FC Bayern im Rückspiel der Champions League gegen Real Madrid: An diesen Stellschrauben muss Vincent Kompany drehen
VonLuca Baier
Update 15/04/2026 um 16:02 GMT+2 Uhr
Mit einer starken Leistung hat sich der FC Bayern im Hinspiel der Champions League bei Real Madrid eine gute Ausgangsposition erspielt. Der 2:1-Sieg ist ein Vorsprung – nicht mehr, nicht weniger. Eurosport.de erklärt im Taktik-Check, worauf es im Rückspiel (21:00 Uhr im Liveticker) ankommt. Vieles passt beim deutschen Rekordmeister zusammen. An einigen Stellschrauben muss aber noch gedreht werden.
Kompany: "Es kommt auf so viele Sachen an ..."
Quelle: Perform
Zielstrebiger Ballbesitzfußball, hohes Pressing und ein Manuel Neuer in Bestform: Vieles lief beim Hinspielsieg der Bayern im Bernabéu schon ziemlich gut.
Und doch ist Real Madrid niemals abzuschreiben.
Auch Bayern-Trainer Vincent Kompany betonte auf der Pressekonferenz am Dienstag den Respekt vor den Königlichen: "Wir bereiten uns auf die beste Version von Real vor."
Beachten die Münchener diese drei Lehren aus dem Hinspiel, können sie den Halbfinaleinzug am Mittwoch perfekt machen.
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Fußball: Joshua Kimmich (FC Bayern München) im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League bei Real Madrid am Ball
Fotocredit: Getty Images
Hohes Pressing greift: Bayern müssen sich mehr belohnen
Das Hinspiel hat gezeigt, dass Vincent Kompanys mutiger, aber eben auch riskanter Stil im Pressing auch gegen einen Top-Gegner wie Real funktionieren kann. Die Münchener liefen wie gewohnt aggressiv vorne an und verteidigten im Eins-gegen-Eins über den ganzen Platz.
Das funktionierte vor allem deshalb so gut, weil die Offensivspieler mit so viel Intensität und Überzeugung pressten, dass es Real schwerfiel, kontrollierte Bälle auf ihre Superstars im Sturm zu spielen.
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Neuer warnt vor Real
Quelle: Perform
Die Folge: Die Bayern kamen zu hohen Ballgewinne in der Hälfte der Madrilenen. Dabei blieben sie jedoch zu oft mit dem vorletzten oder letzten Pass hängen – aus diesen guten Pressingaktionen muss ein Topteam schlichtweg mehr machen.
Gleiches gilt für die Chancenverwertung generell: Der Rekordmeister versäumte es, schon früh im Spiel klarste Chancen in Tore umzumünzen, vor allem Dayot Upamecano, der den Ball aus kürzester Distanz nicht richtig traf und Serge Gnabry, der überraschend frei vor Torhüter Lunin auftauchte, ließen hier sichere Treffer liegen.
Passend dazu sagte Kompany nach der Analyse des Hinspiels: "Mein Gefühl war eher, wir können noch eine Stufe besser." Genau darin liegt der Schlüssel für das Rückspiel.
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Neuer über Zukunftsentscheidung: "Wird nicht mehr lange dauern"
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Kimmich gefragt: Dreieraufbau zur besseren Absicherung?
Bayern wird auch im Rückspiel wieder das Heft des Handelns in die Hand nehmen und Real bespielen. Bei aller Kontrolle und Dominanz hat das Hinspiel jedoch auch gezeigt, dass die Königlichen im Umschaltspiel einfach eine unfassbar hohe Qualität haben.
Upamecano und Tah verteidigten Vini Jr. und Kylian Mbappé weitestgehend überragend und hatten mit Manuel Neuer einen Libero hinter sich, der lange Bälle ablaufen konnte.
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Bayern-Trainer Kompany: "Bei Musiala läuft alles sehr positiv"
Quelle: Perform
Dennoch sah man in jeder dieser Szenen, dass nur ein Bruchteil einer Sekunde den Unterschied im Timing machen kann: Ein Luftloch, ein zu kurz zurückgespielter Ball Richtung Neuer oder schlichtweg ein noch schnellerer Sprint eines Real-Stürmers und das Spiel kann kippen. Kommt einer der Münchener Innenverteidiger auch nur minimal zu spät, kann das ein Gegentor oder einen Platzverweis nach sich ziehen.
Die Bayern wären also gut beraten, ihre Angriffe noch kontrollierter auszuspielen, um möglichst wenige Konter von Real zuzulassen.
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Spielte im Hinspiel bei Real Madrid stark, aber leistete sich einen dicken Bock: Dayot Upamecano (r., FC Bayern München)
Fotocredit: Getty Images
Dabei könnte zum Beispiel Joshua Kimmich noch regelmäßiger im Spielaufbau zwischen oder neben die Innenverteidiger fallen. Bayern hätte mit dieser Dreierkette mehr Ruhe in Ballbesitz und nach Ballverlusten eine Überzahl gegen Mbappé und Vinícius Júnior.
Genau diese Balance sprach Kompany auf der Pressekonferenz an: "Das Spiel findet eine Balance und an einem gewissen Punkt kippt es dann in eine Richtung."
Wegen Tah und Upamecano: Real wird es über die Flügel versuchen
Reals Trainerteam wird das Hinspiel natürlich ausführlich analysiert haben und seine Schlüsse gezogen haben. Gut möglich, dass sie ihre Starstürmer noch öfter weit weg von Tah und Upamecano positionieren, um eher über die Flügel in Duelle mit Bayerns Außenverteidigern zu kommen. Dort haben weder Josip Stanisic noch Konrad Laimer das Tempo, um mit den Superstars mitzuhalten.
Wichtig also, dass Bayern in diesen Momenten gut verschiebt und mit mehreren Spielern auf die jeweilige Seite kommt. So hätten Stanisic bzw. Laimer dann die Sicherheit, mit ordentlich Aggressivität ins Duell zu gehen – ohne Angst haben zu müssen, hinter sich zu viel Raum preiszugeben.
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Bayern-Stars Laimer, Díaz und Kane beim Viertelfinal-Hinspiel gegen Real Madrid
Fotocredit: Getty Images
Eurosport-Check: Man hat in den letzten Jahren und Jahrzehnten Königsklasse schon oft Hinspiele gesehen, in denen Real Madrid unterlegen war, so auch in diesem Viertelfinale. Dennoch müssen die Bayern gewarnt sein!
Die Dominanz aus dem Hinspiel war das Ergebnis hervorragender Intensität, Abstimmung und Überzeugung. Lassen sie hier auch nur ein wenig nach, kann die Dynamik kippen und Real deckt die Risiken in Kompanys Ansatz gnadenlos auf.
Bayern benötigt die gleiche Intensität, aber auch einen kühlen Kopf, um Real wieder so zu pressen. Gelingt das, müssen sie sich noch öfter nach hohen Ballgewinnen belohnen und die Absicherung gegen die Konter über Mbappé und Vini Jr. perfekt organisieren. Oder wie Kompany sagt: "Wenn wir das, was wir gut machen, auf den Platz bringen, wird es für jeden Gegner schwer."
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Neuer schwärmt: "Mit dem Kader ist viel möglich"
Quelle: Perform
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FC Bayern München
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Real Madrid
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Gesamtstand (6-4)
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