Für PSG und Luis Enrique schließen sich Kreise: Drei Dinge, die im Champions-League-Finale gegen Inter auffielen
Update 01/06/2025 um 01:16 GMT+2 Uhr
Paris Saint-Germain darf erstmals in seiner Geschichte den Henkelpott in die Höhe stemmen. Ausschlaggebend war dabei unter anderem ein ganz besonderes Paradoxon sowie der Rekord eines jungen Mannes, den auch der FC Bayern gerne in seinen Reihen gesehen hätte. Inter Mailand enttäuschte hingegen auf ganzer Linie und verkam zum zahmen Kätzchen. Drei Dinge, die uns in München auffielen.
PSG gewinnt Champions-League-Finale gegen Inter Mailand
Quelle: Eurosport
Die Fans auf den Rängen kannten kein Halten mehr und auf dem Rasen lagen sich Spieler, Trainer und Betreuer nach Abpfiff in den Armen.
Dank eines 5:0 (2:0)-Erfolgs gegen Inter Mailand jubelt PSG über den ersten Champions-League-Titel der Vereinsgeschichte. Besonders auffällig dabei: Doppelpacker und Rekordmann Désiré Doué.
Von Inter Mailands Comeback-Qualitäten, mit denen es noch im Halbfinale gegen den FC Barcelona begeistert hatte, war hingegen nichts mehr zu sehen.
Drei Dinge, die uns im Champions-League-Finale auffielen.
1. Kreise schließen sich: Das Paris-Paradoxon
Als Paris Saint-Germain zuletzt in einem Champions-League-Finale stand, hieß der Sieger nach 90 Minuten FC Bayern München. Nun, fünf Jahre später, konnte der Verein aus der französischen Hauptstadt erstmals selbst den so lang ersehnten Henkelpott in die Höhe stemmen – ausgerechnet in der Münchner Allianz Arena.
Waren im Corona-Jahr 2020 noch schillernde Namen wie Neymar, Kylian Mbappé oder Angel die María Teil des französischen Star-Ensembles, hat der spanische Trainer Luis Enrique nun die perfekte Mischung aus erfahrenen Veteranen (Marquinhos, Fabian) und aufregenden jungen Offensivkünstlern wie Torschütze Désiré Doué, Khvicha Kvaratskhelia und Ausnahmekönner Ousmane Dembélé gefunden.
Aus dieser perfekten Mischung formte Enrique die beste europäische Mannschaft dieser Saison. Im Münchner Endspiel bestätigte sich die Pariser Dominanz in einem einzigen Match. Noch vor der Pause hatte PSG gegen Inter sämtliche Rekorde gebrochen: Die meisten Abschlüsse in einer Halbzeit in einem CL-Finale seit 2012, der jüngste Spieler, dem in einem Endspiel zwei Tore und eine Vorlage gelingt, die schnellste 2:0-Führung in einem Finale der Geschichte.
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Paris Saint-Germain stemmt den Henkelpott in die Höhe
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Dabei gab Paris das wohl größte Paradoxon der jüngeren Fußball-Geschichte ab. Das von einer katarischen Investorengruppe aufgebaute Star-Ensemble galt lange als größte Geldverbrennungsmaschine Europas. Mit klugen Transfers und ohne den ganz großen Superstar im Kader durfte der Klub nun endlich die größte Trophäe im Vereinsfußball hochheben.
Auch für Enrique selbst schließt sich ein Kreis: 2015 gewann der Katalane als Trainer mit dem FC Barcelona bereits einmal die Königsklasse. Unvergessen die Bilder von Enrique und Tochter Xana, die auf dem Rasen des Berliner Olympiastadions gemeinsam feierten. Vier Jahre später starb Xana mit nur neun Jahren an Knochenkrebs.
Genau zehn Jahre nach seinem ersten Triumph jubelte Enrique erneut auf deutschem Rasen. Immer mit dabei: Xana, an die er mit seinem T-Shirt und anschließend im Interview auch im Moment seines großen Triumphs gedachte. "Xana ist immer bei uns, wir denken immer an sie. Wir lieben sie, wenn man jemanden von Herzen liebt, trägt man ihn immer in seinem Herzen."
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Immer mit dabei: Luis Enrique mit einem T-Shirt, das an Tochter Xana gedachte
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2. Schade, FC Bayern: Doué bricht alle Rekorde
Es klang beinahe wie eine Drohung, als Désiré Doué im On-Field-Interview nach dem Spiel ins Mikrofon sagte: "Das war erst der Anfang."
Der Youngster hatte soeben zwei Tore selbst geschossen, ein weiteres vorbereitet und sich mit 19 Jahren eben mal zum ersten Spieler geschossen, der in einem Champions-League-Finale an drei Toren direkt beteiligt war - logischerweise wurde er von der UEFA zum Man of the Match ernannt.
Das Top-Talent war erst im vergangenen Sommer von Stade Rennes an die Seine gewechselt, PSG erhielt den Zuschlag vor dem FC Bayern, der sich ebenfalls um die Dienste des Silbermedaillengewinners der Olympischen Spiele 2024 bemüht hatte.
Was dem FCB entgangen ist, wurde ausgerechnet auf dem Münchner Rasen noch einmal ganz deutlich: Mit 19 Jahren und 362 Tagen ist Doué nun der jüngste Spieler, der in einem Königsklassenendspiel doppelt traf, zusätzlich zu seinem oben bereits erwähnten Rekord.
Der pfeilschnelle Offensivmann steht dabei sinnbildlich für den Wandel, den PSG in den vergangenen Jahren vollzogen hat: Mit jugendlicher Frische und Unbekümmertheit erzielte er in dieser Saison 15 Treffer in 54 Pflichtspielen für die Hauptstädter, 16 weitere bereitete er zudem vor.
Trotz all der Erfolge gab Doué anschließend bescheiden zu Protokoll, dass sein größter Traum mit dem Champions-League-Triumph in Erfüllung gegangen sei. Welcher Teenager kann das eigentlich schon von sich behaupten?
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Mit 19 Jahren am Ziel aller Träume: Désiré Doué
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3. Inter enttäuscht: Vom Säbelzahntiger zum zahmen Kätzchen
Als Yann Bisseck nur wenige Minuten nach seiner Einwechslung den Platz wieder verließ, verzog der deutsche Nationalspieler schmerzverzerrt das Gesicht. Das unglaubliche Pech des gebürtigen Kölners im Finale von München wirkte beinahe wie ein Symbolbild für den Auftritt der Nerazzurri an diesem Abend.
Was hat uns Inter Mailand in dieser Saison für Champions-League-Abende beschert? Wer konnte sich nicht auch ein wenig für das "Oldie"-Ensemble um Francesco Acerbi und Henrykh Mkhitaryan begeistern?
Doch von dem Glanz des Viertelfinals (gegen den FC Bayern) geschweige denn des epischen Halbfinals gegen den FC Barcelona war in der Allianz Arena nichts mehr zu sehen. War Inter in den Runden zuvor noch mit Zweikampfhärte und unglaublicher Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor aufgefallen, mutierte die Mannschaft von Simone Inzaghi vom Säbelzahntiger zum zahmen Kätzchen.
Von Minute eins an ließ sich das Team von der Pariser Pressingmaschine in die Defensive drücken, Pechvogel Federico Dimarco sah dann auch noch bei beiden Gegentoren in Halbzeit eins alles andere als gut aus.
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Enttäuschung pur bei den Verlierern aus Mailand
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Hatte Inter vor allem gegen Barcelona zuvor noch auf jedes Gegentor eine blitzschnelle Antwort gefunden, war von Aufbäumen im Endspiel nichts zu sehen. "Es war einfach zu schlecht, um ein Champions-League-Finale zu gewinnen", musste auch der bemitleidenswerte Keeper Yann Sommer einräumen: "Das tut weh. Wir bekommen es nicht auf den Platz."
"ZDF"-Expertin Fritzy Kromp fragte sich noch während des Spiels: "Wann wollte Inter eigentlich einmal anfangen, ins Spiel zu kommen? So passiv habe ich sie selten erlebt."
Nach dem verlorenen Finale 2023 ist es innerhalb von zwei Jahren die nächste herbe Niederlage für das Team aus der Serie A. Eine, an der Mannschaft und Fans wohl noch einige Zeit zu knabbern haben werden.
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Inzaghi: "Enttäuschung und Bitterkeit sind groß"
Quelle: Eurosport
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