FC Bayern München: Neun Tore gegen Dinamo Zagreb - die Champions-League-Rekordjagd des "nimmersatten" FCB

Es war ein Abend der Superlative in München: Mit einem spektakulären 9:2 (3:0) fegte der FC Bayern zum Auftakt der Champions-League-Gruppenphase das bemitleidenswerte Dinamo Zagreb vom Feld. Zwar schwächelte die FCB-Defensive nach der Pause kurz, berappelte sich aber rechtzeitig - und vorne wollte das Team von Trainer Vincent Kompany immer mehr und mehr. Vor allem eine Einstellung fiel dabei auf.

"Hat einfach Spaß gemacht": Kompany lobt Rekord-Bayern

Quelle: Perform

Die Messe war längst gelesen, die Entscheidung gefallen, als Harry Kane noch einmal alles reinwarf.
Mit seinem Viererpack hatte der Goalgetter maßgeblichen Anteil an der haushohen Führung der Münchner. Doch als sich kurz vor Schluss, beim Stand von 7:2, ein Konter der Gäste anbahnte, machte Kane ihn mit einer gekonnten Grätsche zunichte - und verzückte seinen Chefcoach.
"Er ist nicht nur wegen seiner Tore für uns wichtig, sondern auch, weil er sich für die Mannschaft defensiv reinhängt", sagte Kompany nach dem Abpfiff bei "DAZN" und feierte die Einstellung des Engländers.
Trotz dreier Elfmetertore in einem Champions-League-Spiel (Rekord), seinem ersten Viererpack und nun 33 Treffern in der Königsklasse (englischer Rekord) gönnte sich Kane keine Verschnaufpause. Auch nach fast 90 Minuten präsentierte sich der Engländer "nimmersatt" - und stand damit sinnbildlich für die zurzeit "nimmersatten" Bayern.
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Kompany feiert Tormaschine Kane: "Absoluter Führungsspieler"

Quelle: Perform

FC Bayern glänzt mit purer Dominanz

Schon wenige Tage zuvor, beim 6:1 (4:0)-Kantersieg bei Holstein Kiel, hatten es Kane und Co. krachen lassen. Trotz komfortabler Halbzeitführung waren die Münchner bis zum Schluss gallig geblieben.
Kiel ist zwar nicht Zagreb, Bundesliga nicht Champions League. Dennoch zeigen die jüngsten Pflichtspiele, wie der deutsche Rekordmeister unter seinem belgischen Trainer gegen vom Papier her schwächere Gegner auftritt.
Wo es die Münchner unter Julian Nagelsmann und Thomas Tuchel vielleicht bei einem 4:0 in Kiel oder einem 5:2 gegen Zagreb belassen hätten, zieht die Mannschaft aktuell unter Kompany bis zum Ende gnadenlos durch.
"Wir dürfen nie nachlassen, müssen immer weitermachen", sagte Kompany nach der Partie. Die Folge: 15 Tore in vier Tagen, Tabellenführung in der Bundesliga und der Champions League - und gegen Zagreb ein Rekord nach dem anderen.

FC Bayern lässt Rekorde purzeln

Denn nicht nur Kane knackte Bestmarke um Bestmarke, sondern auch die Mannschaft und der Trainer. Neun Tore in einem Match der Königsklasse war bislang keinem Team gelungen, keinem Coach zuvor ein solcher Debütsieg. Für die Münchner war es der 21. Auftaktsieg in der Champions League nacheinander - historisch.
"Ich hatte einen hohen Sieg erwartet, aber nicht einen so hohen Sieg", betonte "DAZN"-Experte Michael Ballack nach dem Torfestival: "Das sind halt die Bayern. Sie haben gleich einmal eine Duftmarke in Europa hinterlassen."

Defensiv wacklig, offensiv furios

Von Beginn an agierten die Münchner druckvoll und dominant. Nach zwei Abseitstoren durch Jamal Musiala (9.) und Serge Gnabry (16.) sorgte Kane (19.) mit seinem ersten verwandelten Elfmeter für den überfälligen Dosenöffner.
Zwar wackelte die FCB-Defensive, vor allem die Innenverteidigung, nach der 3:0-Pausenführung und der präventiven Auswechslung von FCB-Keeper Manuel Neuer kurzzeitig gewaltig. Nach den Gegentoren durch Bruno Petkovic (49.) und Takuya Ogiwara (50.) hätten die Gäste "eigentlich noch das 3:3" machen müssen, wie Joshua Kimmich am "DAZN"-Mikrofon erklärte.
Anschließend aber fingen sich die Münchner eindrucksvoll, "dann ist hinten nichts mehr passiert", kommentierte Kimmich: "Und vorne hätte noch das eine oder andere fallen können."

Bayern will zehnten Treffer

Ein Gefühl, das nicht nur Kimmich auf dem Platz hatte, sondern auch auf die Fans im Stadion und am Bildschirm überschwappte: Selbst nach neun Treffern war die Mannschaft noch nicht satt.
Immer wieder ging es nach vorn, ein zweistelliges Ergebnis lag in der Luft. Jeder schaltete sich ein, jeder durfte mal: Ob der überzeugende Rechtsverteidiger Raphael Guerreiro (33.), Rückkehrer Leroy Sané (85.) oder der fast schon aussortierte Nationalspieler Leon Goretzka (90.+2).
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Durfte endlich wieder Jubeln: Leon Goretzka (2. v. r.)

Fotocredit: Getty Images

"Wir spielen keinen Kompany-Fußball, es ist Bayern-Fußball", hatte der FCB-Coach vor dem Anpfiff gesagt, doch die (offensive) Handschrift des Belgiers scheint überraschend früh erkennbar.

Kimmich und Müller loben Kompany

Bei den Spielern kommt diese gut an. "Die Art und Weise, wie wir Fußball spielen und Fußball spielen wollen, passt schon sehr zu unserem Kader", erklärte beispielsweise Kimmich, während Thomas Müller die "Mentalität" lobte.
Zwar zeigt sich der Münchner Defensivverbund auch unter Kompany noch zu häufig anfällig. Doch seine Strategie, unter anderem das forsche Gegenpressing, zahlt sich bislang aus.
"Wir haben Spieler, die den Ball haben wollen. Und wenn wir den Ball haben, können wir Tore schießen - immer", erklärte der Belgier. Der SV Werder ist für das Duell am Samstag (ab 15:30 Uhr im Liveticker) mehr als gewarnt.
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Kompany mit starkem Statement: "Wie groß waren meine Chancen?"

Quelle: Perform


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