Leise Zweifel am FC Barcelona kommen auf: Flicks Paradoxon mit der fehlenden Tiefe im Barça-Kader

Borussia Dortmund empfängt am Mittwochabend den FC Barcelona - auf den ersten Blick eine klare Angelegenheit. Doch der Sechstplatzierte der Bundesliga darf gegen den spanischen Tabellenführer auf einen Coup hoffen. In den vergangenen vier Wochen offenbarte das von Hansi Flick trainierte Barça nämlich erste Risse, vor allem die fehlende Kadertiefe stellte sich für die Blaugrana als Problem dar.

Flick: "Schon viele Gradmesser überstanden"

Quelle: Perform

An Talent mangelt es dem FC Barcelona keineswegs. Am Montag gewährte der Klub in den sozialen Medien einen Einblick in seinen Kraftraum und zeigte, wie ein auf einem Gymnastikball balancierender Gavi einen Ball in der Luft hochhielt und locker zurückspielte. Atmosphäre und Spieler wirken entspannt - doch dieser Tage gibt es in Katalonien auch leise Zweifel.
Warum? Nach nur zwei Siegen in den vergangenen sechs Spielen sind die Sektperlen aus der Anfangsphase der Saison verflogen, Barça steckt in seiner ersten kleinen Sinnkrise unter Hansi Flick.
Die großen Erfolge gegen den FC Bayern München (4:1) und Erzrivale Real Madrid (4:0) rückten nach Dämpfern gegen unscheinbare Gegner wie Real Betis (2:2), UD Las Palmas (1:2) oder auch Celta Vigo (2:2) in den Hintergrund. Ist der Flick-Code etwa schon entschlüsselt?
Das Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund (21:00 Uhr im Liveticker) stellt den ehemaligen Bundestrainer jedenfalls vor eine große Herausforderung.

Das Kader-Paradoxon von Barcelona

Eines der Probleme der Katalanen sollte eigentlich gar keines sein - nämlich der Kader. Zu Beginn der Saison war es mit den Ausfällen von Leistungsträgern wie etwa Frenkie de Jong, Andreas Christensen und auch Gavi deutlich schlechter um die Blaugrana bestellt. Doch gerade in jener Phase blühte die Mannschaft auf und eilte an der Spitze der spanischen Meisterschaft der Konkurrenz davon.
Mittlerweile hat sich die Situation verändert. Mit Torhüter Marc-André ter Stegen (Patellasehnenriss) fiel zwar ein wichtiger Pfeiler weg, de Jong und Gavi bereicherten das Kernteam des Höhenflugs hingegen aber wieder mit ihren Qualitäten. Ausgerechnet dann kam der Knick.
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Hansi Flick und der FC Barcelona wollen in die Erfolgsspur zurück

Fotocredit: Getty Images

Es ist ein Kader-Paradoxon, das unter Flick nicht unbedingt überrascht. Immerhin verzichtet der 59-Jährige auf groß angelegte Rotationen in der Startelf. Ein Umstand, der sich angesichts seiner kräftezehrenden Philosophie langfristig auf die Leistungsfähigkeit seiner Spieler auswirkt. Das zeigte sich auch beim jüngsten Remis gegen Betis.
Raphinha und Dani Olmo wurden bereits in der 60. Minute ausgewechselt, Robert Lewandowski musste sogar beim Stand von 1:1 in der 74. Minute auf die Bank. Die jeweilige Begründung: Belastungssteuerung.
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Robert Lewandowski und Co. zeigen erste Schwächen

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"Wir mussten alle wechseln, weil wir am Mittwoch in der Champions League ein weiteres großes Match haben. Darauf müssen wir als Team Rücksicht nehmen", gab Flick zu Protokoll. Eine richtige Annahme, doch eine gesunde Belastungssteuerung sollte die Mannschaft nicht zehn Punkte in sechs Spielen kosten.
Dieses Phänomen war bereits in seinem zweiten Jahr beim FC Bayern ein Thema, in Barcelona macht sich die fehlende Rotation deutlich früher bemerkbar. Der einst stolze Vorsprung von neun Zählern auf Real Madrid schmolz mittlerweile auf zwei Punkte - und die Königlichen haben noch eine weitere Partie in der Hinterhand.
Laut Informationen der spanischen Zeitung "Marca" berief Flick in der vergangenen Woche sogar eine Krisensitzung ein, um seine Schützlinge in die Pflicht zu nehmen. Ein Effekt blieb aber aus.

Das Alter ist doch nicht nur eine Zahl

Darüber hinaus musste die blutjunge Mannschaft aus Katalonien in den vergangenen Wochen auch Lehrgeld zahlen. Der Kader des 27-maligen Meisters ist mit einem Durchschnittsalter von 24,4 Jahren der jüngste in La Liga und liegt in der Champions League im selben Ranking auf Platz sieben von insgesamt 36 Vereinen.
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Lewandowski gibt Barcelona Schwung: Flick lobt Matchwinner

Quelle: Perform

Gerade zu Beginn der Saison verlieh die Jugend dem fünfmaligen Champions-League-Sieger eine gewisse Leichtigkeit und Unbeschwertheit. Mit den jüngsten Misserfolgen kamen Gavi und Co. aber noch nicht zurecht - dafür fehlt einfach die Erfahrung.
"Wir haben eine junge Mannschaft, die sich noch stark verbessern muss", gab Flick zu. "Ich denke, dass die Heimniederlage gegen Las Palmas in einer Saison passieren kann, es war ein schlechter Tag. Aber wenn man sich unsere jüngsten Leistungen auswärts ansieht, müssen wir viel stärker sein. Es liegt an uns. Wir haben die Qualität, Spiele zu gewinnen, aber wir müssen es beweisen."

Barça trifft auf heimstarkes Dortmund

Bei diesen Aussagen dürfte Borussia Dortmund hellhörig werden. Drei seiner vier Saisonniederlagen kassierte Barcelona in der Fremde, gegen Celta Vigo und Betis reichte es auswärts zuletzt nur zu einem Unentschieden.
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Hans-Dieter Flick trainert den FC Barcelona seit Sommer 2024

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Der BVB ist im Signal Iduna Park in dieser Saison hingegen ohne Niederlage, einzig Ende November gab Schwarz-Gelb gegen den FC Bayern (1:1) Punkte im eigenen Stadion ab. Zudem ist der Champions-League-Sieger von 1997 seit 13 Heimspielen in der Königsklasse ungeschlagen.
Doch ein Sieg gegen den ruhmreichen FC Barcelona ist Dortmund in seiner Vereinsgeschichte noch nie gelungen, zwei Niederlagen und zwei Unentschieden gab es bislang gegen Barça.
Die vergangenen Wochen ließen nun aber Hoffnung aufkommen - und der BVB könnte Flicks Barcelona tatsächlich den nächsten kleinen Riss zufügen.
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Flick lobt Tormaschine Lewandowski: "Er ist unglaublich"

Quelle: Perform


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