Drei Dinge, die beim Sieg des FC Bayern in Bergamo auffielen: Joshua Kimmich verhält sich cleverer als Sergio Ramos

Der FC Bayern kann für das Viertelfinale der Champions League planen. Mit dem 6:1 im Achtelfinal-Hinspiel gegen Atalanta Bergamo stehen sie nahezu sicher in der nächsten Runde. Die Mannschaft von Vincent Kompany bestrafte ein taktisches Experiment von Bergamo. Joshua Kimmich und Michael Olise provozierten gegen Spielende jeweils eine Gelbe Karte - wie einst Sergio Ramos, nur schlauer.

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Quelle: Perform

Der FC Bayern München hat die Favoritenrolle in der Champions League unterstrichen. Das 6:1 (3:0) in Italien bei Atalanta Bergamo glich einer Machtdemonstration.
Die Tore erzielten Josip Stanisic (12.), Michael Olise (22.), Serge Gnabry (25.), Nicolas Jackson (52.), erneut Olise (64.) und Jamal Musiala (64.). In der Nachspielzeit gelang Mario Pasalic (90+3) der Ehrentreffer für Bergamo.
Getrübt wurde die Freude von Verletzungssorgen. Die zur Halbzeit eingewechselten Alphonso Davies und Musiala gingen mit einer Blessur vorzeitig vom Feld. Auch Jonas Urbig musste nach einem Zusammenprall beim Gegentor behandelt und mit Verdacht auf eine Gehirnerschütterung im Krankenhaus behandelt werden.
Drei Dinge, die in Bergamo auffielen:

1. Bayern bestraft mutigen Ansatz von Bergamo

Offenbar hatte sich Bergamo-Trainer Raffaele Palladino vorgenommen, den FC Bayern zu überraschen. Er wich von der gewohnten 3-4-2-1-Formation ab, die gegen Borussia Dortmund so gut funktioniert hatte. Stattdessen wurde im 4-4-2 agiert. Ein mutiger Ansatz: Die Italiener verteidigten mannorientiert, pressten hoch, bekamen aber abgesehen von den ersten fünf Minuten keinen Zugriff.
Die Bayern wussten Bergamos aggressiven Ansatz zu nutzen. Mit ihren Positionsveränderungen zogen sie die Defensive von Bergamo auseinander und gelangten dadurch in die gefährlichen Räume. Ein Paradebeispiel dafür war das 3:0. Torwart Jonas Urbig überspielte das Pressing mit einem weiten Schlag auf Olise. Serge Gnabry startete in die Tiefe, bekam den Ball zugespielt, marschierte ungestört durch die weit aufgerückte Abwehr und traf eiskalt ins linke Eck.
Mit steigender Spieldauer - oder besser gesagt mit jedem Gegentor - verlor Bergamo den Mut. Zudem hatten die Bayern mehr Bewegung im Spiel. Alleine in der ersten Halbzeit lief der deutsche Rekordmeister knapp sechs Kilometer mehr als der Gegner.
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Kompany: Davies und Urbig "ganz offensichtlich verletzt"

Quelle: Eurosport

"Atalanta hatte einen Plan", sagte Vincent Kompany. "Aber meine Jungs mögen das, in solchen Spielen Eins-gegen-Eins zu spielen. Und das haben sie hervorragend gemacht." Der Sieg hätte laut dem Bayern-Trainer sogar noch höher ausfallen können: "Wir waren das ganze Spiel offensiv sehr gefährlich."
Immerhin sah Palladino selbst ein, dass sein Matchplan nicht aufging. Zur Halbzeit kam Berat Djimsiti für Gianluca Scamacca ins Spiel, wodurch Bergamo zur Dreierkette zurückkehrte. Doch diese Erkenntnis kam zu spät.
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Fotocredit: Getty Images

2. Tor-Festivals funktionieren auch ohne Harry Kane

Normalerweise lässt sich Harry Kane, der aufgrund von Wadenproblemen auf der Bank saß, nicht ersetzen. Seitdem der 32-Jährige im Sommer 2023 verpflichtet wurde, hatte er bis dato zehn Pflichtspiele verpasst. Nur fünf Partien davon wurden gewonnen, vier verloren, ein Spiel ohne Kane endete mit einem Unentschieden.
Doch in Bergamo wurde sein Fehlen erstklassig kompensiert. Ersatzstürmer Nicolas Jackson hatte anfangs Probleme, fügte sich dann aber gut in das Spiel ein, traf zum 4:0 und bereitete das 5:0 für Musiala vor. Überhaupt war die gesamte Mannschaft extrem hungrig und drängte immer weiter auf das nächste Tor.
"Wir wussten, dass ein 3:0 zur Halbzeit schon ein gutes Ergebnis ist", sagte Joshua Kimmich. "Trotzdem wollten wir es noch deutlicher machen. Das ist uns gelungen. Der Gegner hatte nicht mehr viel Gegenwehr zu bieten. Wir wechselten Spieler ein, die hungrig sind, die Tore machen wollen. Das ist das, was wir in dieser Phase der Saison brauchen."
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Quelle: SID

3. Kimmich und Olise auf Ramos' Spuren - nur cleverer

Beim Zwischenstand von 6:0 war klar, dass das Rückspiel ohne Bedeutung sein würde. Für Joshua Kimmich und Michael Olise war dies eine günstige Gelegenheit, um eine Gelbsperre abzusetzen. Beide provozierten in der Schlussphase mit Zeitspiel eine Verwarnung, Olise bei einem Eckball, Kimmich bei einem Freistoß.
Nach dem Spiel darauf angesprochen, wies Kimmich jegliche Absicht von sich. "An sich war es unnötig. Ich habe nach Anspielstationen gesucht, man will da aber nicht ins Pressing reinspielen", argumentierte er. Angeblich wollte er gerade den Ball herausspielen, als er plötzlich Gelb sah. "Ärgerlich", sagte er mit überzeugender Miene, "jetzt bin ich gesperrt. Aber ich will eigentlich jedes Spiel machen."
Auch Kompany und Aleksandar Pavlović taten nach dem Spiel so, als wüssten sie nichts von provozierten Gelben Karten. Aus gutem Grund: Laut Regelwerk ist es untersagt, vorsätzlich eine Gelbe Karte zu erzwingen.
Sergio Ramos, der frühere Verteidiger von Real Madrid, tat dies im Jahre 2019 in der Champions League gegen Ajax Amsterdam. Danach gab er zu: "Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, ich hätte sie nicht provoziert." Der Spanier bekam dafür eine Sperre von zwei Spielen aufgebrummt.
Kimmich war cleverer, gab dies nicht zu und muss daher wohl keine Konsequenzen befürchten. Das sah auch "Prime Video"-Experte Mats Hummels so: "Ich glaube, wir wissen alle, was passiert ist. Ich finde es wunderbar, wie er es erklärt hat. Ich verstehe, dass er jetzt dieses Statement bringt, damit es eben nicht eine Bestrafung wie vielleicht damals bei Real Madrid gibt. Deswegen alles richtig gemacht, Josh."
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Quelle: Perform


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