FC Bayern vs. Bayer Leverkusen: Schlüsselduelle im Achtelfinale - Kane gegen Abwehr-Block, Musiala gegen Wirtz

Der FC Bayern München und Bayer Leverkusen stehen sich heute im Achtelfinale der Champions League gegenüber. Das Duell in der Königsklasse ist der Kampf um die eigentliche Vormachtstellung in Fußball-Deutschland, der wie so oft in den Details entschieden wird. Auf und neben dem Rasen finden zahlreiche Schlüsselduelle statt - Eurosport analysiert die Ausgangslage vor dem Kracher der Königsklasse.

Leverkusen im CL-Kracher gegen Bayern Favorit? "Wir sind nicht dumm"

Quelle: Perform

Es knistert wieder in der Allianz Arena. Am Mittwochabend empfängt der FC Bayern Double-Sieger Bayer Leverkusen im Achtelfinale der Champions League (21:00 Uhr im Liveticker).
Zum ersten Mal seit dem Finale von Wembley im Mai 2013 stehen sich zwei deutsche Mannschaften in der Königsklasse gegenüber.
Trotz des Rückstandes von acht Punkten in der Bundesliga-Tabelle könnte Leverkusen die bayerische Saison-Suppe noch mächtig versalzen. Sollte der Coup nämlich gelingen und die Werkself ins Viertelfinale einziehen, wäre der Münchner Traum vom zweiten "Finale dahoam" nach 2012 geplatzt.
In einem Showdown mit einem solchen Charakter kommt es vor allem auf die Details, die Schlüsselduelle auf dem Rasen an. Eurosport stellt euch die Knackpunkte des Achtelfinals zwischen dem FC Bayern und Bayer Leverkusen vor.

Kompany gegen Alonso: Taktischer Meisterkniff gesucht

Dreimal kreuzten die Bayern und Leverkusen seit Ende September ihre Klingen, dreimal ergab sich ein gänzlich unterschiedlicher Nachgeschmack.
Sowohl Xabi Alonso als auch dessen belgischer Amtskollege Vincent Kompany setzt auf viel Ballbesitz und Dominanz sowie hochstehende Außenverteidiger. Wie sich in dieser Saison bereits herausstellte, lässt sich Alonso gerne auf taktische Spielchen ein - und hat wie auch im zurückliegenden Aufeinandertreffen in der Bundesliga regelmäßig einen Meisterkniff parat.
picture

Schonen für Bayern? Alonso: "Spielen immer Vollgas"

Quelle: Perform

Leverkusen dominierte die Bayern im Februar nach allen Regeln der Kunst, Kompany musste umstellen und einen defensiveren Ansatz wählen. Seine Mannschaft war offensiv historisch harmlos - und rettete nur mit viel Glück ein 0:0. Hat Alonso auch am Mittwoch das Überraschungsmoment auf seiner Seite?
Die Bilanz des spanischen Übungsleiters gegen Kompany: ein Sieg, zwei Remis. Generell hat Alonso noch nie als Trainer gegen den FC Bayern verloren (drei Siege, drei Unentschieden).
"Es bleibt ein Spiel zwischen Bayern und Leverkusen", sagte Kompany diplomatisch auf der Pressekonferenz, als er mit seiner bis dato ausbaufähigen Statistik konfrontiert wurde: "Xabi und ich können den Ball morgen nicht beeinflussen. Es sind zwei Mannschaften mit sehr viel individueller Qualität."
Die drei Duelle unter seiner Ägide seien "drei Spiele mit unterschiedlcieh Geschichten gewesen." Bayer sei mittlerweile einfach ein absolutes Top-Team.

Kane fordert Abwehrblock, Bayerns Sorgenkinder im Fokus

Letzten Endes entscheiden aber auch in der Champions League die Tore - und auf den ersten Blick dürfte es nicht an Hochkarätern mangeln. Die Torquoten der jeweiligen Offensiv-Prunkstücke sind nämlich beeindruckend.
Seine 16 Treffer in dieser Bundesliga-Saison erzielte Patrik Schick allesamt in seinen vergangenen 14 Spielen, bei Bayerns Harry Kane stehen in 22 Spielen 21 Treffer zu Buche. Dass der Engländer seit mittlerweile vier Pflichtspielen auf einen Treffer wartet, dürfte bei Leverkusen kaum für Entspannung sorgen.
Kane zeigt sich vor allem bei Elfmetern eiskalt, steht aktuell bei 29 verwandelten Strafstößen in Folge - und gestaltet zudem das Offensivspiel des Rekordmeisters immer wieder aktiv mit. Das gilt für Schick weniger, der vor allem im Strafraum seine Stärken hat. Ob der Tscheche aber aufläuft, weiß allein Alonso. In den bisherigen drei Saisonduellen folgte die Startaufstellung keinem vorhersehbaren Schema.
picture

Harry Kane

Fotocredit: Getty Images

Wie die beiden Aufeinandertreffen in der Bundesliga offenbarten: Der Sturm kann Spiele gewinnen, die Defensive hält aber definitiv das Unentschieden fest. Am 22. Spieltag kamen die Münchner beim 0:0 gegen Leverkusen auf enttäuschende 0,05 Expected Goals, Bayer war beim 1:1 in der Hinrunde kaum besser (0,06 xG).
Jonathan Tah ist der unverzichtbare Leader in der Leverkusener Defensive, mit 69 Prozent gewonnener Duelle ist er der zweikampfstärkste Spieler in dieser Bundesliga-Saison. Der 29-jährige Abwehrchef wird auch in der Königsklasse gemeinsam mit Tapsoba und Hincapié seinen großen Herausforderer Kane vor Probleme stellen. In den letzten sechs Spielen kassierte Leverkusen nur vier Tore gegen die Bayern.
Einen klaren Abwehrboss gibt es bei den Münchnern hingegen nicht. Dayot Upamecano wächst aber immer mehr in diese Rolle hinein. Der Franzose ist der Dauerbrenner in Kompanys Defensive, wurde zuletzt aber geschont. Mittlerweile wird er an der Säbener Straße als Stabilisator, ähnlich wie sein Nebemann Minjae Kim ist der 26-Jährige immer wieder für einen Patzer gut - die Chance für Leverkusen?

Die Anführer fletschen mit den Zähnen

Granit Xhaka ordnet das Spiel der Leverkusener und gibt den Rhythmus vor, gleiches gilt auf Münchner Seite für Joshua Kimmich. In ihrem unbändigen Siegeswillen und ihrer Mentalität unterscheiden sich die beiden Anführer kaum.
Xhaka und Kimmich sind im zentralen Mittelfeld für ihre Mannschaften unverzichtbar, stehen quasi immer auf dem Platz, glänzen durch Laufleistung und Ballsicherheit und werden sich immer wieder auch in aufreibenden Zweikampfduellen treffen.
Zu viel Hitze verträgt das Aufeinandertreffen aber nicht - zumindest auf einer Seite. Bei Leverkusen droht neben Xhaka auch Florian Wirtz, Jeremie Frimpong, Robert Andrich und Aleix Garcia bei einer weiteren Gelben Karte eine Sperre für das Rückspiel. Bei den Bayern sind indes nur Serge Gnabry und Leroy Sané vorbelastet.
picture

Granit Xhaka im Duell mit Jamal Musiala

Fotocredit: Getty Images

Die Künstler: Wirtz und Musiala zum Zaubern verdammt

Dass die Bayern Wirtz verpflichten wollen, ist schon lange kein Geheimnis mehr.
Die Münchner Vereinsgranden Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge werben seit Wochen öffentlich um den 21-Jährigen, für Rummenigge ist Wirtz sogar "der beste Spieler Deutschlands", noch vor Bayern-Juwel Jamal Musiala. Mit diesen Vorschusslorbeeren sind die beiden begnadeten Künstler zum Zaubern auf der ganz großen Bühne verdammt.
Am Mittwoch stehen sich die beiden Ausnahmekönner aber noch im direkten Duell gegenüber, als Spielmacher sind sie für die kreativen Momente ihrer Mannschaften verantwortlich.
Wirtz zeigt sich in dieser Saison etwas effektiver als sein Kumpel, kommt in der Liga bereits auf 21 Scorerpunkte - bei Musiala, der seinen Vertrag in München zuletzt bis 2030 verlängerte, sind es "nur" 15. Beide sind in der Lage, das Duell mit einem genialen Moment zu entscheiden.
(SID)
picture

"Manchmal muss ein Trainer flunkern": Kovac erklärt Couto-Einsatz

Quelle: Perform


Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen