Drei Dinge, die bei Tottenham Hotspur - Borussia Dortmund auffielen: Eine BVB-Halbzeit aus dem Horrorkabinett

Borussia Dortmund hat das vorzeitige Ticket für die Playoff-Runde am vorletzten Spieltag der Champions-League-Ligaphase am Dienstagabend verpasst. Bei Tottenham Hotspur unterlag der BVB nach einer frühen Roten Karte gegen Daniel Svensson (24.) und einer insgesamt blutleeren Darbietung in Halbzeit eins verdientermaßen 0:2 (0:2). Drei Dinge, die in der englischen Hauptstadt auffielen.

Kovac nach Pleite bedient: "Wir sind selbst schuld"

Quelle: Perform

Borussia Dortmund hat am vorletzten Spieltag der Ligaphase in der Champions League bei Tottenham Hotspur eine bittere Niederlage kassiert und damit die Chance auf den direkten Einzug ins Achtelfinale so gut wie verspielt.
Die Mannschaft von Trainer Niko Kovac verlor am Dienstagabend mit 0:2 (0:2). Christian Romero (14.) und Dominic Solanke (37.) waren für Tottenham erfolgreich. Dortmunds Daniel Svensson sah nach Videobeweis früh die Rote Karte (24.) wegen groben Foulspiels.
Eine Entscheidung, mit der nicht alle konform gingen, wie sich im Nachgang zeigen sollte. Der Platzverweis besiegelte zwar das Schicksal vollumfänglich, doch den Grundstein legten die Schwarz-Gelben schon zuvor mit einem leidenschaftslosen, fehlerbehafteten Leistung.
Drei Dinge, die bei Tottenham Hotspur - Borussia Dortmund auffielen.

1. Eine Halbzeit aus dem Horrorkabinett

Die Vorzeichen waren aus Sicht von Borussia Dortmund wirklich vielversprechend.
Die Mannschaft von Trainer Niko Kovac reiste mit einem Last-Minute-Sieg im Rücken (3:2 gegen den FC St. Pauli in der Bundesliga) und einer Ungeschlagen-Serie von sieben Pflichtspielen in Serie in den 1,2 Milliarden Pfund teuren Fußballtempel im Londoner Norden.
Die Gastgeber ließen sich hingegen am Wochenende kurz vor Schluss an Ort und Stelle von Abstiegskandidat West Ham United ein 1:2 einschenken und dümpeln grundsätzlich seit geraumer Zeit in den Niederungen der englischen Beletage herum. Coach Thomas Frank steht längst zur Debatte.
Umso erstaunlicher war es, dass die beiden Teams einen gänzlich konträren Eindruck auf dem Platz erweckten. Von Beginn an nahmen die vermeintlich verunsicherten Spurs das Heft des Handelns in die Hand und schnürten die Gäste ein, Romeros Tor fiel folgerichtig früh.
picture

Daniel Svensson sah in London früh die Rote Karte

Fotocredit: Getty Images

Natürlich trug die Rote Karte gegen Svensson nicht zwingend dazu bei, dass sich der BVB plötzlich dazu veranlasst sah, Mut für die restlichen 65 Minuten zu schöpfen. Sie stand ebenso sinnbildlich wie Solankes Stolpertor zum 0:2, das die Horrorhalbzeit für Dortmund komplettierte.
"Die ersten fünf Minuten waren noch okay, danach haben wir viele Standards zugelassen und beim 0:1 schlecht verteidigt. Danach haben wir jeden Ball verloren, mit der Roten Karte war die erste Halbzeit einfach sehr bitter", fasste Kapitän Nico Schlotterbeck das Ganze im Nachgang bei "Prime" zusammen.
Torhüter Gregor Kobel ergänzte: "Ich hatte am Anfang das Gefühl, dass wir mit der hohen Intensität von Tottenham nicht zurechtgekommen sind. Die Rote Karte hat das Spiel natürlich auch gebrochen. Die erste Halbzeit war nichts."
Dass es nach dem Seitenwechsel und den Einwechslungen von Emre Can und Julian Ryerson spielerisch besser wurde, fiel letztlich - zumindest ergebnistechnisch - nicht ins Gewicht.

2. Ein unsichtbares BVB-Duo

Für Serhou Guirassy und Julian Brandt war der Arbeitstag nach 45 Minuten bereits erledigt.
Zumindest wurde die Information der Herausnahme zu Beginn des zweiten Durchgangs über die Stadionlautsprecher an die anwesenden Zuschauer herangetragen.
Dass die beiden über besagten Zeitraum zuvor am Geschehen teilgenommen hatten, dürfte den meisten Anwesenden nämlich entgangen sein. Guirassy hatte es auf 17 Ballaktionen gebracht, Brandt - eigentlich als kreativer Ideengeber aufgeboten - interagierte satte 19 Mal mit dem Spielgerät.
Sonderlich hilfreich war das, was der ehemalige Leverkusen damit anstellte jedoch nicht, Brandt gelang kein einziger nennenswerter Pass, kein einziges Dribbling, das dem geneigten Betrachter in Erinnerung geblieben wäre.
picture

Eines der wenigen Bilder, die an diesem Abend von Julian Brandt geschossen wurden

Fotocredit: Getty Images

Dafür drehte er sich im entscheidenden Moment vor dem 0:1 weg, als Wilson Odobert erst über die Kugel trat und dann (dank Brandts Abwendung) in Ruhe einen Abnehmer finden durfte. Ganz zum Unbehagen von Schlotterbeck, der versuchte, Brandt gestenreich wachzurütteln.
Mit der Szene konfrontiert, erklärte der Innenverteidiger: "Er ist ein Offensivspieler, die drehen sich manchmal weg. Das ist kein Vorwurf an Jule, ich habe nur gesagt, dass er stehenbleiben soll."
Wäre er stehengeblieben, hätten die Statistiker wohl zwei Zweikämpfe im Fleißheftchen vermerkt, so blieb es am Ende lediglich einer - der verloren ging. Guirassy führte - trotz Unsichtbarkeit - immerhin derer sechs. Allerdings vermochte der Mittelstürmer kein einziges Duell für sich zu entscheiden.

3. Eine Rote Karte, die die Gemüter erhitzt

Dass Svenssons Einsteigen gegen Odobert nicht völlig harmlos war, hatte Schiedsrichter Glenn Nyland bereits während des laufenden Spiels festgestellt - und seinem schwedischen Landsmann für dessen Vergehen die Gelbe Karte unter die Nase gehalten.
Womöglich war Nyland aber entgangen, wo genau Svensson seinen Gegner getroffen hatte. Mit der offenen Sohle beinahe auf Kniehöhe. Dementsprechend wurde der Unparteiische vom Videoassistenten an den Bildschirm gebeten.
Nach Ansicht diverser Super-Zeitlupen, die in der Folge von "Prime"-Experte Christoph Kramer noch als "schlimmste Erfindung für den Fußball" deklariert wurden, revidierte Nyland seine Entscheidung und stellte Svensson vom Platz.
picture

Kovac: "In der Bundesliga verteidigen wir besser"

Quelle: Perform

Nachvollziehbar, wie Ex-Schiri Wolfgang Stark bei "Prime" erklärte: "Es ist ein typischer Videobeweis-Platzverweis. Mir fehlt die Dynamik, aber das gestreckte Bein, die offene Sohle, das Trefferbild überlagert die fehlende Dynamik. Das ist die Vorgabe bei der UEFA, deshalb hat der VAR den Schiedsrichter herausgeschickt."
Mats Hummels, der sich mit 2014-Weltmeister-Kollege Kramer im Londoner Regen einen Schirm teilte, bewertete die Situation aus der Sicht eines noch kürzlich aktiven Profis. "Für den Praktiker ist es keine Rote Karte", sagte der langjährige Dortmund-Profi und führte aus: "Es gibt gar keine Dynamik, er trifft sogar noch vorher den Ball. Das ist eine Nachzieh-Aktion, das kommt im Fußball sehr häufig vor."
Ihm widerstrebe, dass derartige Zusammenstöße "mittlerweile zu oft mit einer Roten Karte geahndet werden".
picture

Alonso-Anruf? Slot scherzt: "Übernimmt morgen"

Quelle: Perform


Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung