Deutschland - Chile: "Megageiles Gefühl!" Deutsche Final-Helden außer Rand und Band

Deutschland hat mit dem überraschenden Triumph im Confed Cup die perfekte Generalprobe für die WM 2018 hingelegt. Das 1:0 im Finale gegen Chile war die Krönung eines bärenstarken Turniers und ein Erfolg, mit dem niemand rechnen konnte. Nun gibt es für die DFB-Kicker nur noch eines zu tun, wie Goalgetter Timo Werner verriet.

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Bundestrainer Joachim Löw war "megastolz", Sebastian Rudy verspürte ein "megageiles Gefühl" und für Joshua Kimmich war der Team-Spirit "erste Sahne". Nach dem ersten Confed-Cup-Titel für Deutschland im ersten Finale überhaupt überschütteten sich Trainer und Spieler mit Lob.
Dass die Chilenen die junge DFB-Elf in der ersten halben Stunde an die Wand spielte - geschenkt. Dass die Torschuss-Bilanz nach zwölf Minuten aus deutscher Sicht 0:5 lautete - vergessen. Dass Timo Werner von Gonzalo Jara einen üblen und absolut rotwürdigen Ellbogenschlag ins Gesicht bekam - unwichtig. Deutschland gab sich nach dem Schlusspfiff kollektiv dem Siegesrausch hin, nur 48 Stunden nach dem Gewinn der U21-EM endete auch das Löw-Experiment in Russland mit dem Titel.
Der ansonsten stets um Sachlichkeit bemühte Bundestrainer erklärte im "ZDF", dass seine Spieler diesen Abend von Sankt Petersburg "ein Leben lang nicht mehr vergessen" werden. "Ich fühle eine riesengroße Freude. Wir haben um jeden Meter gekämpft, alle haben nach den Strapazen der Saison noch einmal eine unglaubliche Leistung abgerufen." Löw schwärmte:
Die deutschen Spieler empfanden das genauso. Auf dem Rasen spielten sich Szenen ab wie nach dem Gewinn des WM-Titels, in der Kabine wurde "Die Nummer eins der Welt sind wir" angestimmt, Kimmich und Antonio Rüdiger schossen kurz nach Abpfiff ein Erinnerungs-Selfie auf der Bank.
A propos Bank. Kimmich vergaß auch im Augenblick des Triumphes diejenigen nicht, die zuschauen mussten beim Endspiel gegen Chile. "Unser Zusammenhalt ist ganz speziell. Die Jungs auf der Bank waren super, die haben dich auch in der 90. Minute noch nach jedem gewonnenen Zweikampf angefeuert", lobte der Bayern-Jungstar. Für Rudy war dies sogar der Schlüssel zum unerwarteten Turniersieg der jüngsten Mannschaft aller acht Teilnehmer. "Wir waren eine Einheit. So sind wir aufgetreten, und deshalb haben wir gewonnen."

Draxler räumt doppelt ab

Selbst als die Gangart in der zweiten Halbzeit deutlich ruppiger wurde, Jaras Ellbogen landete im Gesicht von Werner und Kimmich geriet heftig mit Chile-Keeper Claudio Bravo und seinem Bayern-Kollegen Arturo Vidal aneinander, blieben Löws Jungspunde fokussiert. Die Azubi-Auswahl zeigte eine erstaunliche Reife. "Dafür, dass der Confed Cup vorher belächelt wurde, war heute ganz schön Feuer drin", bemerkte Kapitän Julian Draxler cool mit einem Lächeln. Für den 23-Jährigen, der gleich noch die Auszeichnung für den besten Spieler des Cups abräumte, ist der Erfolg mehr als nur ein Turniersieg:
An einer sportlichen Tiefenanalyse des Endspiels hatte im DFB-Team verständlicherweise keiner mehr Interesse. Selbst Löw gestand ein, dass es im Prinzip egal sei, wie man das Finale letztlich für sich entschieden habe. Am besten brachte es allerdings Turnier-Torschützenkönig Werner auf den Punkt:
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