FC Bayern: Risiko mit Vincent Kompany zahlt sich aus - Europas Experten über Super-Bayern und Duell mit Arsenal

Mit dem Sieg über Paris Saint-Germain (2:1) hat der FC Bayern München auf europäischem Parkett ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Als Architekt der neuen Super-Bayern gilt dabei Trainer Vincent Kompany, dessen Philosophie in seinem zweiten Jahr an der Säbener Straße goldene Früchte trägt. Das Experten-Netzwerk von Eurosport huldigt dem Belgier - in England ist die Wahrnehmung jedoch etwas getrübt.

Kimmich und Eberl über Rot für Díaz: "Wenn du das Standbild siehst..."

Quelle: Eurosport

Im Pariser Prinzenpark zeigte der deutsche Rekordmeister dem amtierenden Champions-League-Sieger in der ersten Halbzeit seine Grenzen auf, in den zweiten 45 Minuten agierte er selbst in Unterzahl bemerkenswert souverän und ging letztlich verdient als Sieger vom Platz (2:1).
Die Mannschaft auf dem Rasen überzeugte mit einer unheimlichen Vielseitigkeit, in ihrer spielerischen Wucht glich sie einer Dampfwalze, die selbst vor der bislang größten Reifeprüfung nicht zu bremsen war.
Doch wie blickt das restliche Europa auf die neuen Super-Bayern? Wir haben in unser Experten-Netzwerk reingehört - und so viel sei gesagt: Das "Risiko Vincent Kompany" hat sich ausgezahlt.

Bayern-Coach Kompany tritt in große Fußstapfen

"Die Zeit wird es zeigen, aber Kompany ist auf dem besten Weg, in die Geschichtsbücher einzugehen", meint Fußball-Experte Jorge Ordas von Eurosport Spanien.
Zwar bedeuten die 16 Siege in den ersten 16 Pflichtspielen der Saison bereits jetzt einen phänomenalen Meilenstein in der Geschichte der Top-5-Ligen Europas, Titel werden jedoch erst im späten Frühling gewonnen.
"In den vergangenen Jahren haben wir mehrfach erlebt, dass Teams vor dem Jahresende extrem stark waren und danach wegen einer Negativserie eingebrochen sind", will Ordas den (Bayern-)Tag nicht vor dem Abend loben.
"Seine wahre Stärke wird sich in schwierigen Phasen zeigen", führt Ordas aus. "Zu wissen, wie man eine Mannschaft von solchem Format in Momenten, in denen es um alles geht, führt - darauf kommt es an."
picture

Vincent Kompany mit Dayot Upamecano nach dem Sieg des FC Bayern gegen Paris Saint-Germain

Fotocredit: Getty Images

Ein derartiger Erfolgslauf bringt unweigerlich Parallelen zu den ersten Schritten heutiger Granden wie Pep Guardiola, Carlo Ancelotti oder Jügern Klopp mit sich. Eine Entwicklung, die Kompany vor Amtsantritt in München nicht unbedingt zugetraut wurde.
"Er war ein großes Risiko für Bayern", erinnert sich Ion Alexandru von Eurosport Rumänien. "Jetzt beweist er, dass es sich ausgezahlt hat. Von einem Absteiger in die Championship zu kommen und dann solch eine Entwicklung zu zeigen, ist beachtlich. Er setzt all das um, was er als Spieler von Weltklassetrainern gelernt hat."

Kompany: Burnley trübt die Wahrnehmung

Den ersten Titel seiner Trainerkarriere feierte Kompany in der Saison 2022/23, als er mit dem FC Burnley von der Championship in die Premier League aufstieg. Bereits damals legte er den Grundstein für seine klaren und modernen Ideen, die er schließlich in München implementierte.
Doch ausgerechnet auf der Insel wird Kompany zwiegespalten wahrgenommen. "Seine Bilanz in England wird leicht getrübt durch seine Zeit bei Burnley, weil er den Klub nicht in der Premier League halten konnte", merkt Jonathan Bray von TNT Sports in Großbritannien an.
picture

Vincent Kompany 2024 als Coach des FC Burnley mit Spieler Hjalmar Ekdal

Fotocredit: Getty Images

Zwar stiegen neben Burnley in der Spielzeit 2023/24 auch die beiden anderen Aufsteiger Luton Town und Sheffield United chancenlos direkt wieder ab, "in dieser Saison zeigen Vereine wie Sunderland - und in geringerem Maße Leeds und Burnley selbst - dass man trotzdem konkurrenzfähig sein kann".
Direkt nach dem Abstieg mit den Clarets ging es für Kompany nach München. "Es mag hart klingen, aber einige Fans in England fanden, Kompany habe unglaubliches Glück gehabt, gerade dann den Bayern-Job bekommen zu haben", so Bray. "Das wird sich allerdings definitiv ändern, wenn er die Champions League gewinnt."

Bestes Team in Europa? Bayern und Arsenal im direkten Duell

Geschichte hin oder her: Kompany hat seine Philosophie in der bayerischen DNA fest verankert und feierte nun auch gegen den GAG - größten anzunehmenden Gegner - einen beeindruckenden Sieg.
"Auch wenn sie in Deutschland auf wenig Widerstand stoßen, haben sie bewiesen, dass sie auch gegen Vereine wie PSG die Ruhe bewahren", hebt Davide Bighiani von Eurosport Italien hervor. "Sie mussten verteidigen, also verteidigten sie - ohne sich dabei neu zu erfinden. So treten große Mannschaften auf."
picture

Der FC Bayern hat gegen Paris Saint-Germain einen beeindruckenden Sieg eingefahren

Fotocredit: Getty Images

Ist der FC Bayern also die beste Mannschaft in Europa? Der Tenor lautet: Ja! Mit einem Vorbehalt.
"Bayern ist in allen Bereichen des Spiels wirklich beeindruckend, sie sind die klare Nummer eins", unterstreicht Glenn Ceillier von Eurosport Frankreich. "Ich würde Arsenal allerdings nicht weit dahinter einordnen."
Die Gunners führen die Tabelle in der Premier League mit sechs Punkten Vorsprung an, in der Champions League feierten die Londoner wie der FC Bayern vier Siege in vier Spielen. Einziger Unterschied: Arsenal blieb ohne Gegentor.
"Bayern hat den deutlich aufregenderen Angriff, die Abwehr von Arsenal ist hingegen nahezu unüberwindbar", betont Ceillier. "Wenn Bayern derzeit nicht die beste Mannschaft Europas ist, dann zumindest eine der beiden besten - zusammen mit Arsenal."
Die Frage, wer Fußball-Europa letztlich mehr zum Schaudern bringt, lässt sich übrigens leicht beantworten. Am 26. November gastieren die Bayern bei den Gunners in London (21:00 Uhr im Ticker).
Das könnte Dich auch interessieren: Díaz wendet sich nach Rot und schwerem Foul an Hakimi
picture

Díaz-Doppelpack und Rot - so lief der Kracher PSG-Bayern

Quelle: Eurosport


Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung