FC Bayern vor Duell mit Inter Mailand in der Taktik-Analyse: Darum müssen Serge Gnabry und Thomas Müller starten

Der FC Bayern muss im Viertelfinal-Rückspiel bei Inter Mailand aufgrund des 1:2 beim ersten Aufeinandertreffen zwingend gewinnen. Gegen die stark organisierte Defensive des italienischen Meisters muss der Weg über die Flügel führen. Eurosport.de analysiert, warum Serge Gnabry anstelle von Leroy Sané in die Startelf rücken sollte - und warum dadurch ein Thomas-Müller-Spiel entsteht.

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Quelle: Perform

Auch im Rückspiel ist auf Seiten der Mailänder wieder ein sehr engmaschiges 5-3-2-System zu erwarten, bei dem die Fünferkette nur 25-30 Meter vor dem eigenen Tor steht.
Ein enger Block im Zentrum aus drei eher defensiv orientierten Mittelfeldspielern und zwei mitarbeitenden Stürmern davor komplettiert das Abwehrbollwerk.
Die Schnittstellen werden in dieser Ordnung extrem klein, aufgrund der geringen Abstände ist sofort jemand zum Doppeln da.
Bayerns Weg muss also über die Flügel führen – schließlich fehlt mit Jamal Musiala einer der wenigen Spieler auf der Welt, die sich auch durch solch enge Räume im Zentrum durchschlängeln können.
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Quelle: Perform

Darum muss Gnabry spielen

Neben dem gesetzten Michael Olise auf dem rechten Flügel muss Vincent Kompany im Rückspiel eigentlich auf der linken Seite auf Serge Gnabry setzen!
Als Joker gegen Dortmund zeigte er, wie wichtig er gegen eine vielbeinige Defensive sein kann: Immer wieder dribbelte er vom linken Flügel in Richtung des Strafraums und baute so Druck auf die Verteidigung auf.
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Fotocredit: Getty Images

Dabei ist Gnabry sehr variabel: Er zieht nicht nur nach innen auf seinen starken rechten Fuß, sondern kann auch im letzten Moment nochmal den Haken nach außen machen, um mit links Bälle vors Tor zu bringen.
Leroy Sané agierte auf der Position links zuletzt gegen die tiefer stehenden Gegner oftmals zu kompliziert und wollte ausschließlich nach innen gehen – wo er dann mit seinem rechten Fuß aber nicht für die größte Gefahr sorgen konnte.

Eingerückte Außenverteidiger als Hilfe

Ein wichtiger Faktor für das Münchener Flügelspiel werden die Außenverteidiger sein. Unter Kompany spielen diese oftmals eingerückt statt an der Linie. So haben sie kürzere Wege im Gegenpressing und können nach Ballverlusten sofort Druck auf das gegnerische Mittelfeld machen.
Doch auch im Offensivspiel kann diese eingerückte Positionierung ein großer Faktor werden – besonders gegen eine Fünferkette.
Wenn Olise oder Gnabry den Ball an der Linie bekommen, werden sie von Inters Außenverteidigern attackiert. Dieser wird jeweils von seinem Nebenmann, dem äußeren Innenverteidiger unterstützt beziehungsweise im Rücken gesichert.
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Weil Bayerns Außenverteidiger nun aber fast schon in Positionen stehen, in denen sich sonst Achter aufhalten, haben Inters doppelnde Innenverteidiger ein Problem: Sie müssen entscheiden, ob sie außen unterstützen oder aber bereit sind für ein Anspiel auf Bayerns Außenverteidiger.

Ein doppelpass mit potenzial

Bleiben sie beim Duell am Flügel, können die Bayern dort kurz andribbeln, um die beiden Verteidiger zu binden, und dann kurz zurücklegen auf den eigenen Außenverteidiger, der wiederum in guter Position für eine Flanke oder einen Chipball aus dem Halbfeld ist. Spielen sie das ein paar Mal so, werden Inters Innenverteidiger wiederum auch mal rausschieben, um diese Flanken zu verhindern.
In diesen Momenten wird die Lücke zwischen dem zentralen Innenverteidiger und dem Außenverteidiger dann jedoch sehr groß, sodass Olise bzw. Gnabry in den Raum starten kann – ein Doppelpass mit großem Potenzial.
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Michael Olise (l.) und Serge Gnabry

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Gut möglich also, dass Kompany dieses Mal Allzweckwaffe Raphael Guerreiro als Linksverteidiger aufbietet, um aus dem Raum halblinks mehr offensive Qualität zu haben als im Hinspiel mit dem defensiv denkenden Stanisic.

Flügelspiel = Thomas-Müller-Spiel

Rückt Guerreiro auf die Position des Linksverteidigers, wäre die Zehnerposition frei für Thomas Müller. Doch auch unabhängig von der Personalie Guerreiro ist das Rückspiel ein Fall für Müller. Kommen die zuvor erläuterten Bälle der Außenverteidiger aus eingerückter Position, kann die Bayern-Legende seine Stärke bei Laufwegen in die/der Box ausspielen.
Vors Tor gechippte Bälle aus diesen Positionen sind für die Abwehrspieler deutlich schwieriger zu klären als normale Flanken: Anstatt seitlich zu stehen, dann in den von der Seite kommenden Ball zu gehen und ihn nach vorne zu klären muss der Verteidiger in diesen Situationen schräg nach hinten laufen, dabei den Gegenspieler im Blick behalten und schließlich oft aus dem Rückwärtslaufen klären – dabei fallen viele Bälle noch im Strafraum wieder herunter, wofür ein Thomas Müller natürlich einen Riecher hat.

Inters Verteidigern drohen Probleme mit Müller

Doch nicht nur vorm Tor, sondern auch beim Flügelspiel hilft der 35-Jährige. Kaum ein anderer Spieler hat so ein gutes Timing, wenn es darum geht, andribbelnden Spielern durch Laufwege zu helfen.
Bekommt Gnabry also auf dem linken Flügel den Ball und dribbelt los, wird Müller immer wieder die Wege in die Tiefe machen. Inters Innenverteidiger, der seinen Außenverteidiger eigentlich unterstützen soll, stünde dann vor einem großen Dilemma: Doppeln? Müllers Weg aufnehmen? Den Rückpass auf Guerreiro attackieren?
Eurosport-Check: Bayern muss eine hervorragend organisierte Defensive knacken, ohne dabei ins offene Messer zu laufen. Weil das Zentrum so eng ist und die Ballverluste dort viel teurer wären, muss der Weg über die Flügel führen.
Um hier richtig Druck auf die Fünferkette ausüben zu können, sollte Serge Gnabry statt Leroy Sané auf dem linken Flügel beginnen. Mit seiner zielstrebigeren Art ist Bayern weniger ausrechenbar und hätte ein starkes Pendant zum Unterschiedsspieler Olise auf dem rechten Flügel. Und wenn das Flügelspiel schon á la "Robbery" sein soll, dann darf auch ein Thomas Müller nicht fehlen, der zwischen solchen Dribblern immer seine besten Momente hatte.
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Quelle: Perform


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