Drei Dinge, die bei FC Arsenal - FC Bayern München in der Champions League auffielen: Die bayerische Achillesferse

Der FC Bayern München hat die erste Niederlage der Saison kassiert, weil der FC Arsenal die Schwächen des deutschen Rekordmeisters eiskalt ausnutzte. Selbst Harry Kane blieb ungewohnt blass. Der einzige Gewinner der Münchner war das 17-jährige Juwel Lennart Karl. Drei Dinge, die beim Kracher zwischen den beiden bis dato womöglich formstärksten Teams Europas in London auffielen.

Kimmich legt Finger in die Wunde: "Überhaupt nicht gut gemacht"

Quelle: SID

Im 19. Pflichtspiel der Saison ist es passiert: Der FC Bayern München hat ein Fußballspiel verloren. Völlig verdient unterlagen die Münchner dem FC Arsenal mit 1:3 (1:1).
Die Tore für Arsenal erzielten Jurrien Timber (22.), Noni Madueke (69.) und Gabriel Martinelli (77.). Das zwischenzeitliche 1:1 für den FC Bayern gelang Lennart Karl (32.).
"Es war eine verdiente Niederlage", gab Joshua Kimmich zu. "Wir haben es mit Ball nicht gut gemacht, waren nicht aktiv genug und haben uns nicht genug Optionen gegeben. Und gegen den Ball waren wir physisch nicht auf der Höhe."
Drei Dinge, die bei FC Arsenal - FC Bayern auffielen.

1.) Die Achillesferse des FC Bayern

Es war nicht völlig überraschend, dass Arsenal ausgerechnet mit einer Standardsituation in Führung ging. Hier liegt die große Schwäche des FC Bayern. Die vier Gegentreffer in den vorherigen zwei Spielen gegen Union Berlin (2:2) und den SC Freiburg (6:2) kamen ebenfalls durch Standards zustande – einmal per Freistoß, dreimal per Ecke.
Nun führte gleich der erste Eckball der Gunners, die ohnehin für ihre starken Standards bekannt sind, zum Gegentreffer.
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Kompany mit Ansage: "Die Antwort wird kommen"

Quelle: Perform

Bukayo Saka schoss den Ball nahe vor das Tor, Neuer rückte etwas übermotiviert heraus, konnte dadurch allerdings den Kopfball von Timber nicht parieren. Der Star-Keeper zeigte daraufhin auf sich. Ganz nach dem Motto: Das geht auf meine Kappe!
Die Anfälligkeit nach Standards blieb. Mikel Merino (50., 58.) hatte nach Eckbällen gleich zwei gefährliche Kopfbälle – einmal wurde dieser abgeblockt, einmal verfehlte der Ball knapp das Tor. Auch Abwehrspieler Cristhian Mosquera (61.) durfte nach einem Freistoß relativ frei auf das Tor köpfen.
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Fußball: Jurrien Timber (verdeckt) köpft in der Champions League zum 1:0 für den FC Arsenal gegen den FC Bayern München ein - Torhüter Manuel Neuer kommt zu spät

Fotocredit: Getty Images

Warum der FC Bayern die Standard-Schwäche, die neue Achillesferse, nicht in den Griff bekam? "Weil das einfach nicht zu verteidigen ist", erklärte Sportvorstand Max Eberl. "Sie machen Chaos. Und Chaos kannst du nicht verteidigen. Sie verwirren: Du weißt, dass sie mit drei, vier Mann auf einer Stelle stehen werden. Aber du weißt nicht, wann oder wo."
Ein weiterer Erfolgsschlüssel von Arsenal: hohes Pressing! Dies verleitete Dayot Upamecano – der ohnehin ein durchwachsenes Spiel hatte und in der ersten Halbzeit einmal schülerhaft getunnelt wurde – zu einem Fehlpass im eigenen Drittel. Solche Gelegenheiten lässt der Tabellenführer der Premier League nicht ungenutzt: Schnell umgeschaltet, landete der Ball über Riccardo Calafiori per Flanke bei Noni Madueke – schon zappelte der Ball im Netz.
Und nur acht Minuten später, als Bayern komplett aufgerückt war und den Ball im gegnerischen Drittel vertändelte, wurden die Münchner mit einem schnellen Konter überspielt. Gabriel Martinelli legte den Ball an Neuer vorbei, der unnötig bis kurz vor die Mittellinie aufgerückt war, und schob den Ball ins Tor. "Wenn man zurückliegt, muss man eben mehr Risiko gehen", sagte Neuer und lobte den Torschützen: "Er macht das einfach gut."
Falls es ein Drehbuch dafür gibt, wie man den FC Bayern zerlegt: Arsenal hatte es geschrieben! 

2.) Karl: Cool und effektiv auf der großen Bühne

Lennart Karl machte einen unaufgeregten Eindruck, als er sich inmitten des Emirates für das Spiel aufwärmte – bewegte sich lässig, schaute sich ein bisschen um, träumte fast ein bisschen vor sich hin. Zum fünften Mal in dieser Saison stand der 17-Jährige in der Startelf – erstmals allerdings in einem Spiel dieses Kalibers.
Beim vorherigen Champions-League-Spiel gegen Paris saß Karl noch die kompletten 90 Minuten auf der Bank. Durch die Sperre von Luis Díaz wurde nun ein Platz in der Offensive frei. Karl hatte sich die Chance verdient, nachdem er beim 6:1 gegen den SC Freiburg mit einem Tor und einer Vorlage glänzte. 
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Fußball: Lennart Karl trifft für den FC Bayern München in der Champions League beim FC Arsenal

Fotocredit: Getty Images

Und was tat er? Er nutzte sie! In einer kritischen Spielphase - Bayern hätte kurz zuvor fast das 0:2 kassiert - machte er genau den richtigen Laufweg. Joshua Kimmich spielte auf den Flügel zu Serge Gnabry, dieser legte den Ball direkt für Karl vor, der volley abzog - Tor.
"Lennart war da, wo er sein muss", lobte Max Eberl auf Nachfrage von Eurosport. "Lennart hat diese Unbekümmertheit, die uns guttut. Aber alleine kann er das natürlich auch nicht machen."
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Eberl erklärt Arsenals Standards: "Chaos kannst du nicht verteidigen"

Quelle: Perform

Fast wäre es noch schöner gekommen: In der 55. Minute legte Karl ein sehenswertes Dribbling in den Strafraum hin, bekam den Ball diesmal allerdings nicht an Torwart David Raya vorbei. Möglicherweise hätte das Spiel einen anderen Ausgang genommen, wäre der Ball im Tor gelandet. Klar ist aber auch: Ihm ist die Niederlage am allerwenigsten anzulasten. Dies war nämlich die einzige Großchance des FC Bayern in der zweiten Halbzeit.

3.) Feindbild Kane findet nie ins Spiel

Auch wenn er seit knapp eineinhalb Jahren das Trikot des FC Bayern trägt: Die Fans von Arsenal haben nicht vergessen, dass Harry Kane den Großteil seiner Karriere beim Rivalen Tottenham Hotspur verbracht hat. Bei jeder Ballberührung wurde der Stürmer ausgebuht.
Der 32-Jährige ist zu erfahren, um sich von solchen Begleiterscheinungen irritieren zu lassen. Und doch fand er nie richtig ins Spiel. Über die komplette Spielzeit bekam er weder einen Torschuss noch eine Torschussvorlage zustande.
Es gehört zu seinem Stil, sich tief fallen zu lassen und auch Zweikämpfe in der eigenen Hälfte zu führen. Doch gegen Arsenal entstand das Gefühl, dass er dadurch vorne fehlte. Ob das die Kehrseite des Spiels von Kane war?
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Harry Kane und der FC Bayern unterlagen in London

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"Also erstmal haben wir uns mit der Spielweise genau dahin gebracht, dass wir so ein Spitzenspiel in der Champions League heute spielen durften", erklärte Eberl.
"Wir haben es aber heute nicht gut gemacht. Wir haben es oft viel besser gemacht. Das muss der Lerneffekt sein. Wir dürfen jetzt nicht von unserem Weg abkommen, weil wir gegen einen sehr, sehr guten Gegner verloren haben. Wir müssen und wollen unsere Automatismen beibehalten und werden auch wieder die Spiele gewinnen."       
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"Vielleicht zu viel": Guardiola nimmt Schuld für Niederlage auf sich

Quelle: Perform


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