Portugal - Chile: 3 Dinge, die auffielen: Videobeweis, Ronaldo vs. Sánchez, portugals Elferversagen
Südamerika-Meister Chile steht nach einem Elfmeterkrimi gegen Europameister Portugal im Finale des Confed Cup. Cristiano Ronaldo und Alexis Sánchez wurden dabei von Claudio Bravo in den Schatten gestellt, dem etwas ganz besonderes gelang. Außerdem sorgte das Dauerthema des Turniers mal wieder für Diskussionen. Was uns auffiel.
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1. Streitthema Videobeweis - mal wieder
Der Videobeweis ist das Streitthema beim Confed Cup. Immer wieder stiftet das vermeintliche Hilfsmittel Unruhe. Nachdem im Spiel zwischen Deutschland und Kamerun, trotz Videoschiedsrichter zunächst gar der falsche Spieler die Rote Karte sah, wurde in der Halbfinal-Partie zwischen Chile und Portugal gänzlich auf den Videobeweis verzichtet - und das, obwohl ein Einsatz dringend notwendig gewesen wäre.
In zweiten Durchgang der Verlängerung (113. Minute) wurde der, kurz zuvor eingewechselte Chilene, Francisco Silva im Sechzehnmeterraum der Portugiesen von José Fonte ungestüm zu Fall gebracht. Doch die Pfeife des iranische Unparteiische Alireza Faghani blieb stumm.
Auch nach Protesten der chilenischen Akteure blieb das Schiedsrichtergespann auf dem Feld seiner Entscheidung treu. Doch warum meldete sich der Videoschiedsrichter nicht zu Wort? Die Wiederholungen und TV-Bilder beweisen, Fonte stieg Silva deutlich auf den Fuß, es hätte Elfmeter für die Südamerikaner geben müssen. Eigentlich ein Parade-Fall für den Retter in der Not, den Vermeider aller Fehlentscheidungen, den Videobeweis.
Doch auch diese Szene beweist, dass die Prozesse und der Ablauf rund um den Videoschiedsrichter noch nicht ausgereift sind. Das Experiment beim Confed Cup ist bis jetzt nicht wirklich geglückt.
2. Ronaldo vs. Sánchez
Cristiano Ronaldo gegen Alexis Sánchez - auf dieses Duell wurde das Halbfinale des Confed Cups in Russland im Vorfeld reduziert. Sieger war am Ende nicht der viermalige Weltfußballer Ronaldo, sondern das chilenische Muskelpaket Sánchez.
Dass am Ende die Chilenen das Finale erreichten, lag dann aber eher an Sánchez‘ Mitspielern, die den Kollegen seines Pendants Ronaldo in 120 Minuten einiges an Kampfkraft und Aggressivität voraus hatten - und im Elfmeterschießen das sprichwörtlich "glücklichere Händchen".
Zwar hatten beide Topstars Chancen, ihr Team in Führung zu bringen, ließen das nötige Glück im Abschluss aber vermissen. Ronaldo hatte in der regulären Spielzeit gleich drei Mal die Führung auf dem Fuß und war damit der einzig wirklich gefährliche Mann Portugals.
Arsenal-Stürmer Sánchez glänzte in den ersten 90 Minuten eher als Vorbereiter, wie bei seinem Zuckerpass für Vargas in der 5. Spielminute, kam aber in der Schlussphase der Verlängerung noch einmal mächtig auf. Zwischen der 115. und 120. Minute hatte er gleich zwei Mal den Lucky Punch vor Augen, doch auch er blieb glücklos.
Den Unterschied machten am Ende andere.
Claudio Bravo heißt der Mann, der nun von den chilenischen und vielleicht auch portugiesischen Titelseiten grüßen wird. Nicht Ronaldo. Nicht Sánchez.
3. Kollektives Versagen im Elfmeterschießen – da war doch was
Genau elf Jahre und zwei Tage ist es her, da schrieb die Schweiz ein legendäres Kapitel Fußballgeschichte. Am 26. Juni 2006 trafen die Eidgenossen im Achtelfinale der Sommermärchen-WM auf die Ukraine. Die Zuschauer in der vollbesetzten Hamburger Arena erlebten einen spannenden Fußballabend, allerdings 120 Minuten lang ohne Tore.
Das Elfmeterschießen musste entscheiden. Es wurde ein historisches, denn als die Ukrainer schließlich den Einzug ins Viertelfinale feierten, stand es 3:0. Marco Streller, Tranquillo Barnetta und Ricardo Cabanas waren für die Schweiz angetreten. Keiner brachte seinen Versuch im Tor unter. Ohne eigenen Treffer vom Punkt mussten die Eidgenossen den Heimweg antreten.
So etwas, war man sich damals in breiter Öffentlichkeit einig, würde so schnell nicht mehr passieren.
Besagte elf Jahre und zwei Tage später hat sich Geschichte nun wiederholt. Auf dem Weg ins Finale des Confed Cup reichten Chile in Kasan drei verwandelte Elfmeter, weil alle portugiesischen Schützen andere Pläne hatten.
Torwart Claudio Bravo hielt alle drei Versuche des Europameisters und sorgte dafür, dass Streller, Barnetta und Cabanas ab jetzt Quaresma, Aranguiz und Nani heißen.
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