Champions League - Real Madrid schäumt nach Camavinga-Platzverweis - Arbeloa: "Das geht auf diesem Level nicht"

Real Madrid hat das Halbfinale der Champions League nach der 3:4-Niederlage im Viertelfinal-Rückspiel gegen den FC Bayern München verpasst. Nach Abpfiff hatten die Königlichen den Schuldigen für das bittere Aus allerdings schnell ausgemacht: Schiedsrichter Slavko Vincic. Der Slowene hatte Reals Einwechselspieler vom Platz gestellt und sah sich beim Schlusspfiff schäumenden Madrilenen gegenüber.

Kompany: "Bin nicht glücklich über meine Gelbe Karte"

Quelle: Perform

Camavinga, erst in der 62. Minute für Brahim Díaz eingewechselt, sah in der 86. Minute Gelb-Rot. Der Franzose war zuvor für ein taktisches Foul an Jamal Musiala verwarnt worden und beging dann ein eher harmloses Foul an Harry Kane.
Dennoch zückte Vincic erneut Gelb und stellte Camavinga vom Platz - weil der Franzose den Ball nach der Aktion nicht hergeben wollte. Dabei hatte der Slowene zunächst selbst nicht auf dem Schirm, dass Camavinga bereits verwarnt war, und drehte sich nach dem Zücken der Gelben Karte zunächst vom Spieler weg.
Erst nach kurzen Protesten der Bayern-Spieler fiel Vincic auf, dass dies die zweite Verwarnung für den Franzosen war, woraufhin er die Ampelkarte zeigte. "Es war auch dumm von Camavinga, aber so wurde schon extrem ins Spiel eingegriffen", kritisierte Sami Khedira bei "DAZN". Vincic habe "das Spiel definitiv mit entschieden".
Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass Real Madrid beim zwischenzeitlichen 3:2 durch Kylian Mbappé von der Entscheidung des Schiedsrichters profitierte. Antonio Rüdigers klares Foul an Josip Stanisic in der Entstehung blieb ungeahndet, was Bayern-Trainer Vincent Kompany auf die Palme brachte und ihm ebenfalls eine Gelbe Karte einbrachte.

Platzverweis bricht Real das Genick

"ZDF"-Schiedsrichter-Experte Thorsten Kinhöfer kritisierte Vincic ebenfalls: "In so einem Spiel müssen kurz vor Schluss die persönlichen Strafen sitzen. Man hat eindeutig gesehen, dass der Schiedsrichter nicht mehr auf dem Schirm hatte, das er ihm acht Minuten zuvor schon Gelb gegeben hatte. Er dreht sich weg und wird dann darauf aufmerksam gemacht, dass er ihm Gelb-Rot geben muss. In so einem Spiel darf man eine solche Gelb-Rote Karte zu diesem Zeitpunkt einfach nicht geben."
In der Schlussphase agierten die Königlichen nur noch zu zehnt und kassierten prompt die alles entscheidenden Gegentore durch Luis Díaz (89.) und Michael Olise (90.+4).
Nach Abpfiff kochten dann die Emotionen bei den Gästen über: Arda Güler, Doppeltorschütze in der ersten Halbzeit (1./29.), stürmte den Platz und ging den Unparteiischen scharf an. Dafür sah der Türke zunächst Gelb, als Vincic gerade in Richtung Kabine unterwegs war, zückte er doch noch Rot.

Arbeloa kritisiert Schiedsrichter: "Das ist unfair"

Auch Trainer Álvaro Arbeloa fand nach der Partie deutliche Worte für Vincic.
"Es war ein tolles Match von beiden Seiten. Wir haben viele Tore erzielt und hatten unsere Möglichkeiten. Aber alles war vorbei mit der Roten Karte", ärgerte sich der Spanier. "Es ist unglaublich, das geht auf diesem Level nicht. Das ist unfair. Wir sind traurig und wütend."
Allerdings zeigte sich der Nachfolger von Xabi Alonso als fairer Verlierer: "Trotzdem Gratulation an Bayern, sie haben ein sehr gutes Team und einen tollen Trainer."
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Kompany nach Real-Krimi: "Wunderschöner Abend"

Quelle: Perform


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