Drei Dinge, die beim Sieg des FC Bayern München gegen Union Saint-Gilloise auffielen: Kane kaschiert Ideenlosigkeit
Update 22/01/2026 um 09:08 GMT+1 Uhr
Der FC Bayern München hat sich nach einer schwachen ersten Halbzeit gesteigert und in der Champions League 2:0 gegen Union Saint-Gilloise gewonnen. Laut Trainer Kompany ist es nicht ungewöhnlich, dass eine Top-Mannschaft erst nach der Pause ihre Dominanz ausspielt. Einen misslungenen Abend durchlebte Min-Jae Kim, der mit Gelbrot vom Platz gestellt wurde. Lob vom Trainer gab es trotzdem.
Keine Playoffs? Kompany: "Werden die Zeit nutzen"
Quelle: Perform
Der FC Bayern München hat sich mit dem 2:0 gegen Union Saint-Gilloise vorzeitig für das Achtelfinale der Champions League qualifiziert.
Harry Kane sorgte mit seinen zwei Toren (52., 54./Foulelfmeter) für den Sieg. Das Ergebnis wäre noch höher ausgefallen, hätte Kane in der 81. Minute nicht einen weiteren Versuch vom Punkt ans Lattenkreuz genagelt und damit seinen 100. Elfmetertreffer verpasst.
Die Gastgeber mussten ab der 63. Minute in Unterzahl agieren, weil Innenverteidiger Min-Jae Kim mit Gelbrot vom Platz gestellt wurde. Es gelang den Belgiern allerdings nicht, die Überzahlsituation auszuspielen.
Drei Dinge, die auffielen.
1.) Bayern braucht erneut eine Anlaufzeit – Kompany weiß warum
Auch wenn das Spiel gewonnen wurde, war die erste Halbzeit des FC Bayern vor allem eines: ideenlos. Die Münchner bekamen in den ersten 45. Minuten keine echte Großchance zustande. Sie konnten sogar froh sein, nicht mit einem Rückstand in die Pause gegangen zu sein. Die größte Chance des ersten Durchgangs hatte nämlich Union Saint-Gilloise. Stürmer Promise David entwischte Verteidiger Jonathan Tah und kam frei zum Kopfball, scheiterte aber an Manuel Neuer.
"Sie haben keinen Zugriff aufs Spiel, alles wirkt ein bisschen zu langsam und zu ungenau", kritisierte DAZN-Experte Michael Ballack. "Sie spielen kontrolliert – vielleicht aber zu kontrolliert. Mit 80 Prozent schlägst du so einen Gegner nicht so einfach. Das ist zu einfallslos."
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Harry Kane köpft das 1:0 gegen Union Saint-Gilloise
Fotocredit: Getty Images
Laut Trainer Vincent Kompany ist es nicht ungewöhnlich, dass eine Top-Mannschaft erst ab einer gewissen Zeit seine Dominanz ausspielt. "Die Gegner werfen in der ersten Halbzeit alles rein, was sie haben. Da sind sie frisch und haben viel Energie. Das ist nicht nur bei Bayern so – ich habe auch bei anderen Vereinen gespielt, die dominant waren", sagte er in Anspielung an seine aktive Zeit bei Manchester City.
"Oft knackt ein Spiel dann erst in der zweiten Halbzeit. Das Ergebnis fällt nicht immer schon vor der Pause." Und doch gab Kompany zu: "Unsere erste Halbzeit kann besser sein, da waren wir nicht auf unserem höchsten Niveau."
Ballack urteilte ähnlich. "Es war eine der schwächeren Leistungen dieser Saison. Aber das spricht nicht gegen die gute Form des FC Bayern. Es war ein Spiel, das sie gewinnen mussten. Auch wenn nicht alles geklappt hat, haben sie in der Champions League zu Null gewonnen."
2.) Einem Harry Kane darf man keine Torchance wegnehmen
Harry Kane war sauer, gestikulierte wild und fluchte. Es lief die 40. Minute, als der FC Bayern die einzige nennenswerte Tormöglichkeit in Halbzeit eins zustandebrachte. Kane hätte den Eckball von Joshua Kimmich gerne auf das Tor geköpft, hätte nicht Raphael Guerreiro ihm die Chance weggeschnappt. Der Portugiese versuchte einen Kopfball, verfehlte allerdings das Tor.
Als der FC Bayern in der 52. Minute erneut einen Eckball bekam, hatte Guerreiro offenbar aus seinem Fehler gelernt. Er hielt sich von Kane fern, sodass dieser seine Kopfballqualitäten zur Geltung bringen konnte – schon zappelte der Ball im Netz. Nur zwei Minuten später holte der Engländer dann einen Foulelfmeter heraus, den er selber verwandelte.
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Harry Kane wollte seinen 100. Elfmeter voll machen
Fotocredit: Getty Images
Und doch ist selbst ein Kane nicht unfehlbar. Als er in der 81. Minute erneut an den Punkt trat, um einen Handelfmeter zu schießen, scheiterte er an der Unterkante. Dies konnte seine gute Laune allerdings nicht mindern. "In der Pause war klar, dass wir mit mehr Intensität rauskommen wollen. Und das haben wir dann auch gezeigt", fasste Kane zusammen. "Wir haben zu den richtigen Zeitpunkten getroffen, hatten ein bisschen Pech mit der Roten Karte, aber selbst mit zehn Mann haben wir das Spiel gut kontrolliert."
3.) Kim nutzt seine Chance nicht – und wird trotzdem gelobt
Min-Jae Kim hat beim FC Bayern einen schweren Stand. Jonathan Tah und Dayot Upamecano sind in der Innenverteidigung meist gesetzt. Kim rotiert nur gelegentlich in die Startelf. Nach 29 Pflichtspielen stand er nun zum zehnten Mal in der Anfangsformation. Umso bitterer, dass er aufgrund zweier Foulspiele mit Gelb-Rot vom Platz gestellt wurde.
Das zweite Foul war ein Festhalten des Gegenspielers, der gerade in die Tiefe starten wollte. "Das ist dumm", urteilte Ballack. "Er hätte das Laufduell nur mitgehen müssen – gerade, wenn er Gelb hat."
Kompany hingegen nahm Kim in Schutz – und lobte ihn sogar. "Wenn wir über Leistungen sprechen, haben Jonathan Tah und Min-Jae uns viel geholfen, um in diesem Spiel keine verrückten Momente zu haben. In der ersten Halbzeit haben sie einiges wegverteidigt. Es waren andere, die vielleicht nicht die beste Leistung hatten", so Kompany.
Für die beiden Fouls gab es keine Kritik. Aus seiner eigenen Erfahrung als Innenverteidiger wisse Kompany, dass so etwas "manchmal passieren kann."
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Kompany über Kim-Platzverweis: "Gehört dazu"
Quelle: Perform
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