Eurosport
FC Bayern München: Jahreswechsel mit Sprengkraft - der Rekordmeister kämpft um seine Zukunft
Von
Update 10/12/2024 um 13:45 GMT+1 Uhr
Auf seiner Jahreshauptversammlung feiert sich FC Bayern München selbst. Doch es ist nicht alles Gold was glänzt. Stockende Vertragsverhandlungen mit diversen Top-Stars wie Joshua Kimmich und Jamal Musiala trüben neben dem bitteren Aus im DFB-Pokal und Verletzungssorgen das Bild. Auch deswegen ist die Mannschaft in der Champions League gegen Schachtar Donezk zum Siegen verdammt.
"Noch keinen Besseren gesehen": Laimer schwärmt von Musiala
Quelle: Perform
Wer es mit dem FC Bayern München hält, dürfte am Wochenende allen Grund zur Freude gehabt haben: Auf den 4:2-Sieg gegen den 1. FC Heidenheim folgte am Sonntag die Jahreshauptversammlung, auf der die Vereinsbosse erneut exzellente Zahlen vorlegten.
Die Schallmauer von einer Milliarde Euro Umsatz? Erstmals durchbrochen. Aufgenommene Schulden? Null. Im Klub registrierte Mitglieder? Mit 382.000 die meisten auf der ganzen Welt.
Dazu die Lobeshmynen auf das gelebte "Mia san mia" in der Mannschaft und auf Cheftrainer Vincent Kompany. Superlativ reihte sich an Superlativ - und das nicht zu Unrecht. Nach wie vor ist der deutsche Rekordmeister der Maßstab für Erfolg in Fußball-Deutschland. Sowohl wirtschaftlich als auch sportlich bekleidet man in der Bundesliga den ersten Platz - die Zukunft der Münchner scheint golden.
Aber ganz so heil, wie die Verantwortlichen gerne glauben machen möchten, ist die Bayern-Welt nicht. Zum einen ist da natürlich das für die Gegenwart unerfreuliche Aus im DFB-Pokal gegen Bayer Leverkusen (0:1) samt der anschließenden Debatte um eine mögliche "Spitzenspielallergie" - mehr als nur ein Schönheitsfleck.
Vertragspoker bei Musiala und Kimmich
Zum anderen sind da die ungewissen vertraglichen Aussichten bei einer ganzen Reihe von Stammspielern.
Mit Joshua Kimmich und Alphonso Davies könnten zwei absolute Top-Stars die Isar-Metropole im kommenden Sommer genauso ablösefrei verlassen, wie Leroy Sané oder die langjährigen Gesichter des Vereins Manuel Neuer und Thomas Müller. Ein Jahr später droht selbiges Szenario unter anderem bei Serge Gnabry, Dayot Upamecano - und Jamal Musiala.
De facto laufen in den nächsten anderthalb Jahren bei sieben der zehn Profis mit der meisten Einsatzzeit in der laufenden Saison die Verträge aus - fragile Stabilität.
Zwar betonen Sportvorstand Max Eberl und Sportdirektor Christoph Freund seit Wochen gebetsmühlenartig, dass man sich insbesondere mit Kimmich und Musiala in positiven Gesprächen über neue Arbeitspapiere befindet, doch auf die Verkündung der Verlängerung warten Bayern-Fans weiter bange.
Eberl mit Charme-Offensive an Kimmich
Gegenüber dem "BR" versuchte Eberl am Sonntag, die Ungeduld zu beruhigen. "Ich merke, dieser Klub wächst wieder zusammen und das merken die Spieler auf dem Platz", betonte der 51-Jährige die Anziehungskraft des FC Bayern, bevor er konkret auf Kimmich einging, der zusammen mit Musiala der Kopf dieser Bayern-Generation werden solle.
Dass der 29-Jährige nicht über einen Berater, sondern persönlich mit ihm verhandele, sei "sehr, sehr angenehm", wenn auch etwas "ungewohnt", erklärte der langjährige Gladbach-Manager und setzte zu einer Charme-Offensive in Richtung des Spielführers der Nationalmannschaft an.
Kimmich sei "ein Kapitän, wie man ihn sich vorstellt, wie wir ihn uns in Zukunft auch vorstellen können. Aber jetzt müssen wir noch reden", führte Eberl weiter aus.
Dass sowohl bei Kimmich als auch bei Musiala noch Redebedarf besteht, ließ auch Präsident Herbert Hainer im Anschluss an die Jahreshauptversammlung durchblicken, als er gegenüber Journalisten sagte, er sei bei beiden Spielern "vorsichtig optimistisch", da beim FC Bayern nach seinem Wissen eine Vertragsverlängerung "noch nie am Geld gescheitert" sei.
Bayern gegen Donezk unter Druck
Ein Signal in den Verhandlungen für mehr finanziellen Spielraum bei der Ausgestaltung der Verträge trotz angeblicher Sparzwänge? Möglich. Denn auch den Verantwortlichen um Hainer dürfte bei allem Optimismus aufgefallen sein, dass der Jahresabschluss in sportlicher Hinsicht durchaus Sprengpotenzial besitzt.
Musiala zeigte sich gegen Heidenheim mit einem Doppelpack von der Bank zwar in blendender Verfassung, aber die Offensive wirkt in Abwesenheit von Torjäger Harry Kane immer stärker von dem deutschen Nationalspieler abhängig.
Gleichzeitig leistete die Innenverteidigung aus Upamecano und Min-Jae Kim sich zuletzt wieder mehr Fehler: Im Pokal gegen Leverkusen ließ Kim vor dem 0:1 Torschütze Nathan Tella unbewacht. Am Samstag gegen Heidenheim fiel Upamecano vor dem 1:1 von Mathias Honsak mit einem haarsträubenden Fehlpass auf.
Solche Schnitzer dürfen sich die Bayern am Dienstag in der Königsklasse gegen Schachtar Donezk (21:00 Uhr im Liveticker) aber nicht mehr erlauben - zu gefährlich ist die Ausgangslage in der Champions League.
Bayern-Lazarett wächst
Durch die Niederlagen gegen Aston Villa (0:1) und den FC Barcelona (1:4) steht der Rekordmeister nach fünf Spielen mit neun Punkten auf Rang 13 der Tabelle - einen Punkt hinter der AS Monaco auf Platz acht, der noch für den direkten Sprung ins Achtelfinale reichen würde, aber auch nur drei Punkte vor Real Madrid an Position 24, die gerade noch für die Zwischenrunde reichen würde.
Auch wenn Trainer Kompany den Ausfall von Neuer, Sven Ulreich, Harry Kane, Serge Gnabry, João Palhinha, Hiroki Ito, Josip Stanisic und Kingsley Coman kompensieren muss: ein Sieg gegen Schachtar ist für die ersatzgeschwächten Münchner Pflicht.
Damit wird das Duell mit Donezk in seiner Bedeutung für die laufende Saison gewissermaßen zu einer Analogie für die Vertragsverlängerungen mit Kimmich und Musiala in deren Bedeutung für die mittel- und langfristige Zukunft des Vereins.
Klappt alles nach Wunsch der Bayern, kann es der Grundstein für etwas Großes werden. Geht es allerdings schief, droht dem Klub eine schwere Zeit.
Das könnte Dich auch interessieren: Barça will Verstärkung: Flick plant Rückkehr von Ex-Bayern-Star
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/11/28/4066927-82476188-2560-1440.jpg)
Postecoglou nach Pleite bedient: "Tut natürlich weh"
Quelle: Perform
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung