Jens Petter Hauge verzaubert mit Bodö/Glimt die Champions League: Eintracht-Flop dreht auf Europas großer Bühne auf

Jens Petter Hauge ist eines der Gesichter der besonderen Champions-League-Reise des FK Bodö/Glimt. Dabei erlebt der 26-Jährige gewissermaßen eine Renaissance. Bevor er bei seinem Jugendklub durchstartete, versuchte sich der Offensivspieler unter anderem bei Eintracht Frankfurt. Auf anderer Position und mit einem anderen Umfeld beeindruckt der Norweger nun auf der großen europäischen Fußballbühne.

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Quelle: Perform

Wer dieser Tage auf der Suche nach einem Fußballmärchen ist, der wird am Polarkreis fündig. Die Geschichte des FK Bodö/Glimt ist hausgemacht – und auch deshalb so speziell.
Ein genauerer Blick auf die Karriere von Jens Petter Hauge gibt erste Antworten darauf, wie eine Cinderella-Story der Marke Bodö entstehen kann.
Der Norweger wurde in Bodö geboren, beim Fußballverein in der kleinen Fischerstadt in Nordnorwegen ausgebildet und schaffte 2016 den Sprung zu den Profis. In seiner ersten Spielzeit stieg sein Heimatverein ab, ein Jahr später mit Hauge als Edeljoker wieder auf.
Nach einer einjährigen Leihe zum Aalesunds FK gelang dem Offensivspieler der Durchbruch beim FK: 14 Tore und zehn Vorlagen in 18 Spielen riefen 2020 die AC Mailand auf den Plan – die Tür zur großen Fußballwelt war geöffnet.

Hauge geht auf Europareise

Fernab der Heimat kam Hauge selten zum Zug und zog zunächst leihweise, ein Jahr später fest verpflichtet, zu Eintracht Frankfurt weiter. Der damals 21-Jährige sollte "das nächste wichtige Puzzleteil" sein, wie Sportvorstand Markus Krösche damals betonte.
"Neben einem hohen Tempo verfügt Jens Petter über Fähigkeiten, offensive Eins-gegen-eins-Situationen zu lösen und so aus allen offensiven Positionen Torgefahr auszustrahlen", so Krösche weiter.
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Jens Petter Hauge

Fotocredit: Getty Images

All diese Qualitäten zeigt der Flügelspieler aktuell regelmäßig – vornehmlich unter Flutlicht und auf dem Kunstrasenplatz seines Vereins in der Nähe des Polarkreises. In Frankfurt hingegen ließ er sie trotz Europa-League-Triumph unter Trainer Oliver Glasner zu oft vermissen.
Die Gründe dafür, dass ein Spieler Höchstleistungen abrufen kann, sind in der Regel vielschichtig. Ein Aspekt liegt bei Hauge und der SGE – zumindest im Rückblick – aber auf der Hand.

Hauge glänzt als Linksaußen

Hauge spielte unter Glasner und nach einer zwischenzeitlichen Leihe zum KAA Gent später auch unter Dino Toppmöller meist als klassischer Zehner.
Seit seiner Rückkehr zu Bodö/Glimt im Januar 2024 ist der 26-Jährige auf Linksaußen gesetzt, kann mit seinem starken rechten Fuß nach innen ziehen, steht anders zum Spiel und hat trotzdem alle Freiheiten.
So kommt Hauge immer wieder in gefährliche Situationen. Im Trikot des amtierenden norwegischen Vizemeisters hat der Flügelstürmer in der vergangenen Saison pro Spiel im Schnitt mehr als zwei Torschüsse abgegeben. Zu besten Zeiten in Frankfurt waren es 1,3 Schüsse pro 90 Minuten.
Das Achtelfinalhinspiel gegen Sporting Lissabon in der vergangenen Woche zeigte sehr gut, wie Hauge sich selbst und andere ideal in Szene setzen kann. Der Norweger startet im Angriffsaufbau vom linken Flügel und zieht nach Gefühl mit oder ohne Ball in die Mitte, um von da die Tiefe zu suchen. Seine Vorlage zum zwischenzeitlichen 2:0 dient als Paradebeispiel.

Die Geschichte von Hauge - kein Einzelfall

Genauso dient Hauge selbst als Paradebeispiel für das, was den FK so starkmacht. Der Weg, in Bodö ausgebildet worden zu sein und dann nach Stationen im europäischen Ausland zurückzukehren, ist keine Seltenheit im Kader der Norweger.
Mittelfeldspieler Hakon Evjen, Kapitän Patrick Berg und Linksverteidiger Fredrik Björkan, der bis 2023 bei Hertha BSC spielte, gingen einen ähnlichen Weg. Dazu kommen zahlreiche weitere Spieler aus der eigenen Jugend.
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Fotocredit: Getty Images

Trainer Kjetil Knutsen betreut das Team seit 2018, kennt die meisten Spieler also in- und auswendig.
Diese Eingeschworenheit und Eingespieltheit kulminiert in der Königsklasse zu einem spektakulären Kombinationsfußball, der nichts mit dem kämpfenden Außenseiter zu tun hat, den es etwa in der ersten Runde des DFB-Pokals immer mal wieder gibt.

Hauges WM-Traum lebt

"Eines der schönsten Dinge am Fußball ist, dass es egal ist, aus welcher noch so kleinen Stadt du kommst oder wie kalt es hier im Winter ist – wenn der Schiedsrichter pfeift, stehen 11 gegen 11 auf dem Feld. Dann kann alles passieren", sagte Hauge in der vergangenen Woche zu "Fotmob". Diese Mentalität lebt das Team augenscheinlich.
Und dieser Eindruck wird bleiben – egal, wann das Märchen endet. Geht es nach Hauge, dürfen seine Qualitäten auch bei Stale Solbakken ankommen.
Der norwegische Nationaltrainer hat den 13-fachen A-Nationalspieler seit März des vergangenen Jahres nicht mehr für Länderspiele berufen. Im Sommer steht die Weltmeisterschaft an und Norwegen hat sich mit acht Siegen aus acht Spielen in der Qualifikation still und heimlich zum Geheimfavoriten gemausert.
Hauge weiß nun, wie man auf der ganz großen Bühne glänzt – davon kann sich Stolbakken am Dienstag (ab 18:45 Uhr im Liveticker) wieder ein Bild machen.
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Quelle: Perform


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