Christian Wück startet als Cheftrainer der deutschen Frauen-Nationalmannschaft - Alexandra Popp verabschiedet sich

Christian Wück geht mit zwei Neulingen und fünf Rückkehrerinnen in seine ersten Länderspiele als neuer Bundestrainer der deutschen Fußballerinnen. Für die beiden Tests im Oktober berief der 51-Jährige unter anderem Linda Dallmann (FC Bayern München) und Sara Däbritz (Olympique Lyon), die aufgrund einer Knöchelverletzung zuletzt gefehlt hatte, wieder in den Kader. Alexandra Popp wird fehlen.

Wück nominiert seinen ersten Kader bei den DFB-Frauen

Fotocredit: SID

Ein letztes Mal will sich Alexandra Popp das DFB-Trikot zwar noch überstreifen, doch auf dem Papier fehlt sie bereits - so wie viele andere. Die offene Kapitänsfrage ist nach dem Abschied der langjährigen Anführerin nur eine der Baustellen bei den deutschen Fußballerinnen:
Nach den Rücktritten und Ausfällen von Leistungsträgerinnen muss der neue Bundestrainer Christian Wück neun Monate vor der EM den Umbruch einleiten.
"Ich freue mich sehr darauf, dass es nun endlich losgeht", sagte Wück. In den vergangenen Monaten habe er viele Spiele in der Bundesliga, "in England, Italien, Frankreich und den USA beobachtet" - das Ergebnis präsentierte er am Dienstag.
Vor seinem Debüt am 25. Oktober (20:30 Uhr) gegen Europameister England im Wembley-Stadion holte der 51-Jährige in Stürmerin Giovanna Hoffmann von RB Leipzig und Mittelfeldspielerin Lisanne Gräwe (Eintracht Frankfurt) dabei auch zwei neue Gesichter ins DFB-Team.

Hendrich und Oberdorf verletzt

Im Vorfeld seiner ersten Kadernominierung war Wück mit zahlreichen Personalfragen konfrontiert gewesen. Popp, die am 28. Oktober (18:10 Uhr) in Duisburg bei der Partie gegen Australien zum 145. und gleichzeitig zum letzten Mal im deutschen Trikot auflaufen soll, hatte ihren Abschied verkündet. Hinzu kamen die Rücktritte von Torhüterin Merle Frohms und Abwehrchefin Marina Hegering.
Dabei dürfte die Defensive ohnehin für das größte Kopfzerbrechen gesorgt haben. Innenverteidigerin Bibiane Schulze Solano laboriert genau wie die zentrale Mittelfeld- und Führungsspielerin Lena Oberdorf an einem Kreuzbandriss, Kathrin Hendrich muss aufgrund von Nachwirkungen einer Verletzung pausieren.
"Es wird sicherlich so sein, dass wir eine neue Struktur finden müssen. Die muss sich erst generieren, und das wird ein bisschen dauern", hatte Wück zuletzt bei Sky betont. Neben den beiden Neulingen können sich dabei auch die Rückkehrerinnen Sara Däbritz (Olympique Lyon), Selina Cerci (TSG Hoffenheim), Sophia Kleinherne (Eintracht Frankfurt), Torhüterin Maria Luisa Grohs und Linda Dallmann (beide Bayern München) wieder zeigen.

Gwinn bereit für Kapitänsamt

Doch vor allem Popp könne ihrer Meinung nach "nicht sofort" ersetzt werden, schrieb die ehemalige Nationalspielerin Anja Mittag in ihrer "kicker"-Kolumne. "Solche Leader-Typen werden nicht geboren", erklärte die Olympiasiegerin von 2016: "In diese Rolle müssen andere erst einmal reinwachsen - auch sportlich."
Als erste Anwärterin auf das Kapitänsamt gilt Giulia Gwinn, die Verteidigerin von Bayern München hielt sich jedoch bei der Nachfolge-Frage bedeckt. "Das ist ein Amt, über das man nicht spekulieren sollte, dafür ist es zu groß und zu wertig", sagte die 25-Jährige bei der Veranstaltung "Torjägerkanone für alle" dem SID.
In der Vergangenheit habe sie Popp als Vize-Kapitänin ab und zu vertreten dürfen, "was natürlich sehr schön und auch eine große Wertschätzung für mich war", erklärte Gwinn: "Aber im Endeffekt treffe ich die Entscheidung nicht. Da warte ich, was vom Trainer kommt."
Gwinn blickt der Zukunft der DFB-Auswahl aber generell positiv entgegen. "Ich bin sehr guter Dinge", sagte sie: "Ein neues Trainerteam, ein kleiner Umbruch ist auch immer die Chance auf was Neues und was Großes."
(SID)
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Quelle: Perform


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