FC Bayern München: Daniel Peretz überzeugt als Ersatz von Manuel Neuer - Rekordmeister forciert die kleine Lösung
Update 11/12/2024 um 11:58 GMT+1 Uhr
Spätestens seit dem Rippenbruch von Manuel Neuer ist die Diskussion rund um die Nummer eins beim FC Bayern München wieder ein allgegenwärtiges Thema. In Abwesenheit des fünfmaligen Welttorhüters wurde Daniel Peretz ins kalte Wasser geworfen und hat sich seither stark präsentiert. Der FC Bayern forciert die kleine Lösung im Tor - und könnte damit ins Schwarze treffen.
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Quelle: Perform
Das Rampenlicht für sich allein haben wollte er am Ende doch nicht.
Als der FC Bayern vor der Kurve seiner nach Gelsenkirchen mitgereisten Fans gefeiert wurde, musste Torhüter Daniel Peretz vom Münchner Urgestein Thomas Müller erst nach vorne geschoben werden, um sich den verdienten Applaus abzuholen. Mit einem breiten Grinsen feierte er schließlich kurz mit den Anhängern, zog sich dann aber wieder zurück.
Dabei muss sich Peretz keineswegs hinter seinen Mitspielern verstecken. Zwar musste der Israeli am Dienstagabend gegen Schachtar Donezk (5:1) auch einmal hinter sich greifen, ansonsten bestand er bei seinem Debüt in der Königsklasse aber mit Bravour. Und das trotz seiner außergewöhnlichen Situation.
Seit einer Woche dreht sich zwischen den Pfosten des deutschen Rekordmeisters nämlich alles um einen im Sommer noch unscheinbaren Namen, dessen Herausforderung - nämlich der Ersatz von Manuel Neuer - kaum größer sein könnte.
Peretz performt aus dem Nichts
Als Torhüter rechnet man nicht unbedingt mit einer Einwechslung. Erst recht nicht nach 19 Minuten. Doch genau dieses Szenario ereilte Peretz in der vergangenen Woche und katapultierte ihn auf die ganz große Bühne.
Nach der Roten Karte von Neuer im DFB-Pokal gegen Bayer Leverkusen, dem zurzeit größtmöglichen Spiel im deutschen Fußball, wurde Peretz ins eiskalte Wasser geworfen. Diesem besonderen Druck hielt er aber stand, lieferte eine saubere Leistung ab. Doch die 0:1-Niederlage konnte auch er nicht verhindern.
In den darauffolgenden Tagen wurde bei Neuer schließlich ein Rippenbruch diagnostiziert, womit klar wurde, dass Peretz langfristig aushelfen muss. Für seine Auftritte gegen Heidenheim (4:2) und Donezk, wo er sich in der Schlussphase mit einer Parade gegen Pedrinho auszeichnen konnte, erntete er reichlich Beifall. Selbst Neuer lobte seinen Teamkollegen in den Sozialen Medien mit Applaus-Emojis für seine Darbietung.
Peretz bewies, dass er der großen Aufgabe durchaus gewachsen ist.
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Daniel Peretz gegen Schachtar Donezk im Einsatz
Fotocredit: Getty Images
FC Bayern stellt sich hinter Peretz
So denken auch die Verantwortlichen an der Säbener Straße. Immerhin kommt für sie eine Verpflichtung eines weiteren Torhüters zurzeit nicht infrage.
"Wir haben mit Daniel Peretz einen herausragenden Vertreter, der im Pokalspiel völlig aus der kalten Hose reingesprungen ist, ein gutes Spiel gemacht hat, danach in Heidenheim ebenso", erklärte Bayern-Sportvorstand Max Eberl im Vorfeld des Champions-League-Auswärtsspiels in Gelsenkirchen.
Zwar sollen laut Informationen der "Sport Bild" klubintern die Personalien Bart Verbruggen von Brighton & Hove Albion und der an den VfB Stuttgart ausgeliehene Alexander Nübel diskutiert werden, nach außen stellt sich der FC Bayern aber hinter Peretz.
Dieser schwebt durch das Vertrauen seines Arbeitgebers auf Wolke sieben. "Für mich ist ein Traum wahr geworden mit meinem Debüt in der Champions League", schwärmte er im Anschluss an den klaren Sieg über Donezk: "Ich bin sehr stolz."
Peretz bleibt die kleine Lösung
Der FC Bayern tut jedenfalls gut daran, die Füße in der Torhüterdebatte stillzuhalten. Peretz steht erst seit drei Spielen im Kasten, eine Überbewertung seiner bisherigen Leistungen würde ihm in seiner Entwicklung jedoch schaden. Genauso eine voreilige Entscheidung gegen ihn als Nummer zwei mit einem womöglich überteuerten Not-Transfer im Winter.
"Wenn man jahrelang mit Manuel Neuer zusammengespielt hat, dann muss man sich schon umstellen", schätzte Experte Christoph Kramer bei "Prime Video" die Torwart-Situation in München ein: "Er ist ein Torhüter, den es kein zweites Mal gibt. Peretz ist ein in Anführungsstrichen menschlicher Torwart."
Peretz bleibt also die kleine Lösung - und daran gibt es nichts auszusetzen. Niemand erwartet sich, dass der Youngster, der im Sommer 2023 für fünf Millionen Euro von Maccabi Tel Aviv kam, im kommenden Jahr Neuer aus dem Tor verdrängt. Der deutsche Rekordmeister sollte das Szenario aber nicht komplett ausschließen.
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Vincent Kompany verlangt von seinem Schützling zumindest nicht das Unmögliche. "Ich würde nie von einem Spieler verlangen, dass er eine Kopie eines anderen ist", erklärte er im Rahmen der Auswärtsfahrt nach Gelsenkirchen: "Er muss sein eigenes Spiel spielen und hat sich seine Minuten verdient."
Zwar hätte auch der Belgier gerne einen fitten Neuer im Kader, "aber wir haben mit Peretz keine Veränderung in unserem Spiel. Er hat es sich verdient", stellte er klar.
In München ist man regelmäßig von Granden wie Sepp Maier, Oliver Kahn und Neuer ordentlich verwöhnt worden. Doch auf jede goldene Epoche folgen ungewisse Zeiten, in welchen auch die kleinen Lösungen den Unterschied machen können.
Im Falle des FC Bayern hat sich diese kleine Lösung am Dienstagabend erstmals auf europäischer Bühne bewährt.
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