablösefrei in Richtung Trabzonspor verließ. Seit dem vergangenen Sommer läuft der Belgier für Lille auf - und half am Mittwochabend kräftig dabei mit, seinen Ex-Klub ins Viertelfinale zu hieven.
Meunier verlor insgesamt 18 Mal den Ball (Höchstwert), zeigte sowohl Schwächen im Stellungsspiel als auch im Zweikampf und verursachte in der 54. Minute den Elfmeter, den Can zum Ausgleich verwandelte.
Im Laufduell mit Guirassy konnte der 33-Jährige nicht mithalten, kreuzte hinter dem BVB-Stürmer dessen Laufweg und touchierte den Mann aus Guinea dabei an der Hacke: Strafstoß.
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Emre Can of Borussia Dortmund scores his team's first goal from the penalty spot during the UEFA Champions League 2024/25 Round of 16 Second Leg match between LOSC Lille and Borussia Dortmund at Stade Pierre Mauroy on March 12, 2025 in Lille, France
Fotocredit: Getty Images
Dass Meunier gleichzeitig die meisten Ballaktionen seiner Mannschaft hatte (81), lag auch daran, dass die Borussia den ehemaligen Nationalspieler als klare Schwachstelle ausgemacht hatte. Immer wieder überlagerte der BVB die linke Angriffsseite und setzte Meunier mit Julian Ryerson und Maximilian Beier unter Druck.
Druck, dem der ehemalige PSG-Verteidiger nur selten standhielt.
3. Beiers brutaler Brustlöser
Im Sommer galt er als der heimliche Königstransfer des BVB. Jung, hochveranlagt, deutscher Nationalspieler - rund 30 Millionen Euro überwiesen die Dortmunder für Maximilian Beier nach Hoffenheim.
Doch die Premierensaison in Schwarz-Gelb verläuft für den 22-Jährigen noch etwas holprig. 36 Mal stand Beier in Bundesliga und Champions League auf dem Rasen, rund die Hälfte seiner Einsätze machte er von Beginn an (17) - sechs Treffer und vier Assists sprangen bislang heraus.
Zu wenig, bedenkt man, dass die Borussia jedes einzelne Spiel mit Torbeteiligung von Beier gewann. Nach dem 1:1 im Hinspiel brauchte der BVB im Achtelfinal-Rückspiel zwingend einen Sieg zum Weiterkommen - und Beier bekam nach nur 27 Minuten gegen Augsburg die nächste Chance von Beginn an.
Eine gute Entscheidung, wie sich zeigte. Läuferisch gehörte der gebürtige Brandenburger zu den besten BVB-Akteuren. Beier ging weite Wege, war sich bis zu seiner Auswechslung in der 85. Minute für keinen Zweikampf zu schade und erzielte in der 65. Minute dann das goldene Tor zum Viertelfinale - und was für eins.
Im Strafraum legte sich Dortmunds Nummer 14 den Ball auf den rechten Schlappen, mit dem er das Spielgerät in den rechten Winkel zimmerte. "Maxi ist ein super Typ, der diesen Schuss sehr oft trainiert", lobte Niko Schlotterbeck nach dem Spiel bei "DAZN".
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Maximilian Beier (r.) erzielte in Lille seinen ersten Champions-League-Treffer
Fotocredit: Getty Images
Sportdirektor Sebastian Kehl war nach dem Spiel ebenfalls voll des Lobes, auch wenn Beier wenige Minuten zuvor bereits zur Führung hätte treffen müssen, als er eine Flanke völlig frei am Fünfer neben das Tor setzte: "Maxi war unglaublich engagiert und hat uns sowohl offensiv als auch defensiv sehr geholfen. Neben seinen anderen Möglichkeiten hat er sich mit seinem Treffer selbst befreit und sich für seine gute Leistung belohnt."
Bleibt zu hoffen, dass der Nationalspieler die kommenden Wochen nutzt und Leistungen wie diese konservieren kann.
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Kobel nach Viertelfinaleinzug: "Super stolz auf die Mannschaft"
Quelle: Perform
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