Real Madrid sucht sich selbst: Álvaro Arbeloa vor selben Problemen wie Xabi Alonso - Vinícius im hässlichsten Fadenkreuz

Real Madrid ist nach der überraschenden Pleite gegen CA Osasuna und der dadurch an den FC Barcelona verlorenen Tabellenführung wieder am Boden der Tatsachen angelangt. Unter Trainer Álvaro Arbeloa schienen die Königlichen den richtigen Weg eingeschlagen zu haben, doch bereits gegen vermeintlich ungefährliche Gegner wird klar: Die Probleme sind immer noch die alten und die Selbstsuche geht weiter.

Mbappé: "Er hat Vinícius als Affen beschimpft"

Quelle: Perform

Selbst Real Madrid kann seine Probleme nicht auf magische Art und Weise verschwinden lassen.
Der späte Nackenschlag gegen den Club Atlético Osasuna (1:2) am vergangenen Samstag kostete die Königlichen neben der Tabellenführung auch das über Wochen mühsam zurückerkämpfte Selbstbewusstsein.
Vor dem entscheidenden Rückspiel in den Play-offs der UEFA Champions League gegen SL Benfica (heute ab 21:00 Uhr im Liveticker) befinden sich Los Blancos in puncto Selbstsuche wieder an ihrem Ausgangspunkt - und Trainer Álvaro Arbeloa steht vor denselben Herausforderungen wie sein geschasster Vorgänger Xabi Alonso.
Momentaufnahmen schienen Real auf dem richtigen Weg zu zeigen, elementar verändert hat sich in Madrid aber nichts.

Real mit mehr Freiheit - und einem Dominoeffekt

Zuallererst: Ein anderer Ansatz auf dem Rasen war schon zeitig zu erkennen. Während Alonso darauf bedacht war, den Gegner tief in die eigene Hälfte zu drücken und so früher oder später einen Treffer zu erzwingen, setzt Arbeloa - wie es in der DNA von Real Madrid verankert ist - auf individuelle Klasse und mehr Freiräume für seine Stars.
So kommen die Qualitäten eines Vinícius Júnior oder Kylian Mbappé besser zur Geltung und auch deren Mitspieler wie etwa Eduardo Camavinga und Fede Valverde auf den Außen werden durch ihre Läufe unberechenbarer.
Damit orientiert sich der Spanier an der erfolgreichen Ära von Carlo Ancelotti, unter dem der 43-Jährige einst selbst die Champions League gewonnen hatte. Das bezieht sich auch auf das Tempo in Reals Auftritt: Der Rekordmeister sucht viel schneller den Weg zum Tor und spielt fast doppelt so viele Steilpässe und Konter aus als noch unter Alonso.
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Vinícius und Álvaro Arbeloa im Gespräch während der Partie gegen Osasuna

Fotocredit: Getty Images

Dass die Madrilenen unter Arbeloa in acht von zehn Partien in Führung gingen, mag seiner Philosophie in die Karten gespielt haben. Die Schwächen werden nämlich vor allem im Spiel gegen den Ball ersichtlich, dort birgt ein Dominoeffekt eine große Gefahr.
Wie Alonso scheitert auch dessen Nachfolger daran, seine Offensivspieler rund um Mbappé und Vinícius zum Gegenpressing zu motivieren. Halbherzige Läufe, kaum Druck auf den Kontrahenten - wie beim 1:0 von Osasuna deutlich wird, kann der Gegner nur allzu oft ohne Probleme von hinten aufbauen und einen gefährlichen Angriff lancieren.

Real Madrid: Zumindest in der Kabine ist es ruhig

Dieses strukturelle Problem - die Trägheit der Superstars muss von den laufbereiten Mitspielern aufgewogen werden - führt dazu, dass Real auch gegen deutlich schwächere Mannschaften ins Wanken gerät.
Ob das sensationelle Aus im Pokal gegen Zweitligist Albacete (2:3), die dramatische Pleite gegen Benfica im letzten Vorrundenspiel der Königsklasse (2:4) oder der jüngste Dämpfer gegen Osasuna: Gegen unangenehme Kontrahenten muss sich Real warm anziehen. Und die Schwergewichte kommen erst noch.
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Real Madrid kommt gegen ungemütliche Gegner wie Osasuna erstaunlich oft ins Straucheln

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Immerhin kann sich Arbeloa einen besonderen Erfolg ans Revers heften. Die stete Unruhe in der Kabine war Alonso zum Verhängnis geworden, sein Erbe vertrieb das Stimmungstief. Das hat vor allem mit Vinícius zu tun.
Unter Arbeloa blüht der brasilianische Fußballkünstler wieder auf, wird seltener und später ausgewechselt und drückt den Spielen in regelmäßigen Abständen seinen Stempel auf. Leider stand der zurzeit beste Spieler im Kader (fünf Tore im Februar) zuletzt im hässlichsten Fadenkreuz.

Real vs. Benfica: Mehr als nur ein Spiel

Beim Duell mit Benfica geht es nach dem 1:0-Sieg im Hinspiel nämlich mehr als nur um das sportliche Weiterkommen - der Rassismus-Eklat ist die große Überschrift der Partie.
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Arbeloa: "Stehen hinter Vini" nach Rassismus-Eklat

Quelle: Perform

"Das ist ein großartiger Moment, um diesen Dingen ein Ende zu setzen", sagte Torhüter Thibaut Courtois vor dem Spiel am Mittwochabend. Lissabons Gianluca Prestianni soll Real-Star Vinicius Junior nach dessen Traumtor im Hinspiel und anschließendem Jubel rassistisch beleidigt haben.
"Es ist schon oft passiert im Fußball, nicht nur auf dem Platz, sondern auch auf den Rängen. Damit muss jetzt Schluss sein", sagte Courtois. "Die UEFA hat die Möglichkeit, mehr zu tun, als es nur bei einem Slogan und einem Banner vor den Spielen zu belassen", so Arbeloa.
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Vinícius wurde offenbar von Gianluca Prestianni rassistisch beleidigt

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Am Montag verhängte die Kontroll-, Ethik- und Disziplinarkammer der Europäischen Fußball-Union gegen Prestianni eine "vorläufige" Sperre für das Rückspiel in den Play-offs. Grundlage dafür ist laut UEFA ein "Zwischenbericht". Welche Strafe Prestianni über das vorläufige Urteil hinaus drohen könnte, ist unklar.
Gleichzeitig versuchte Arbeloa, den Fokus aufs Sportliche zu legen. In der Kabine sei nicht mehr über den Vorfall gesprochen worden, sagte er: "Jeder ist darauf fokussiert, eine großartige Leistung zu zeigen. Das wollen wir morgen sehen. Der Rest ist nicht unsere Angelegenheit, denn darauf haben wir keinen Einfluss."
Letzteren will Arbeloa natürlich auf seine Zukunft in der Hauptstadt nehmen. Spanischen Medienberichten zufolge läuft sein Vertrag bei Real bis Sommer 2027, ausbleibender Erfolg - und darauf zielen die jüngsten Entwicklungen ab - könnte ganz schnell für eine andere Realität sorgen.
Alonso wurde nicht viel Zeit gegeben, bei seinem Nachfolger wird die Klubführung gewiss nicht geduldiger handeln. Und die Probleme sind nach wie vor dieselben.
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(mit SID)
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Mourinho zu Platzverweis: "Nur die Wahrheit gesagt"

Quelle: Perform


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