Real Madrid: Comeback-Wunder gegen FC Arsenal? Kylian Mbappé und Co. in Bringschuld - "Die Realität ist deutlich anders"
Update 16/04/2025 um 16:55 GMT+2 Uhr
Madrid, Bernabéu, Flutlicht: Wenn die Champions-League-Hymne ertönt, schaltet Real Madrid in einen anderen Modus. Normalerweise. Nach dem 0:3 im Viertelfinal-Hinspiel der Königsklasse gegen den FC Arsenal stehen die Königlichen mit dem Rücken zur Wand. Doch vorbei sind die Zeiten von ikonischen Stürmern und magischen Comebacks - die Realität in der spanischen Hauptstadt ist eine völlig andere.
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Quelle: Perform
Real Madrid braucht ein Wunder. Punkt. Das 0:3 aus dem Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen den FC Arsenal gleicht selbst für die Königlichen einem unüberwindbaren Hindernis.
Und tatsächlich: In den Geschichtsbüchern muss man weit zurückblättern, um das letzte Kunststück solchen Ausmaßes seitens der Madrilenen zu finden.
Am 5. November 1975 stand Real nach einem 1:4 gegen Derby County nur zwei Wochen zuvor im Achtelfinale des Europapokals der Landesmeister mit dem Rücken zu Wand. Nach 120 dramatischen Minuten im Estadio Santiago Bernabéu stand der spanische Hauptstadtklub im Viertelfinale (5:1 n.V.).
Knapp 50 Jahre später soll der Fußballgott erneut zugunsten von Los Blancos handeln. Doch Kylian Mbappé, Vinícius Júnior und Co. lassen eine solche Magie vermissen.
Real zwischen Traum und Realität
"Arsenal zu schlagen und das Halbfinale zu erreichen ist nicht unmöglich, aber in Wahrheit sehr, sehr schwierig", blickte Fußball-Experte Adrián García von Eurosport in Madrid auf das Rückspiel am Mittwoch (ab 21:00 Uhr im Liveticker).
Der Glaube in der spanischen Metropole sei aber immens, der Mythos Real nährt derartige Träume. "Die Fans glauben an die Mystik und all die Symbolik, sie erinnern sich gern an die romantische Vergangenheit der 1980er oder an die verrückten Spiele gegen Manchester City und Paris Saint-Germain in den letzten Jahren", so Garcia weiter.
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Real Madrid geriet gegen den FC Arsenal häufig in Bedrängnis
Fotocredit: Getty Images
Vor drei Jahren stellte Real Madrid die Champions League auf den Kopf. Zunächst bugsierte Hattrick-Held Karim Benzema trotz Hinspiel-Niederlage im Alleingang aus dem Turnier, Wochen später flog ManCity hinterher - nachdem Rodrygo ab der 90. Minute einen Doppelpack erzielt und die Verlängerung erzwungen hatte. Dieses Mal sind die Voraussetzungen aber anders.
Eine höhere Niederlage in einem K.o.-Spiel in der Königsklasse setzte es zuletzt im Halbfinale 1988/89 gegen die AC Milan (0:5). Darüber hinaus war es die fünfte Europapokal-Niederlage von Real in dieser Saison, so schlecht war der Rekord-Champions-League-Sieger zuletzt 2000/01.
Zudem hing die Demontage auf der Insel nicht nur mit der Verfassung der Madrilenen zusammen. Arsenal war schlichtweg die bessere Mannschaft. Seit Beginn der Datenerfassung im Jahre 2003 feuerte kein CL-Team in einem Spiel mehr Schüsse auf das Tor von Real Madrid ab als die überlegenen Gunners in der zurückliegenden Woche (11), die Freistöße von Declan Rice waren Meisterwerke.
Ancelotti glaubt an das Unmögliche
Greift man nochmals auf jenen magischen Abend im Herbst 1975 gegen Derby County zurück - oder die Comebacks gegen den VfL Wolfsburg 2015/16 (0:2/3:0) und Roter Stern Belgrad 1986/87 (2:4/2:0) - ist das Erfolgsrezept für die Aufholjagd klar.
Ein Tor in der Anfangsphase, Doppelpacks von ikonischen Stürmern wie Cristiano Ronaldo, Santillana oder Roberto Martínez und eine bombenfeste Abwehr. Sternstunden sind also unabdingbar. Aber hat das Real Madrid zurzeit drauf?
"Ich weiß es nicht. Wir versuchen es", meinte Trainer Carlo Ancelotti auf der Pressekonferenz. "Die Wahrheit ist, dass Real Madrid der einzige Klub ist, dem das viele Male gelungen ist. Wir werden es bis zur letzten Minute versuchen, bis zum letzten Ball."
Einen Plan hat sich der italienische Übungsleiter natürlich schon zurechtgelegt. "Wir sind uns ziemlich sicher, was für ein Spiel wir spielen werden", verriet der 65-Jährige im exklusiven Interview mit TNT Sports (gehört wie Eurosport zur Sendergruppe WBD Sports).
Ohne die Unterstützung der Fans läuft aber nichts. "In Schwierigkeiten ist dieses Stadion sehr hilfreich für uns. Es gibt ein bisschen Magie - die kommt aber auch aus der Leistung der Mannschaft", unterstrich er.
"Hasta el final", bis zum Ende kämpfen die Königlichen vor den heimischen Fans. Diese Einstellung blieben Mbappé und Co. in der laufenden Saison jedoch schuldig.
Mbappé und Co. in der Bringschuld
Mit der ablösefreien Verpflichtung von Kylian Mbappé schien der Henkelpott auf Jahre hinweg vergeben zu sein. "Im letzten Sommer dachte man, dass Real mit Kylian, Vini, Rodrygo und Bellingham nicht aufzuhalten wäre. Aber die Realität sieht anders aus", hob Garcia hervor.
Waren die Erwartungen an die Starspieler am Ende zu groß? "Meiner Meinung nach nur im Falle von Mbappé", so Garcia weiter. "Vinícius war letztes Jahr ein echter Anführer - gegen Bayern im Halbfinale und im Finale gegen Dortmund - aber dieses Jahr wirkt es nicht so."
Die Sternstunden sind also in weiter Ferne. Und ohnehin: Bevor Real Madrid an ein episches Comeback denkt, müssen sie zunächst einmal einen Fluch brechen.
Bislang gelang dem spanischen Rekordmeister in seinen drei Europapokal-Duellen mit Arsenal kein einziger Treffer.
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